Mehlsuppe mit Milch fast ein Festessen

Lieselotte Winkelmann stellt Buch vor

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Geschichten aus ihrem Leben hat Lieselotte Winkelmann in einem kleinen Band niedergeschrieben. Ihr Ehemann Heinz hat sie dabei unterstützt.

Wagenfeld - Von Horst Benker. „Ich wurde im Januar 1941 in Hain, Kreis Hirschberg (Schlesien) geboren. Meine Mutter flüchtete mit uns nach Hann. Ströhen. Hier bin ich zur Schule gegangen. Beim Start meiner eigenen Lebensgeschichte sind viele ungewöhnliche Dinge geschehen, die ich aufgeschrieben habe, damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten.“ Mit diesen Worten beginnt Lieselotte Winkelmann aus Wagenfeld ihre „Geschichten aus meinem Leben“. Auf den folgenden 46 Seiten ihrer Aufzeichnungen schildert sie ihren Lebensweg und den ihrer Familie vom Tag ihrer Geburt an.

Dem Einmarsch der Russen folgt im Frühjahr 1946 die Flucht in den Westen. Mutter und Töchter – der Vater ist vermisst – landen schließlich in Hannoversch-Ströhen, Oberauerort, kommen zunächst bei einem Bauern unter, bevor sie in eine der Baracken im ehemaligen Reichsarbeitsdienst-Lager in Ströhen umquartiert werden.

Erinnerungen an die Kindheit

„Oft hatten wir in der Nachkriegszeit Hunger. Manchmal gab es Mehlsuppe mit Wasser gekocht und Zucker, oder noch besser: mit Milch – das war schon ein Festessen“, schildert die heute 77-Jährige.

Erinnerungen an die Schulzeit und die Arbeiten beim Bauern folgen. Nach dem Besuch der Handelsschule in Diepholz nimmt sie eine Stelle bei einer Firma in Espelkamp an und arbeitet in der Rechnungsabteilung. Weitere Stellen folgen, darunter das Wollwerk in Wagenfeld.

Unterstützung durch ihren Mann

Im November 1962 heiratet sie Heinz Winkelmann aus Wehe. Vier Kinder werden geboren, zwei Töchter, zwei Söhne. Ihren Erzählungen zufolge, folgen keine einfachen Jahre. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich ihr Mann Heinz bei einem Betrieb in Lübbecke bewirbt und eine Umschulung zum kaufmännischen Angestellten macht. „Durch den Umgang mit ganz modern eingestellten Kollegen bekam er auch andere Ansichten und wir verstanden uns gut“, enden die Geschichten von Lieselotte Winkelmann. Für sie sei damit das Kapitel abgeschlossen, „mehr mache ich nicht“.

Die Schreiberin betont, dass ihr Mann Heinz sie stets bei der Erstellung des Buches unterstützt habe. Auslöser dafür war vor neun Jahren eine Reise in ihre alte Heimat. Sie besuchte die Schreibwerkstatt „Tintenfass“ in Espelkamp bei Georg Trümper, verfeinerte ihren Schreibstil und begann vor etwa fünf Jahren mit ihren Erzählungen. Trümper war es auch, der ihr Buch Korrektur las und es in Druck gab. Tochter Veronica erfasste die Texte und baute die Fotos ein. Die Bücher wurden auf eigene Kosten hergestellt. Die ersten 60 Exemplare waren Winkelmanns Aussage zufolge schnell vergriffen. Es wurden weitere Exemplare aufgelegt.

Ein Exemplar kostet acht Euro

„Was ich geschrieben habe, stieß insbesondere bei Flüchtlingen aus Schlesien auf Resonanz, nicht so sehr in der Familie“, gibt Lieselotte Winkelmann zu.

Heute lebt sie mit ihrem Mann Heinz gemeinsam in einem Wagenfelder Seniorenheim. Das Paar hat sein Haus in Wehe verkauft.

Wer an dem Buch von Lieselotte Winkelmann interessiert ist, kann sich direkt an sie wenden unter Telefon 05444/982107. Ein Exemplar kostet acht Euro.

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