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Umgestaltung des Wagenfelder Marktplatzes: Helle Wege, Struktur und Gemütlichkeit

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Von: Melanie Russ

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Der Entwurf zeigt den Wagenfelder Marktplatz von der B239 mit dem kleinen Platz, dem kleinen Marktplatz und der Bushaltestelle. Im Hintergrund ist das Feuerwehrgerätehaus angedeutet.
Der Entwurf zeigt den Wagenfelder Marktplatz von der B239 mit dem kleinen Platz, dem kleinen Marktplatz und der Bushaltestelle. Im Hintergrund ist das Feuerwehrgerätehaus angedeutet. © Russ Bauwert

Der Arbeitskreis hat der Planung für Umgestaltung des Wagenfelder Marktplatzes den Feinschliff gegeben. Nach dem Großmarkt soll es losgehen.

Wagenfeld – Der neugestaltete Marktplatz soll die Visitenkarte der Gemeinde Wagenfeld werden. Hell, freundlich, strukturiert, mit mehr Aufenthaltsqualität und trotzdem praktisch. Den bisherigen Planungen verpasste ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Ratsfraktion, von Lebendiges Wagenfeld und der Werbegemeinschaft am Donnerstag den Feinschliff. Ein paar Detailfragen blieben offen, aber grundsätzlich steht das Konzept, über das der Bauausschuss im März entscheiden wird. Bis dahin wird man auch sehen, ob die Wünsche in etwa im veranschlagten Kostenrahmen von 1,3 Millionen Euro liegen. Das Konzept ist so ausgearbeitet, dass der Großmarkt dort wie gehabt stattfinden kann.

In der Sitzung wurde auch eine neue Idee vorgestellt: Direkt am Ortseingang im Mündungsbereich von B239 und Sulinger Straße könnte eine kleine runde Mauer aus rotem Stein mit Name und Wappen der Gemeinde die Passanten begrüßen.

Bushaltestelle: Zusammen mit dem Marktplatz wird auch die Bushaltestelle umgestaltet. Die Haltestelle für aus Richtung Diepholz kommende Busse wird an die Straße „Am Markt“ verlegt. Die Zufahrt erfolgt über die Gutenbergstraße, die ausgebaut werden soll. Die Haltestelle in Richtung Ortsausgang bleibt erhalten. Parkplätze, Stellplätze für Fahrräder und neue Wartehäuschen runden den Bereich ab. Gegenüber der Bushaltestelle wird eine öffentliche Toilette eingerichtet.

Vorderer Bereich: Während der hintere Bereich größeren Veranstaltungen vorbehalten bleibt, soll es im vorderen Bereich immer lebendig zugehen. Direkt an der B239 neben der Bäckerei ist ein mit Backsteinmauer eingefasster kleiner Platz mit Sitzbänken und einem Wasserspiel vorgesehen. Bäume rundherum und Hochbeete sollen für eine gemütliche Atmosphäre sorgen.

Etwas weiter in den Platz hinein soll an „Am Markt“ ein kleinerer Marktplatz mit Sitzbänken – ebenfalls mit einer Mauer eingefasst – entstehen. Er ist für kleine Veranstaltungen gedacht. Daneben ist eine viereckige Fläche für den Wochenmarkt geplant, die mehr Marktatmosphäre schaffen soll als bisher.

Aufgrund von Anregungen der Einwohner und des Arbeitskreises hat das Planungsbüro Wessels und Grünefeld eine Planung für den Wagenfelder Marktplatz erarbeitet.
Aufgrund von Anregungen der Einwohner und des Arbeitskreises hat das Planungsbüro Wessels und Grünefeld eine Planung für den Wagenfelder Marktplatz erarbeitet. © Wessels und Grünefeld Ingenieurberatung

Zwei andere Plan-Varianten sahen eine Zusammenlegung von kleinem Marktplatz und Wochenmarkt vor, was einige Teilnehmer begrüßt hätten. Planer Michael Block gab aber zu bedenken, dass dieser Platz zu groß wäre, um eine gemütliche Atmosphäre entstehen zu lassen. Im Bereich zwischen den drei Plätzen sind ein paar einfache Spielgeräte vorgesehen. Einige Teilnehmer kritisierten, dass sie sich zu nah an Straße und Parkplätzen befinden. Andererseits wurde argumentiert, dass die Kinder dort im Blickfeld des kleinen Platzes seien. Im hinteren Bereich würden die Spielgeräte vermutlich nicht genutzt.

Parkplätze und Verkehr: In die derzeit unübersichtliche Verkehrsführung wird mehr Ordnung gebracht. Eine Einbahnstraßen-Lösung ist für „Am Markt“ laut Bürgermeister Matthias Kreye nicht möglich, allerdings sollen aus Richtung Sparkasse kommende Fahrzeuge künftig nicht mehr links abbiegen, sondern den Bereich über die Gutenbergstraße verlassen. Das reduziert den kreuzenden Verkehr an der Zufahrt von der B239. Fußgängerampeln auf beiden Seiten der Zufahrt an der Bundesstraße sollen zusätzliche Sicherheit bringen. Der Kreuzungsbereich an der Gutenbergstraße wird begradigt.

Die Parkplätze im vorderen Bereich empfanden einige Teilnehmer als störend. Sie hätten sie lieber weiter hinten gesehen, der Bürgermeister gab aber zu bedenken, dass sie genau dort gebraucht würden. Weitere Stellflächen sind im Bereich der Bushaltestelle geplant. „Mit den Parkplätzen dürfen wir uns nicht verschlechtern, betonte er und erinnerte daran, dass der Marktplatz eine funktionale Fläche bleiben soll. Plätze, Fahrbahnen und Parkplätze des Marktplatz-Areals sollen sandsteinfarben gepflastert werden, Geh- und Radwege sowie Riemchen in einem rötlichen Ton.

Hinterer Bereich: Das Dreieck im Norden und die Grünfläche am Einkaufszentrum sollen entgegen dem ersten Entwurf keine Blühwiese werden, sondern nur einen Blühstreifen erhalten. Die Flächen werden dort, wo keine Baumreihen geplant sind, mit einem Koppelzaun abgegrenzt. Er soll verhindern, dass dort Autos oder Lkw parken. Auch im vorderen Bereich soll der Zaun zum Teil zum Einsatz kommen. Block empfiehlt weißen Kunststoff mit Metallkern. Der sei sehr robust, versicherte er. Optisch waren alle angetan, es gab aber Bedenken, dass er nicht lange schön bleibt. Die Entscheidung zum Material wurde darum vertagt. Die Marktwege werden mit Pollern abgesperrt. Bei Veranstaltungen können Zäune und Poller entfernt werden. Die unschönen Versorgungskästen für Strom und Abwasser verschwinden im Boden. Das verschönert nicht nur das Bild, es verhindert auch, dass die Kästen beschädigt werden.

Bepflanzung: Entlang der Straßen „Am Markt“ und „Meiersfeld“ sowie am kleinen Vorplatz sollen Bäume gepflanzt werden. Der Planer schlägt schlanke Säulenhainbuchen vor, der Bauausschuss soll entscheiden, ob etwas Blühendes schöner wäre. Entlang der B239 bei der Bushaltestelle sind Rhododendren geplant.

Ausstattung: Für Fahrradgeländer, Absperrpoller, Mülleimer (zum Teil mit Hundekotbeutelspender) und das Gestell der Sitzbänke setzt der Arbeitskreis wie bei den Buswartehäuschen auf Metallelemente in eckiger, anthrazitfarbener Ausführung. „Bleiben Sie bei anthrazit. Das ist die beste Farbe“, riet Block. Daran sehe man sich nicht satt. Sitzflächen und Rückenlehnen der Bänke sollen aus Holz sein. Die Beleuchtung entspricht der, die auch für die Auburg vorgesehen ist. Die Ausstattung des Marktplatzes ist auch der Maßstab für die Materialwahl bei weiteren Maßnahmen in der Gemeinde.

So geht's weiter: Über den vorgestellten Entwurf und noch offene Details wird der Bauausschuss am 15. März ab 19 Uhr beraten. Die abschließende Entscheidung fällt am 29. März der Gemeinderat. Baubeginn soll nach dem Großmarkt sein.

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