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Workshop diskutiert über Umgestaltung von Wagenfelder Marktplatz und Bushaltestelle

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Von: Melanie Russ

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Der vordere Bereich des Marktplatzes mit Treffpunkt, „kleinem Marktplatz“ und Wochenmarkt soll künftig Wagenfelds Visitenkarte sein.
Der vordere Bereich des Marktplatzes mit Treffpunkt, „kleinem Marktplatz“ und Wochenmarkt soll künftig Wagenfelds Visitenkarte sein. © Wessels und Grünefeld Ingenieurberatung

Wagenfeld – Etwas mehr Ordnung ins Verkehrschaos, etwas mehr Struktur, etwas mehr Aufenthaltsqualität, und ansehnlicher soll er werden – der Wagenfelder Marktplatz. Dessen Umgestaltung ist das größte Projekt der Gemeinde in diesem Jahr. Doch Corona hat der Umsetzung einige Steine in den Weg geworfen.

Eigentlich hätte man in der Planung schon viel weiter sein wollen, damit die Baumaßnahmen gleich nach dem Großmarkt 2022 beginnen können. Die Verwaltung hat lange gezögert, denn sie wollte möglichst viele Einwohner an der Gestaltung beteiligen. Weil ein großer Workshop derzeit nicht möglich ist und die Zeit drängt, hatte sie für Donnerstag zu einem kleinen Workshop mit zehn Teilnehmern in die Grundschul-Turnhalle gebeten. Unter ihnen waren je ein Vertreter jeder Ratsfraktion und der Werbegemeinschaft Aktiwas, Vertreter von „Lebendiges Wagenfeld“ und die Flächeneigentümer.

„Den Prozess haben wir uns ein wenig anders vorgestellt“, sagte Bürgermeister Matthias Kreye zum Auftakt der zweieinhalbstündigen Veranstaltung, in der Frank Bohmann-Laing, Geschäftsführer des Planungsbüros Wessels und Grünefeld Ingenieurberatung aus Garrel, den Entwurf vorstellte, in den auch Ideen aus der Online-Beteiligung der Einwohner eingeflossen waren.

Der Marktplatz

Die Hauptverkehrsführung erfolgt außen um den Marktplatz herum. Diese Wege werden – wo noch nicht erfolgt – asphaltiert. Im Hinblick auf eine künftig geänderte Busführung und das neue Baugebiet in Neustadt werden die Gutenbergstraße ausgebaut und der Kreuzungsbereich mit der Straße „Am Markt“ übersichtlicher gestaltet. Die Wege innerhalb des Marktplatzes werden mit Pollern gesperrt, die für Veranstaltungen entfernt werden können. Für sie schlägt der Planer Rasenfugenpflaster vor, was ein Workshop-Teilnehmer allerdings kritisch sah. Im Sommer trockne der Rasen aus und sehe nicht schön aus, außerdem wandere er auf die benachbarten Pflasterflächen.

Die Auffahrt zum Marktplatz wird um ein paar Meter verschoben. Auf der dann größeren Fläche vor der Bäckerei soll ein Treffpunkt entstehen.
Die Auffahrt zum Marktplatz wird um ein paar Meter verschoben. Auf der dann größeren Fläche vor der Bäckerei soll ein Treffpunkt entstehen. © Melanie Russ

Vor allem im vorderen Bereich des Marktplatzes soll es lebendiger werden. Die Auffahrt von der Hauptstraße wird um einige Meter Richtung Bushaltestelle verschoben. Auf der dadurch vergrößerten Fläche vor der Bäckerei Schmidt soll ein kleiner Treffpunkt mit Sitzmöglichkeiten und eventuell einem Wasserspiel entstehen. Dahinter ist ein „kleiner Marktplatz“ mit Sitzplätzen für kleine Feiern oder Events vorgesehen. Auch der Wochenmarkt rückt in den vorderen Bereich. Durch die Anordnung um eine quadratische Fläche herum soll ein richtiger Markt-Charakter entstehen. Daneben ist das ein oder andere kleine Spielgerät für Kinder geplant – aber ausdrücklich kein Spielplatz.

Die genannten Flächen sollen wie die auf dem Gelände verteilten Parkplätze mit hellem großformatigem Betonstein, eventuell ergänzt durch eine Kontrastfarbe, gepflastert werden.

Eine Bushaltestelle soll an die Straße „Am Markt“ verlegt werden. Die Auffahrt zum Marktplatz wird um ein paar Meter verschoben. Auf der dann größeren Fläche vor der Bäckerei soll ein Treffpunkt entstehen.
Eine Bushaltestelle soll an die Straße „Am Markt“ verlegt werden. Die Auffahrt zum Marktplatz wird um ein paar Meter verschoben. Auf der dann größeren Fläche vor der Bäckerei soll ein Treffpunkt entstehen. © Russ

Im Außenbereich sind Baumanpflanzungen geplant. Der Planer empfiehlt Laubbäume mit kleinen Blättern, die leicht verwehen und im Herbst nicht auf dem Pflaster kleben bleiben. Auf den zwei großen Flächen im Norden und im Osten sollen Blühwiesen für etwas Farbe. Sie würden jeweils vor dem Großmarkt Ende August gemäht. Für die nördliche Fläche schlägt der Planer einen entfernbaren Zaun vor, damit dort keine Lkw parken.

Die Bushaltestelle

Im Zusammenhang mit dem Marktplatz wird auch die Bushaltestelle umgestaltet. Die Haltestelle in Richtung Diepholz bleibt direkt an der Bundesstraße. Die zweite Haltestelle, die sich derzeit an der gegenüberliegenden Fahrbahn befindet, wird an die Straße „Am Markt“ zwischen Marktplatz und Feuerwehrgerätehaus verlegt. Ursprünglich hatte sie zwischen alter Haltestelle und Gerätehaus liegen sollen, dann wäre aber die Auffahrt von der Sulinger Straße so nah an der Aufmündung auf die B239 für die Busse zu „hakelig“ gewesen. In der jetzigen Planungen nutzen die Busse aus Diepholz und Sulingen die Gutenbergstraße. Die Abfahrt erfolgt über die B239. Auf beiden Seiten der dortigen Zufahrt sollen Fußgänger-Ampeln installiert werden, die die Fahrer aus dem Bus heraus schalten können.

Schön und praktisch

In der Diskussion wurde die Krux der Umgestaltung deutlich. Einerseits muss der größte Teil der Fläche für den Großmarkt frei bleiben. Andererseits soll der Marktplatz trotz der „toten“ Fläche ansprechend gestaltet werden. Es ist ein bisschen wie die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“.

Letztendlich kristallisierte sich heraus, dass der vordere Bereich in etwa wie vorgeschlagen umgesetzt werden soll. Zwar wurde kritisiert, dass die Aufenthaltsqualität so nah an der B239 nicht sonderlich hoch wäre. Andererseits soll der vordere Bereich des Marktplatzes unweit des Ortseingangs auch eine Visitenkarte für Wagenfeld sein. Darum fand ein Vorschlag, dort Parkplätze einzurichten, wenig Zustimmung.

Die 50 geplanten Parkplätze sind laut Bürgermeister und Planer erforderlich. Und sie müssen sich auch im Bereich des Wochenmarkts befinden. „Wenn Sie dort keine Stellflächen haben, parken die Leute da trotzdem“, gab Bohmann-Laing zu Bedenken. Da sich die Teilnehmer aber verständigten, eine neben den Parkplätzen im Süden angedachte öffentliche WC-Anlage in die Nähe der Bushaltestelle zu rücken, können die Parkplätze zwischen kleinem Marktplatz und Wochenmarkt dorthin verschoben werden. Diese beiden Flächen können dann als eine Einheit gestaltet werden, so wie es sich die Workshop-Teilnehmer wünschen.

So geht’s weiter

Der nächste Workshop in gleicher Runde ist für den 24. Februar geplant. Bis dahin müssen sich die Teilnehmer in ihren Gruppen über alle Details bezüglich Buswartehäuschen, Fahrradständer, Sitzmöbel und Beleuchtung klar werden. Im März stimmen Fachausschuss und Rat über die Planung ab. Dann folgen die Ausschreibungen.

Die Kosten für die Marktplatz-Umgestaltung wurden mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Ob der Betrag angesichts der explodierenden Baukosten ausreicht, dahinter steht ebenso noch ein Fragezeichen wie hinter dem Baustart im September.

Von Melanie Russ

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