Marcia Bittencourt entführt begeisterte Zuhörer nach Südamerika

Brasilianische Lebensfreude erfüllt Wagenfelder Auburg

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Brasilien ist vor allem Musik und Fußball. Mit dem runden Leder konnten Marcia Bittencourt und ihre Band am Sonnabend nicht dienen – heiße Rythmen, Leidenschaft und südamerikanisches Lebensgefühl gab es jedoch zuhauf.

Brauns-Bömermann - Von Simone. Die Auburg meldete am Sonnabend ein ausverkauftes Haus. Die Besucher wollten den Bossa Nova, zu Deutsch „neue Welle“, hören und fühlen, die brasilianische Lebensart und die Sonne spüren. Den Zauber trug die Künstlerin Marcia Bittencourt aus Rio de Janeiro, heute Wahl-Bremerin, tief in Herzen der Zuhörer. Motto: „Den Bossa kann man auch in Norddeutschland spüren“.

„Wann fängt der Bossa an?“, war Marcias erste Frage ans Publikum. Die Antwort gab sie selbst: „Hier und jetzt“. Sie und ihre Combo präsentierten drei Sets zum Mittsommerevent in der Auburg und ließen viel Sonne, Wellen, Strand und Paradies-Gefühl im Ort zwischen den Mooren.

Der Bossa sei die Musikart, die in den 1960er-Jahren aus der Studentenbewegung hervorging, erklärte Bittencourt. Bossa Nova sei etwas Neues, mit einem neuen Lebensgefühl. Die Wiedergutmachung mit dem Leben. Marcia, der Inbegriff brasilianischer Leidenschaft, bestach vom ersten Augenblick mit ausdrucksvoller Stimme und beeindruckender Präsenz auf der Bühne.

Die Sängerin verstand es, die Konzertbesucher mit kleinen Geschichten auf die brasilianischen Songs einzustimmen. Das Kopfkino funktionierte perfekt. „Rio ist eine Stadt, die nie schläft…, weil sie nicht müde wird“, präsentierte sie in dem bekannten Stück „Rio“ von Roberto Menescal und Ronaldo Bôscoli.

Platz für

solistische Freiräume

Mit der Frage „Was geht gar nicht in Brasilien?“ wurde der nächste Test für das norddeutsche Publikum begonnen. Die Antwort gab Bittencourt im Song „Wave“. Bei Strand, Wellen und Sonne sei es unmöglich, allein glücklich zu sein, so die Botschaft des Songs.

Ihre Leidenschaft zu brasilianischem Jazz teilen die Musiker Oliver Gross (Piano und Flute) aus Hildesheim, Andreas Dahle (Gitarre) und Klaus Wittig (Bass) aus Goslar sowie Albrecht Husen (Schlagzeug) aus Hannover. Ihre „Grand Dame“ ließ den Musikern die solistischen Freiräume mit den Instrumenten die Freiheit der südamerikanischen Sonne auszudrücken. Der Abend wurde unumstritten zum „One Night Bossa“ – genau wie Bittencourt ihn angekündigt hatte.

Der brasilianische Dschungel mit seinen tierischen Bewohnern war zu Gast durch Instrumentierung und Stimmen der Musiker. Aber auch Haustiere, die Marcia mit „O Pato“ (Die Ente) mit einer tollen „Samba Brasil“ besang, waren mit von der Partie.

Obwohl wenig Platz auf Bühne und im Konzertraum blieb – auch mit typischen Gesten brachte sie das Publikum auf ihre Seite. Das Raffen des Kleides, die Haltung von Arm und Hand zu Bolero oder Samba – Bittencourt zeigte Leidenschaft in jeder Sekunde.

„Wir haben alles in Brasilien: Runde Berge, Wald, Jazz, Samba, Arme, Reiche“, beschrieb Bittencourt ihr Geburtsland. Ein Vergleich zwischen Bremen und Rio de Janeiro? Schwierig. Beide Städte lägen jedoch am Wasser. Dieses sei hier eher grau und rau, am Zuckerhut türkis und vor allem kühlend. Auch dazu hatte die Brasilianerin ein Lied im Repertoire: „Agua de beber“.

Musik mit

Überzeugungskraft

Im Zentrum des Konzertgeschehens stand eine starke, südländische Rassefrau, mal mit sanfter, mal mit starker Stimme. Smoothe Grooves, Jazzharmonik und eine virtuose, akustische Gitarre überzeugten auf ganzen Linie. Mittendrin ein Pianist, der sich ständig zwischen dem großen „Rappen“, dem „Schimmel“, und seinem E-Piano entscheiden musste – der „schwarze Schimmel“ trug den Sieg davon. Was blieb, war ein durch „Summer-Feeling“ infiziertes Publikum. Die Blicke schmachtend, die Ohren vom Zauber der heißen, brasilianischen Rhythmen rot.

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