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Wüstenplanet-Menschen im Ströher Wald

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Von: Simone Brauns-Bömermann

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Das fantasievoll ausgestaltet Marktgeschehen lockte Besucher aus einem weiten Umkreis nach Ströhen.
Das fantasievoll ausgestaltet Marktgeschehen lockte Besucher aus einem weiten Umkreis nach Ströhen. © Brauns-Bömermann

Der Märchenmarkt in der Märchenkulisse der Larp-Dörfer „Bogenwald“ und „Jyrlund“ lockt hunderte Besucher nach Ströhen.

Ströhen – Es war einmal… So beginnen Märchen. Der Märchenmarkt in den Larp-Dörfern Bogenwald und Jyrlund in Ströhen fand aktuell am Wochenende statt. Die Märchenkulissen lockten hunderte von Besuchern in die Dörfer von Lena Weichselbauer und Dirk Kemper. Das erste Mal nach Corona konnten die Betreiber ihre Tore wieder öffnen und trafen mit dem Wochenende in die Herzen von unzähligen Larp-Liebhabern.

Zwischen Farnen, Steinwegen und Weiher, immer den Holzschildern mit Aufschrift „Märchenmarkt“ folgend und die Blechlawine auf dem Parkplatz am Tierpark Ströhen im Rücken, gelangten die Besucher in die Vergangenheit und eine gänzlich andere Welt.

An der Kasse saßen Carola Pape und Stefan Ahrens vom Verein Ströher Dorfleben als Unterstützung für das zweitägige Event. „Ströher zahlen die Hälfte“, erläuterten sie bei bekannten Gesichtern, dann drückte sich der Stempel auf den Handrücken und der Lageplan in die Hand. Die Autokennzeichen verrieten, woher die Besucher angereist waren: Von Hamburg bis Köln.

Die Zeitreise begann bereits auf dem Weg zum Markttreiben vor der mit Palisaden geschützten Siedlung „Jyrlund“, einer Szene wie aus der Wikingerzeit.

Die Besucher kamen von nah, wie Tagesgast Corinna aus Diepholz mit ihrem Hund „Floki“ und Britta aus Syke. „Ich bin gewandet wie eine Schamanin“, beschreibt Corinna ihren Charakter. Britta trägt klassisch eine Wikingerinnen-Gewandung. Und „Floki“, der Name kommt aus der Serie „Vikings“, so eng liegen das Schlüpfen in eine andere Identität und der Märchenmarkt zusammen.

„Ich kenne kaum eine so schöne dauerhafte Kulisse in Deutschland wie hier“, sagt Kai aus Osnabrück. Er ist in der Szenerie ein Spielmann mit seiner Freundin Kristin (Gitarre und Low Whistle). Schnell gesellt sich Anna-Lena zu den zweien und tanzt, wie im Mittelalter. Vor dem Dorf „Jyrlund“ lagern Marktbeschicker und bieten unterschiedliche Dienste und Dinge feil. Eine Schmiedin zeigt Schmiedekunst und bietet „Kinder schmieden“ an, es gibt „Bierstechen“, was nicht das Öffnen der Büxe mit einem Messer ist. „Mit Feuer sicher spielen“, das können Kinder bei einem holländischen Markthändler lernen, sein Charakter kommt Sindbad, dem Seefahrer nah. Bei der Gruppe Utholm aus Delmenhorst bestaunen die Gäste Rüstungen, Schwerter, Helme, Kettenhemd und Holzschilde. Die Gruppe demonstriert den Streitkampf der Ritterzeit an drei Terminen im Carré mitten auf dem Markt. Der Blick in Kulisse und Zelte ist erlaubt und gewünscht, deshalb sind die Aussteller vor Ort.

Das fantasievoll ausgestaltet Marktgeschehen lockte Besucher aus einem weiten Umkreis nach Ströhen.
Das fantasievoll ausgestaltet Marktgeschehen lockte Besucher aus einem weiten Umkreis nach Ströhen. © Brauns-Bömermann

Im Wald zwischen „Jyrlund“ und der Mittelalterkulisse „Bogenwald“ wird es richtig märchenhaft. Die Hexe am Wegrand sieht aus wie echt, ist aber Attrappe. Aber die zwei Elfen, die wie schwebend aus dem Dickicht auftauchen, sind aus Fleisch und Blut. „Wir kommen aus Köln und bleiben zwei Tage hier“, sagen die hübschen in Orange und Braun gewandet mit wehendem Haar und ihren spitzen Öhrchen.

Am Weiher trifft man auf „Mina“ die Kräuter kundige Lernhexe. Im Hier und Heute heißt sie Carmen und kommt auch aus der Domstadt. Den hölzernen, bildschön ausgebauten Wagen hat sie mit nur wenig Hilfe selbst gebaut. Carmen kommt zu Settings (Szenen-Spielen) immer wieder nach Ströhen und ist Teil der Larp-Community.

Noch vor der Brücke zum Bogenwald-Dorf schleichen die fünf Wüstenplanet-Bewohner aus Hamburg durch die Büsche. Sie müssen jeden Meter als Fotomotiv stehen bleiben, so faszinieren sie die Star-Wars und Dune Liebhaber.

In Bogenwald wird es eng: Anlaufpunkt sind Taverne und Stände mit „Schönheits-Elixieren“, Met oder Starkbier. Starkes für starke Männer und Schönes für schöne Frauen scheint hier das Prinzip.

Vergangenheit, Fantasie und handwerkliche Kunst, soweit das Auge reicht.
Vergangenheit, Fantasie und handwerkliche Kunst, soweit das Auge reicht. © Brauns-Bömermann

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