Ein Nachruf

Tod des Unternehmers Dirk Lütvogt hinterlässt eine große Lücke in Wagenfeld

Der unverwartet verstorbene Dirk Lütvogt hinterlässt eine große Lücke.
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Der unverwartet verstorbene Dirk Lütvogt hinterlässt eine große Lücke.

Wagenfeld – Die Lücke zu beschreiben, die der plötzliche Tod von Dirk Lütvogt im Alter von nur 50 Jahren in der Gemeinde Wagenfeld hinterlässt, fällt schwer. Denn er war für viele Menschen viel mehr als der Geschäftsführer des Getränkeunternehmens Friedrich Lütvogt, des größten Arbeitgebers in Wagenfeld. Er war ein Mann, dem seine Heimat und die Menschen, die dort leben, am Herzen lagen.

Diese Verbundenheit prägte sowohl sein privates als auch unternehmerisches Handeln. Er hatte eine große Wertschätzung für die Vergangenheit, zugleich aber auch eine Vision von einer auf Nachhaltigkeit bedachten Zukunft, die er mit der Entwicklung seines Unternehmens selbst mitgestalten wollte.

„Er hat den Betrieb dadurch zu einem außergewöhnlichen Imageträger der Region entwickelt. Dabei hat er nicht sich, sondern die anderen Menschen und unsere Umwelt in den Mittelpunkt seines Wirkens gestellt“, sagt Bürgermeister Matthias Kreye, der wie so viele in Wagenfeld fassungslos und von großer Trauer erfüllt ist.

Bodenständig, verlässlich und immer hilfsbereit

Bodenständig, verlässlich, großzügig, immer hilfsbereit und stets um Ausgleich bemüht – so beschreiben seine Zeitgenossen den Unternehmer. „Seine Unterstützung der örtlichen Einrichtungen und Institutionen, Vereine und Verbände ist nur ein Beispiel seiner Verbundenheit mit unserer Gemeinde“, so Kreye. Dessen Vorgänger im Bürgermeisteramt, Wilhelm Falldorf, schätzte die ruhige und sachliche Art, die Dirk Lütvogt in Diskussionen einbrachte: „Er hat nicht nur geredet, er hat auch was gesagt.“

Seit er das Unternehmen im Jahr 2000 in vierter Generation übernahm, stand für Dirk Lütvogt nie die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern eine nachhaltige Entwicklung zum Wohle seiner Familie und der Natur. Das war nicht nur eine Entscheidung des Verstandes, sondern seines „grünen Herzens“. Denn er liebte die Natur und engagierte sich für ihren Schutz – sei es mit Baum- und Strauchpflanzungen, die über das hinaus gingen, was er für Betriebserweiterungen hätte leisten müssen, mit einem unter nachhaltigen Gesichtspunkten erbauten Warenlager oder dem Biodiversitätsdach, das so außergewöhnlich ist, dass es Teil eines Forschungsprojekts der Hochschule Osnabrück wurde.

„Dirk hatte eine sehr große Liebe für seine Heimat.“

Die Naturverbundenheit ist auch ein Aspekt, der Dirk Lütvogt mit Timo Friedhoff verband, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, der im Laufe der Jahre Freund und Mitarbeiter wurde. Ein anderer war das gemeinsame Interesse für die Geschichte Wagenfelds in all ihren unterschiedlichen Facetten, das beide vor gut 20 Jahren zusammengebracht hatte. „Dirk hatte eine sehr große Liebe für seine Heimat.“

Er habe Altes wertzuschätzen gewusst und habe immer vorgezogen, etwas Altes zu restaurieren, statt es durch etwas Neues zu ersetzen, erinnert sich Wilhelm Falldorf. So gab Dirk Lütvogt beispielsweise den Anstoß zur Rettung der Auburg. Als dem Herrenhaus Mitte der 90er-Jahre wegen seines beklagenswerten Zustands der Abriss drohte, legte er – damals gerade 26 Jahre alt – eine Fibel zur Geschichte der Auburg auf und stellte den Verkaufserlös für erste Reparaturen zur Verfügung. Ohne sein Engagement, so sind sich viele einig, würde es sie heute nicht mehr geben.

Der Verlust des in vieler Hinsicht großen Wagenfelders wird in der Gemeinde noch lange nachwirken. „In Dankbarkeit und Verehrung nimmt Wagenfeld Abschied von einer außergewöhnlichen Persönlichkeit“, sagt Matthias Kreye. In den Worten Timo Friedhoffs: „Es ist ein sehr edler Charakter gestorben.“

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