„Liederkarren – Tradition trifft Moderne“

Kreisgruppe Diepholz im Kreischorverband feiert das 97. Chorfest in der Sankt-Antonius-Kirche 

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Der Popchor Wagenfeld unter der Leitung von Leta Henderson gab zahlreiche Stücke zum Besten. Passend zum bevorstehenden Sommer auch „In the summertime“ von Mungo Jerry. 

Wagenfeld - Inklusive des Gastgeber-Chores „Auburg Stimmen“ sangen acht Chöre und präsentierten ihren vielfältigen Chorgesang mit tradierten und modernen Stücken. Die gemischten oder rein männlichen Chöre, Kinder- und Jugendchor oder Popchor, sie alle umwoben wunderbar musikalisch die mehr als 70 Ehrungen für Singe- und Vorstandstätigkeit und fördernde Mitglieder. Der mit Blumen dekorierte Karren, der dem Konzert seinen Namen gab, stand am Eingang der Kirche, die Lieder fanden im Innern ihre Anhänger.

Durch das umfangreiche und abwechslungsreiche Programm führte Leta Henderson, Silke Husmann ehrte die Chormitglieder mit einem netten Lächeln und lieben Wünschen für die Zukunft. „Das ist schon eine ganz große Ehre, wenn ich als Vierzigjährige jemanden ehren darf, der 60 Jahre im Chor singt“, verkündete die Kreisgruppen-Vorsitzende zur Übergabe der Urkunde an Helga Claus (Gemischter Chor Wagenfeld „Auburg Stimmen“) und Heinz Rüter (MGV Brockum), die beide seit 60 Jahren aktiv in ihren Chören singen. 50 Jahre dem Singen treu waren Gerhard Völkner (Chorgemeinschaft Drebber), Hildburg Röper (Singekreis Barnstorf). Friedrich Aufurth und Friedrich Wiechering singen beide im Chor Harmonie im MGV St. Hülfe seit 55 Jahren. Ebenso respektvoll trat Husmann Manfred Heithaus für 55 Jahre und Manfred Wilharm für 50 Jahre Vorstandsarbeit (beide MGV Barver) gegenüber. „Das ist eine unvorstellbare lange Zeitspanne“, lautete ihr Kommentar. Spektakuläre 65 Jahre als Förderer fungierten Willi Thoma und für 55 Jahre Wilfried Cattau (beide Harmonie im MGV St. Hülfe).

Den Song, der die Sorgen von Chorleitern beschrieb, hatte Petra Thiesing-Jöres, Chorleiterin des Männergesangvereins Wagenfeld/Barver, oder wie sie liebevoll zu pflegen, sagt, „meine alten Jungs“, gefunden. Eine Hymne auf alle Chordirigenten, wenn die Nerven wieder blank liegen vom Dirigat. Der Text spiegelt den seltenen Missmut: „Es ist das in vielen Chören, so viele Töne sind zu hören, nur wenig schmeichelnd zu dem Ohr. Melodien als Dreiklang arrangiert, klingen diese Harmonien im Werk asynchronisiert.“ Doch einer ließe sich nie beirren, das sei der Dirigent. Die Einlage war natürlich nur im Spaß gemeint, denn alle Chöre singen, der Gemeinschaft und der Freude wegen.

Den Anfang machte der Gemischte Chor Wagenfeld „Auburg Stimmen“ mit vier Liedern „quer Beet“ mit Liederkarren: Komponisten wie Udo Jürgens, John Rutter und P. Thomann mit dem Song „Dorfkind“ begeisterten das Publikum.

Chorleiterin Leta Henderson teilte den Kinder- und Jugendchor Wagenfeld (KiChoWA und JuChoWa) in jüngste und ältere Sänger und alle zusammen auf. Bei den Kleinsten tanzten Mäuse ohne Schuh, es ging Pitsche-Patsche durch den Regen und Brüderchen und Schwesterchen tanzten in neuer Version. Die jugendlichen Sänger hatten englische Titel im Repertoire und als Abschluss sangen sie mit den „Auburg Stimmen“ den fruchtigen Kanon „Mango, mango“.

Die Chorgemeinschaft Drebber hielt es wie einst Bundespräsident Walter Scheel „Hoch auf dem gelben Wagen“, und trotz der melodiösen Musik hielt der Text von Rudolf Baumbach eine nachdenkliche Passage bereit: „Sitzt einmal ein Gerippe hoch auf dem Wagen vorn, hält statt der Peitsche die Hippe, Stundenglas statt Horn. Sag ich: Ade, nun, ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt, ich wäre so gern noch geblieben, aber der Wagen, der rollt.“

Alle Männerchöre eint ihr Sinn mindestens ein Trinklied zu schmettern. Der MGV Heede hielt sich dran und sang: „Verschütt nicht das Bier“ appellierte aber auch an Frieden mit „Fliege weiße Taube“ einer lettischen Weise. Die Brockumer Herren träumten sich nach „Westerland“ wie die Band Die Ärzte und mussten wie Karat und Peter Maffay dabei „Über sieben Brücken musst Du gehen“ wandern.

Der Popchor Wagenfeld träumte sich zudem mit dem Song „In the summertime“ der Band Mungo Jerry an die englische Südküste. Draußen hatte es derweil angefangen zu regnen…

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