Mit Ringelnatz und Hesse durch den tristen Alltag

Liebe und Lust mit Humor garniert

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Das Leben des Gärtnermeisters Bernhard Schmidt gerät mächtig ins Wanken, als er einen anonymen Liebesbrief erhält.

Wagenfeld - Von Heidrun Mühlke. „Morgen ist der 12., der wird wie der 11. und der war wie der 10.“ Der Alltag ist öde im trauten Heim mit dem stillen Glück aber dennoch traurigen Idylle. Ein Tag gleicht dem anderen im Leben von Bernhard Schmidt und seiner Ehefrau Liese, bis ein Brief mit unbekanntem Absender sein ganzes Leben durcheinanderbringt. Unterschrieben mit „Herzlichst – die Liebe“.

In der Rolle des Bernhard Schmidt bereitete Thomas Deutscher seinen Zuschauern auf der Wagenfelder Freilichtbühne am Freitagabend einen unterhaltsamen Abend. Gemeinsam mit der Autorin und gleichzeitig auch Darstellerinnen im Stück, Eva Fels und dem Musiker Michael Mikolascheck brachte er „Absender unbekannt“ auf die Bühne.

Liebe und Lust hatte Eva Fels lyrisch-literarisch verpackt und mit einer guten Portion Humor garniert. Gekonnt bediente sie sich der Texte von Hermann Hesse, Kurt Tucholsky oder Joachim Ringelnatz und baute musikalisch auf hochkarätige Unterstützung von Michael Mikolascheck am Piano. Außerdem gab es tierische Unterstützung von Eva Fels‘ Hund Finley, dem die tierliebe Autorin auch einen Part in dem Bühnenstück zugedacht hatte.

Virtuos und aufreizend

Mit dem Liebesbrief gerät das Leben von Gärtnermeister Bernhard Schmidt ins Wanken. „Wer schickt mir einen solchen Liebesbrief und lädt mich ins Buschwindrosenwäldchen ein“, fragt sich Schmidt. Virtuos gerät er ins Träumen, schwingt aufreizend die Hüften zu Songs wie „The Lion sleeps tonight“ oder „ich war noch niemals in New York“.

Wild gestikulierend springt er durch die Publikumsreihen und weist den Zuschauern verschiedene Rollen zu. Dabei rätselt er, wer wohl den geheimnisvollen Brief verfasst haben könnte. „War es die große Blonde, die mich im Laden nach Buschwindröschen gefragt hatte?“ Oder doch die Zuschauerin in der ersten Reihe? „Du süße Person, ich würd' für dich den Weihnachtsmann rasieren“, säuselt der verzückte Schmidt.

Am Ende kommt alles anders als erwartet – und seine Frau Liese brennt mit dem Pianisten durch. Da half auch kein „Stand by your man“ und Deutscher verabschiedete sich souverän: „Zeit nach Hause zu gehen.“

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