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Heidering-Youngster Levin Cording (14) startet bei Welt- und Europameisterschaften

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Von: Anja Schubert

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Blut geleckt: Das Fahren mit hoher Geschwindigkeit und das Driften in den Kurven machen MSC-Clubfahrer Levin Cording (vorn links) genauso viel Spaß wie die Teilnahme an Trainingsläufen sowie nationalen und internationalen Speedwayläufen.
Blut geleckt: Das Fahren mit hoher Geschwindigkeit und das Driften in den Kurven machen MSC-Clubfahrer Levin Cording (vorn links) genauso viel Spaß wie die Teilnahme an Trainingsläufen sowie nationalen und internationalen Speedwayläufen. © Holger Bornschein

Der junge Wagenfelder Levin Cording, Clubfahrer des MSC Heidering, ist im Motorsport zu Hause und sammelt bereits Europa- und Weltmeisterschaftserfahrung.

Wagenfeld – Hohe Geschwindigkeiten und das Driften in Kurven, das Knattern der Motoren, Staubfontänen und Methanolgeruch – Eindrücke und Erlebnisse, von denen Levin Cording nie genug bekommen kann. Seit drei Jahren dreht sich bei dem jungen Wagenfelder, der am heutigen Dienstag seinen 14. Geburtstag feiert, alles um das Thema Sandbahnsport.

In der Ukraine groß gefeiert

Trotz der Pandemie war der junge Clubfahrer des MSC Heidering (im ADAC) im vergangenen Jahr sehr erfolgreich und absolvierte im vergangenen Jahr mehr als 20 Rennen, die ihn bis zu den Europa- und Weltmeisterschaften in die Ukraine und nach Tschechien führten.

„Für die Kinder und die Jugendlichen ist in der Pandemiezeit richtig was getan und geboten worden. Vielleicht sogar mehr als sonst, denn die Rennveranstaltungen der Profis lagen fast alle auf Eis“, sagt Mutter Jessica. Wegen der Corona-Auflagen seien diese nicht umsetzbar oder nicht kostendeckend gewesen. „In der Ukraine wurden die Kleinen ganz groß gefeiert.“

Mit 250 Kubik in die neue Saison

Der WM-Lauf in Diedenbergen mit Platz sieben bester Deutscher, in Leipzig Platz drei bei der Norddeutschen Bahnmeisterschaft und Platz zwei beim ADAC Bundesendlauf mit Sieg im Finale, dazu die Teilnahme an der EM, bei der Levin mit Motorenproblemen leider nur im hinteren Bereich landete, waren Stationen, die den Teenager, seine Familie und das ganze Team beeindruckten. Das letzte Rennen des Jahres im November in Neuenknick fuhr Levin erstmals mit einer 250-Kubik-Maschine, die er ab dieser Saison sein eigen nennen kann. „Der dritte Platz mit der Maschine war echt ein toller Einstieg“, strahlt er. „Damit macht das Driften noch mehr Spaß.“

In der neuen Saison wird Levin nach wie vor für seinen Heimatverein, den MSC Heidering Wagenfeld fahren, zudem in der Speedway-Liga Nord für den MSC Dohren und im Speedway-Teamcup für die DMV White Tigers des MSC Diedenbergen. Auch Läufe in der Norddeutschen Bahnmeisterschaft, liebevoll „zweite Bundesliga“ genannt und eine Teilnahme am ADAC-Nachwuchscup sind vorgesehen. Erst kürzlich wurde Levin in den ADAC-Weser-Ems-Förderkader aufgenommen. „Finanzielle Unterstützung ist in diesem Sport sehr wichtig, aber auch schwer zu finden, weil es eher eine Randsportart ist“, sagt Vater Timm. „Maschine und Ausrüstung, Wartung und Ersatzteile, dazu die Fahrten und die Lizenzgebühren für die Rennen – da kommt ganz schön was zusammen.“ Die Familie ist vor allem den Sponsoren der Region sehr dankbar, die Levin bei seiner Leidenschaft unterstützen.

MSC-Vorsitzender Jürgen Stumpe ist stolz auf den jungen, derzeit aktivsten Clubfahrer.
MSC-Vorsitzender Jürgen Stumpe ist stolz auf den jungen, derzeit aktivsten Clubfahrer. © Schubert

Viel gesehen, erlebt und erreicht hat Levin, seit er vor gut drei Jahren als Clubfahrer des MSC Heidering (im ADAC) auf eine Maschine stieg und seitdem Gas gibt. Als Zuschauer bei verschiedenen Rennen, unter anderem um die Deutsche Meisterschaft, hatte der damals Elfjährige „Blut geleckt“. Gepackt hatte ihn das Rennsportfieber schon lange. Denn Levin stammt aus einer Familie, die durch und durch vom Sandbahnsport „infiziert“ ist, und zu der Namen wie Dennis Möhlenpage, Sascha Stumpe sowie Jürgen und Rolf Stumpe zählen.

„So einen Sport kannst du nur ausüben, wenn die ganze Familie dahinter steht“, weiß Levin dankbar. Während Mama Jessica ihn alle zwei Wochen nachmittags zum qualifizierten Training bei Jugendtrainer Jörg Tebbe bis nach Dohren ins Emsland fährt und nach nicht ganz optimal verlaufenen Rennen auch mal einen unplanmäßigen Stopp in Krankenhäusern einlegt, ist Vater Timm vorrangig für die Organisation rund um die Teilnahme an Rennläufen zuständig. „Corona hat uns da ungewollt in die Hände gespielt, da ich mich im Moment vorrangig um Levins Rennsportkarriere kümmern kann“, sagt Vater Timm, der sich pandemiebedingt (er ist im Veranstaltungsbereich tätig) noch immer in 100-Prozent-Kurzarbeit befindet. Und auch ohne seinen versierten Techniker Sven Grohmann stünde Levin nicht da, wo er heute ist.

Konzentriert schraubt Levin oft mit seinem Techniker Sven Grohmann an seiner Maschine.
Konzentriert schraubt Levin oft mit seinem Techniker Sven Grohmann an seiner Maschine. © Schubert

Ohne Familie und Team geht gar nichts

Viel Herzblut, Disziplin und Ehrgeiz, aber auch ein Team und eine Familie, die voll und ganz hinter seinem Sport stehen, sind für Levins Fortkommen und die Erfolge unabdingbar. „Solch ein Hobby kann man nicht halbherzig angehen“, sagt Mutter Jessica, für die genaue Tagesplanung das A und O ist. Schließlich möchte auch Levins jüngerer Bruder Benett bei seinem Hobby Fußball auf seine Kosten kommen.

„Levins Herz schlägt für den Motorsport. Dem ordnet er alles unter“, sagt Mutter Jessica und erinnert sich an das Weihnachtsfest 2018, als Levins einziger Wunsch in Form einer eigenen Maschine unterm Weihnachtsbaum Wirklichkeit wurde. Noch darf sein PS-starkes Hobby die Oberhand behalten, denn seine Schulnoten an der Wagenfelder Oberschule geben keinen Grund zum Klagen.

Und dann sind da ja noch seine weiteren Hobbys wie Jugendfeuerwehr, Schießen und Trainieren im Fitnessstudio. „Das passt alles, denn diese Termine liegen an anderen Tagen“, sagt Levin.

Von Anja Schubert

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