„Ich ziehe meinen Hut“

Leni Rempe stellt Biografie über Fußball-Nationalspielerin Patricia Hanebeck vor

Die Autorin Leni Rempe macht auf ihrer Lesereise mit ihrer Biografie „Nachspielzeit – jede Minute zählt“ am 24. Oktober in Wagenfeld Station.  - Foto: Rempe
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Die Autorin Leni Rempe macht auf ihrer Lesereise mit ihrer Biografie „Nachspielzeit – jede Minute zählt“ am 24. Oktober in Wagenfeld Station.

Wagenfeld - Nach ihrem ersten Romans „Ferngesteuert“ hat sich die in Wagenfeld aufgewachsene und jetzt in Berlin wohnende Leni Rempe an eine Biografie über die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Patricia Hanebeck. Am Mittwoch, 24. Oktober, stellt die 25-Jährige „Nachspielzeit – jede Minute zählt“ in der Oberschule Wagenfeld vor. Die vom TuS Wagenfeld organisierte Lesung beginnt um 18.30 Uhr.

Rempe wird über ihre Biografie, ihr Erstlingswerk und anstehende Projekte berichten und ihre Bücher auf Wunsch signieren. Vorab berichtet sie im Interview über die Entstehung von „Nachspielzeit“ und ihr nächstes Werk. Die Fragen stellte Melanie Russ.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Patricia Hanebeck?

Leni Rempe: Patricia und ich haben uns über Facebook kennengelernt, und nach wenigen Nachrichten haben wir telefoniert und uns für das Projekt entschieden.

Wie funktionierte die Kooperation mit ihrer Protagonistin? War es eine Gemeinschaftsarbeit? Haben Sie viel abgesprochen, etwa den Aufbau des Buches oder die Auswahl der Gesprächspartner oder haben Sie selbst entschieden, welche Schwerpunkte sie setzen?

Rempe: Ja, das war eine Gemeinschaftsarbeit. Natürlich habe ich alles geschrieben, und wir haben uns getroffen, telefoniert und ganz viel über Kurznachrichten besprochen. Der Grund dafür ist einfach die Entfernung gewesen, denn ich lebe in Berlin und Patti in der Nähe von Nürnberg.

Sie haben einen tiefen Einblick in das Leben von Patricia Hanebeck bekommen. Gibt es etwas, das sie an ihr besonders bewundern oder das sie besonders bewegt hat?

Rempe: Natürlich ziehe ich meinen Hut vor dieser Karriere. Weltmeister zu werden und in der ARD in der Auswahl zum „Tor des Monats“ zu stehen, ist sehr bemerkenswert. Zurzeit geht sie übrigens einen der Jakobswege in Spanien. Bewegt hat mich der Tod ihres Vaters, der während der Arbeit des Buches starb. Wir haben das Buch auch ehrlich gesagt umgeschrieben, da viel auf ihn zugeschnitten war, aber der Tod hat natürlich alles verändert. Es war ziemlich unerwartet.

Ihr erstes Buch „Ferngesteuert“ war ein fiktiver Roman, ihr zweites ist eine Biografie. War es eine große Umstellung, sich an Fakten zu orientieren, statt der Kreativität freien Lauf zu lassen?

Rempe: Ja, es war natürlich eine Umstellung. Sich an Fakten zu halten, das bremst die Kreativität schon ein, und ich musste irgendwie etwas Leben in die Biografie bringen. Ob mir das gelungen ist, das muss dann der Leser beurteilen. Aber man muss zum Beispiel auch Zeiten absprechen, wann man telefoniert. Wenn ich einen fiktiven Roman schreibe, ist das natürlich anders und freier.

Im Sommer haben sie gesagt, dass sie erst mal kein weiteres Buch schreiben und sich ihrer Ausbildung widmen wollen, jetzt ist doch schon das nächste Buch mit „Goodbye-Deutschland“-Star Chris Töpperwien in Arbeit. Warum doch keine Pause vom Schreiben?

Rempe: Das ist richtig. Innerhalb von zwei Tagen musste ich meine Entscheidung zurückziehen. Chris hat mich angerufen, und wir haben uns über zwei Stunden am Hörer kennengelernt. Ich sollte ein paar Nächte darüber schlafen und ihm dann meine Entscheidung mitteilen. Ich bin durch meine Wohnung gelaufen und habe meinen Vater angerufen und ihn um Rat gefragt. Kurz danach habe ich mich bei Chris gemeldet und zugesagt. Manche Dinge sollte man einfach tun, wenn es sich gut anfühlt.

Worum geht es in dem neuen Buch?

Rempe: Es wird tatsächlich auch eine Biografie, allerdings nicht wie bei Patricia über die Karriere, sondern über sein ganzes Leben und vor allen Dingen über seine Auswanderung von Köln nach Los Angeles und seine TV-Shows. Bei ihm ist es der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär. Es macht viel Spaß mit ihm, und wir verstehen uns super.

Sie haben angedeutet, dass weitere Projekte in Planung sind. Können sie dazu schon Details verraten?

Rempe: Chris und ich nehmen auch ein Hörbuch auf. Wir finden das sehr spannend, und auch für diese Möglichkeit bin ich ihm dankbar. Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir eine Lesungstour machen. Weitere Projekte sind die Dinge, die ich im Ausland machen möchte.

Sie planen, drei Monate in Brasilien zu verbringen. Was machen sie dort? Was reizt sie an dem Land?

Rempe: Genau, ich freue mich da sehr drauf. Ich schreibe gerade in Berlin mein Abitur, da ich damals lieber arbeiten wollte. Jetzt bin ich fast 26 und sehe viele Dinge anders. Wenn Chris’ Buch in den Regalen steht, dann reise ich zunächst mit meiner Cousine Anna, und danach bleibe ich drei Monate in Brasilien, um in einer Schule zu arbeiten und um einfach eine andere Kultur kennenzulernen. Eine Freundin reist auch gerade durch Brasilien und hat mich darin bestätigt. Außerdem möchte ich danach, so ist der Stand zurzeit, für Ärzte ohne Grenzen in ein Entwicklungsland gehen. Ich habe ja medizinische Fachangestellte gelernt. Und über diese Erfahrungen könnte man natürlich auch wieder ein Buch schreiben.

Leni Rempe. Nachspielzeit – jede Minute zählt, Tredition Verlag, ISBN 978-3-7469-0095-7, 9,99 Euro.

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