Grundschulen benötigen Unterstützung

Lehrermangel Problem für Inklusion

Rehden/Wagenfeld - In Niedersachsen müssen nach Angaben des Kultusministeriums im seit gestern laufenden Schuljahr rund 2 900 Lehrer an unterversorgten Grundschulen aushelfen. Auch die Einrichtungen in Rehden und Wagenfeld haben mit fehlenden Lehrkräften zu kämpfen.

Die Grundschule der Samtgemeinde Rehden kann mithilfe von zwei Lehrkräften anderer Grundschulen, die insgesamt zehn Unterrichtsstunden übernehmen, und zwei eigenen Lehrkräften, die ihre Stundenzahl etwas aufgestockt haben, den Bedarf im Wesentlichen decken, wie Schulleiterin Annhild Pilgrim auf Nachfrage erklärt. Die Situation im Förderbereich der inklusiven Schule sieht sie dennoch kritisch. Um Schüler mit Förderbedarf sinnvoll zu unterstützen, bräuchte die Schule nach ihrer Einschätzung noch mehr Unterstützung.

„Alles nur ein Hin- und Hergeschiebe“

Unzufrieden ist man auch an der Auburg-Grundschule in Wagenfeld. Ein vernünftiger Unterricht sei kaum möglich, da einzelne Klassen auf andere aufgeteilt werden müssten, um alle Kinder zu beschulen, sagt Kerstin Klein. „Das ist alles nur ein Hin- und Hergeschiebe“, beklagt die Sekretärin in Vertretung des Schulleiters. Zwar erhält die Einrichtung Unterstützung durch abgeordnete Lehrer und eine neue Lehramtsanwärterin, doch gerade der sonderpädagogische Bereich bereitet den Verantwortlichen auch in Wagenfeld Sorgen. Im vergangenen Halbjahr hat die Schule laut Klein zehn zusätzliche Stunden durch abgeordnete Lehrer abdecken können. „Wir hätten aber noch mehr gebraucht“, sagt sie. Für wie viele Stunden die Einrichtung im laufenden Halbjahr Unterstützung bekomme, sei noch offen. Klein hofft, dass es wenigstens die gleiche Anzahl wird. Im regulären Unterricht übernehmen abgeordnete Lehrer derzeit 19 Stunden.

Grundschule Ströhen gut aufgestellt

An der Grundschule in Ströhen geht der Lehrermangel ebenfalls nicht spurlos vorüber, obwohl sie personell gut ausgestattet ist, denn sie muss mit sechs Stunden pro Woche andere Einrichtungen unterstützen. Die Unterrichtsversorgung ist laut Schulleiterin Waltraud Geers zwar trotzdem zu hundert Prozent gesichert, begeistert ist sie dennoch nicht. Ein Lehrer, der normalerweise ein Hauptfach unterrichte, könne dies nicht, wenn er einige Stunden an einer anderen Schule übernehmen müsse, erläutert sie. Dadurch sind auch in Ströhen Umstrukturierungen erforderlich.

Als besonders problematisch bewertet Geers, dass zum Teil Gymnasiallehrer an Grundschulen einspringen müssen, weil ihnen die Qualifikation im Umgang mit so jungen Schülern fehle. Da sie nur für eine begrenzte Zeit abgeordnet würden, sei eine vernünftige Einarbeitung kaum möglich. 

 mer

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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