22 Landwirte erhalten in Wagenfeld ihre Meisterbriefe/Festball in der Kaiserhalle/Vorsitzender mahnt zur Solidarität

„Aus Mitschülern sind Freunde geworden“

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Die erfolgreichen neuen Landwirtschaftsmeister mit den Kreislandwirten und Ausbilder nach der Übergabe der Urkunden.

Wagenfeld - Dass auch in der modernen Landwirtschaft das lebenslange Lernen Einzug hielt, bewies die Altersstruktur der 22 Landwirte, die am Samstag zum Landwirtschaftlichen Ball in Wagenfeld feierlich ihre Meisterbriefe erhielten. „Wir finden auf den Urkunden die Jahrgänge 1967 bis 1993, das lebenslange Lernen hört also nicht auf“, fasste es Wilken Hartje, einer der zwei Kreislandwirte zusammen.

Mit ihm war auch Tobias Göckeritz, Kreislandwirt aus Nienburg der Einladung gefolgt, um die „jungen“ neuen landwirtschaftlichen Meister in der Mitte der Landwirte zu begrüßen. Die Übergabe beim Ball hat Tradition und die 22 Absolventen hatten den ausdrücklichen Wunsch geäußert, gemeinsam in Wagenfeld zu feiern, über die Kreisgrenze hinweg.

Angetreten zu der zweijährigen Meisterausbildung waren 30 Kandidaten, 22 schlossen mit dem Meisterbrief ab, darunter drei Frauen und vier mit der Gesamtnote eins. Als Prüfungsbester schaute André Mahlstedt aus Stuhr auf die turbulenten zwei Ausbildungsjahre zurück: „Aus Mitschülern sind Freunde geworden. In unserer aller ganz besonderen Erinnerung bleibt die Exkursion nach Russland.“

Die Ausbildung schloss neben trockener Theorie zu Buchführung und betrieblichem Zahlenwerk aber auch Betriebsbesichtigungen und Blockunterricht mit „Feiern und Snacken“ ein. „In unserem Intensivkurs in Loccum holten wir dann das Versäumte nach und schlossen mit ganz guten Ergebnissen ab“, so Mahlstedt. Auch die Kneipen in der Osnabrücker Altstadt würden die Landwirte in „guter“ Erinnerung behalten.

Carsten Kühlcke, Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Bildungsbeauftragter, betonte sein Gefühl des Stolzes auf die erfolgreichen Absolventen, aber auch ein flankierendes Gefühl der Wehmut. „Unsere Zusammenarbeit war vertrauensvoll, konstruktiv und Zukunftsorientiert.“ Aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen für Landwirte, die ein hohes Maß an unternehmerischer Kompetenz der Landwirte voraussetzen, sei der Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung ein wichtiger Baustein der ständigen Weiterbildung. „Eure Betriebe spiegelten hervorragend Betriebsgröße, Struktur und Produktionsschwerpunkte in unserer facettenreichen Agrarregion wider“.

Dabei sind nicht alle Landwirte selbständige Landwirte, einige Teilnehmer arbeiten im Angestelltenverhältnis. Kreislandwirt Wilken Hartje (Landkreis Diepholz) appellierte an die Berufskollegen: „Engagiert euch in der Gesellschaft und das nicht nur unter Bauern.“ Sein Kreislandwirt-Kollege aus Nienburg, Tobias Göckeritz, schloss sich inhaltlich an.

Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins Diepholz, Wolfgang Johanning, wünschte sich in seinen Schlussworten mehr Solidarität unter Landwirten, keinen Neid und Missgunst, sondern reichlich Spaß an dem Beruf.“ Die Ballgäste scharten bereits mit den „Hufen“, denn die Kaiserhalle ist für rauschende Feste über die Grenzen bekannt.

„Mit Varrel können wir wohl nicht mithalten in Wagenfeld, dort öffnete man die Fenster, um die Gäste zum Ball herein zu lassen zu späterer Stunde“, plauderte Theo Runge, Vorstandsvorsitzender des Landvolkes Niedersachsen Kreisverband Grafschaft Diepholz aus dem Nähkästchen. Das wäre aber auch wenig sinnvoll gewesen, denn der Saal der Kaiserhalle war zum Ball sehr gut gefüllt.

sbb

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