Unersetzlich für Landschaftspflege

Schäfereien der Diepholzer Moorniederung fordern höhere Vergütung 

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Schafe leisten bei der Landschaftspflege in der Diepholzer Moorniederung einen wichtigen Dienst und sind nicht nur Maschinen zu ersetzen.

Der Lohn, den Schäfer bekommen, ist aus deren Sicht nicht angemessen. Sie fordern höhere Vergütungen.

Ströhen - Es gibt Bereiche, die sind so speziell, dass keine noch so moderne Technik die althergebrachte Arbeitsweise ersetzen kann. Moorlandschaften zum Beispiel. Nur Schafe können die ebenso schönen wie für den Kampf gegen den Klimawandel bedeutsamen Lebensräume wirksam offen halten. Doch der Lohn, den ihre Besitzer dafür bekommen, ist aus deren Sicht nicht angemessen.

Die sechs Schäfereien in der Diepholzer Moorniederung, die mit ihren Tieren Landschaftspflege betreiben, haben sich nun zusammengeschlossen und wollen mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbands Diepholzer Moorniederung (LPV) für eine bessere Vergütung durch das Land Niedersachsen kämpfen.

Schäfereien werben um Unterstützung

Bei einem ersten Treffen im Mai 2019 war die Idee entstanden, ein Positionspapier zu erstellen, das LPV-Geschäftsführerin Ulrike Ehlers Anfang November an Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies geschickt hat. Die Rückmeldungen waren überschaubar. In einem zweiten Schritt werben die Schäfereien nun bei weiteren Institutionen für Unterstützung.

In dem Papier heben sie hervor, dass sie mit der Landschaftspflege Aufgaben des Landes übernehmen, zu denen dieses gesetzlich verpflichtet ist. Gerade in Zeiten des Klimawandels werde diese kontinuierliche Pflege der FFH-Gebiete in der Diepholzer Moorniederung dringend benötigt. Mit der Aufrechterhaltung der zeit- und kostenintensiven Landschaftspflege „erfüllen wir eine gesellschaftliche Leistung, die sich nur aufrechterhalten lässt, wenn dieses von der öffentlichen Hand unterstützt wird“, so die Schäfer.

„Bedeutung für Landschaftspflege ist enorm“

Detlef Tänzer vom Landkreis Diepholz unterstützt diese Aussage. „Die Bedeutung der Schäfereien für die Landschaftspflege ist enorm.“ Denn wenn Maschinen die kleinen Birken und Sträucher abmähen würden, dann würden sie wieder aussprießen. Wenn die Schafe sie aber „anknabbern“, dann verkümmern die Pflanzen.

Für die Beweidung erhalten die Schäfereien zwar Fördermittel, die sind aus ihrer Sicht aber zu knapp bemessen. Die Kosten seien in den vergangenen Jahren gestiegen, die Förderung aber nicht mitgewachsen, beklagen sie.

Positionspapier

In ihrem Positionspapier fordern sie unter anderem eine kostendeckende Vergütung aus dem Vertragsnaturschutz, die Einführung einer Weidetierprämie pro Muttertier, geringeren Verwaltungsaufwand bei der Beantragung und Abrechnung von Projekten sowie eine fachliche Unterstützung und schnelle Entscheidungen bei akuten Themen wie dem Herdenschutz. Zwar würden Schutzhunde und Netze bezahlt, so Jörg Ermshausen von der Stiftung Bethel Schäferei Freistatt. Nicht aber die Mehrarbeit beispielsweise durch das tägliche Aufstellen der Zäune, für die zum Teil zusätzliches Personal erforderlich sei. Das könne existenzbedrohende Folgen haben, betont Ermshausen. Denn auch die Einkünfte aus der Vermarktung von Wolle und Fleisch deckten die Kosten nur zu einem geringen Teil. „Die Landschaftspflege durch Schäfereien ist dem Landkreis viel wert“, betont Detlef Tänzer. Darum schlage man auch vor, eine höhere Beweidungsprämie zu zahlen.

Allerdings ist auch nicht alles schlecht. „Es gibt schon eine positive Entwicklung“, sagt Ermshausen und nennt als ein Beispiel die Vertragspflege. „Da hat sich schon einiges getan.“ Aus seiner Sicht aber noch nicht genug.

„Tolle CO2-Bilanz“

Nach seiner Einschätzung passen Schäfereien, die Landschaftspflege betreiben, sehr gut in diese Zeit. Denn sie sind keine Mastbetriebe, ihre Tiere können sich unter freiem Himmel bewegen und bauen ihr Fleisch auf, indem sie das fressen, was in der Natur vorhanden ist und sonst keiner braucht. Ermshausen: „Das ist eine tolle CO2-Bilanz.“

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