Landjugend Ströhen errichtet in 72 Stunden einen neuen Spiel- und Rastplatz

„Toll, dass junge Menschen so etwas zustande bringen“

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Anpacken statt rumschnacken: Lena Meyer, Johanna Renzelmann, Alina Henke und Paulina Scholz (v.l.) werfen den Erdbohrer an.

Ströhen - Die Landjugend Ströhen hat ihre Mission erfüllt: In nur 72 Stunden haben die Mitglieder an der Fischertreppe an der Straße Hespos Wehr einen Rastplatz geschaffen. Wo vor wenigen Tagen noch Gras und Unkraut wucherten, stehen nun eine Schutzhütte, Bänke und Spielmöglichkeiten für Kinder. All das wurde bei der Einweihung am Sonntag ausgiebig getestet: Trotz ungemütlichem Wetter hatten sich zahlreiche Besucher auf den Weg zur Aue gemacht.

Dort werkelte die Landjugend bereits seit der Verkündung ihrer Aufgabe durch „Agent“ Olaf Möhl am Donnerstag. Jeden Morgen trafen sie sich um sieben Uhr und schufteten teilweise bis zwei Uhr nachts. Sie strichen, pflasterten, sägten, bohrten, schliffen, baggerten, betonierten, schaufelten und hämmerten. Schließlich legten die rund 50 jungen Männer und Frauen ihr Werkzeug rechtzeitig beiseite. „Was seid ihr für Streber – ihr seid eine Stunde zu früh fertig“, scherzte Gerrit Seevers von der niedersächsischen Landjugend nach getaner Arbeit. Ein Motto der 72-Stunden-Aktion sei „Statt rumschnacken – anpacken“ gewesen. „Das mit dem anpacken hat in Ströhen sehr gut geklappt“, lobte Seevers.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die solide Hütte bietet nun Schutz vor Wind und Wetter und zahlreiche Bänke laden zum Verweilen ein. Darüber hinaus hatten die Landjugend-Mitglieder ein Brückengelände gestrichen, einen alten Brunnen in einen Fliegenpilz-Tisch verwandelt, Mülleimer und Blumenkübel gebaut und Baumstämme in Fahrradständer umfunktioniert. Außerdem pflanzten sie Bäume, färbten einen tristen grauen Masten orange und verteilten Rindenmulch und Schotter. Kinder können sich in Zukunft an einer Wasserpumpe und einem Sandkasten austoben, ihr Gleichgewicht bei einem Hüpfspiel unter Beweis stellen oder auf zwei Enten und einer Raupe aus Gummireifen „reiten“.

Bürgermeister lobt

Landjugend als Vorbilder

„Wir müssen uns eigentlich bei dem ganzen Dorf bedanken“, sagte Lara Scholz, erste Vorsitzende der Ströher Landjugend, mit Blick auf die zahlreichen Helfer und Sponsoren, die die Aktion ermöglicht hatten. Überall habe die Landjugend Hilfe bekommen. Das bestätigte auch „Bauleiter“ Lars Rudkowski. Bei Problemen sei immer ein passender Ansprechpartner erreichbar gewesen – egal ob spät abends oder am frühen Morgen.

Nun hoffe die Landjugend, dass der Rastplatz gepflegt wird und lange erhalten bleibt, sagte Scholz. Diesbezüglich hatte Ortsvorsteher Hermann Tacke eine erfreuliche Nachricht für die Landjugend: Er kündigte an, dass die Nachbarschaft vom „Hakenmoor“ – zu der auch er gehört – die Patenschaft für den Rastplatz übernehmen will. Sie wollen dafür sorgen, dass die neue Anlaufstelle für Radfahrer ordentlich bleibt.

„Ich bin beeindruckt, was hier in so kurzer Zeit entstanden ist“, zeigte sich Bürgermeister Matthias Kreye begeistert. Die Landjugend habe bewiesen, dass die Jugend etwas bewegen kann. „Ich bedanke mich für die Vorbildfunktion für andere Jugendliche“, so Kreye. Es sei ein „wunderschöner Rastplatz“ geworden. Zusammen mit Tischler Mike Luersen überreichte er ein Holzschild mit der Aufschrift „72-Stunden-Aktion Landjugend Ströhen“, das nun die Hütte ziert. Damit wisse künftig jeder, wer den Platz gestaltet hat, sagte der Bürgermeister.

Spontane Gäste der Einweihung waren auch Mitglieder des Wohnmobiltreffs Wedemark (Region Hannover), die mehrere Tage lang die Umgebung erkundet und durch Zufall von der Aktion gehört hatten. „Das finde ich toll, dass junge Menschen so etwas zustande bringen“, fand Ursula Wilschinsky von der Gruppe. „Schon das Kuchenbüffet hat uns hier her- getrieben“, ergänzte Dietmar Grohs schmunzelnd. Für dieses hatten die Mitglieder der Landjugend, ihre Eltern oder andere Helfer in der Küche gestanden. Ein Auftritt der Kindertanzgruppe der Landjugend – „dey danzenden Wünnewöppe“ – rundete die Feier ab.

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