Landfrauen kochen eine Woche mit Grundschülern in Wagenfeld

Kernig, körnig, knackig

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Mit Begeisterung kochten die Grundschüler in Wagenfeld mit den Landfrauen.

Wagenfeld - „Als Körnlein gesät, als Ähren gemäht, gedroschen im Takt, gesiebt und gehackt, dann hurtig und fein, gemahlen vom Stein, geknetet und gut, gebräunt in der Glut, liegt´s duftend und frisch, als Brot auf dem Tisch“, das sagt eine Volksweise und so kennen die meisten Kinder Korn.

Aber was ist das eigentlich, Korn? Zumeist steht es in Tüten mit unterschiedlichen Bezeichnungen im Supermarkt-Regal fein gemahlen, ist weiß, manchmal hellbraun und hat hieroglyphische Zahlen auf der Titelseite. Wozu braucht man das „Zeug“? Denn Brot, Brötchen, Kuchen und Pizza kann man schnell auch vorne beim Bäcker oder den tiefgekühlten Pizzateig im Kühlregal kaufen.

Dass Kornsorten so viel mehr können, dazu waren eine Woche lang etliche landfrauen des Kreisverbandes Grafschaft Diepholz auch in der Auburg Schule in Wagenfeld zur geleiteten Kochaktion „Rund ums Korn“ unterwegs. Am Montag waren die Klasse 3a von Maria Horstmann und sechs Schüler der Koop-Klasse der Lebenshilfe mit Kerstin Weghorst, Tatjana Stephanek, Isa Weiß und Carina Buschmann in der großen Schulküche an der Reihe. Insgesamt umfasste die Kochschule sieben Klassen an sieben Tagen.

Auf dem Zubereitungs- und Speisenplan standen leckere und spannende Rezepte mit filmischen Namen: „Dumbos Kraftpaket“ in der Auflaufform, „Pizza-brötchen Graffito Klax“, „Rabe Rudis Maissalat“, „Lord Lollypops Knusperriegel“ und nicht zu vergessen: „Winnis Wunderwaffeln“.

Kochshows sind auch bei Erwachsenen der Hit. Warum sollten also nicht auch einmal die jungen Schüler an dieses entspannende Hobby mit viel Spaß, das Gemeinschaftsgefühl entwickelt und die Wertschätzung für die Produktion von Lebensmitteln fördert, herangeführt werden?

In schwarz-bunten Schürzen mit echten Kochmützen und den eigenen Namen versehen, startete Klasse 3a mit den Koop-Schülern. Doch bevor es an das eigentliche Kochvergnügen ging, erfuhren die Schüler viel wissenswertes über das volle Korn, über den gesundheitlichen Wert von Getreide, seinen Aufbau, Anbau und Verwendungszweck. Die neun Regeln des ABC des Kochens vom sorgfältigen Lesen des Rezeptes bis zur blitzblanken Küche nach dem Genuss vermittelten die Landfrauen spielerisch am Rande.

Schule und Landfrauen sehen die Kochwoche als wichtigen Bestandteil zur Gesundheitserziehung in Zeiten von Fertigprodukten, Hektik und voll gestopften Kalendern. Nach der Theorie können sicher alle Schüler beim nächsten Spaziergang mit den Eltern durch heimische Äcker die Getreidesorten zuordnen.

Vorbereitet und gekocht wurde gemeinsam und es gab viel zu tun, schnippeln für den Salat, systematisch garen und verrühren, mischen und abbacken für den Nudelauflauf oder die schwere Entscheidung zu fällen: Wie mögen wir die Waffeln eigentlich am liebsten? Schlicht, süß, schokig oder würzig? Die Entscheidung der 3a fiel auf klassisch mit dick Puderzucker oben drauf.

Wer gerade nicht kochte, war am Erlebnistisch gern gesehener Gast, um mit allen Sinnen Getreideprodukte und Arten zu erfühlen und zu ertasten. Wie selbstverständlich fiel das Tisch decken, dekorieren und die Vorbereitung auf das gemeinsame Essen aus. Schließlich wollten die Nachwuchs-Kochprofis ihre Speisen testen. Na ja, ein bisschen hatten sie das während des Kochens und Backens bereits getan, „aber so soll es sein“, meinten die Lehrmeisterinnen Diane Spreen, Anne Dunau und Meike Scheland am Montag.

sbb

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