Werke von Edgar Wüstefeld und Karin-Maria Menk

Kunst im DLZ: Tristesse der Wände hat ein Ende

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Gerade die Künstler kennen ihr eigenen Werke Edgar Wüstefeld (3.v.r.) und Karin-Maria Menk (2.v.r.), aber auch für sie ist die Einschätzung von extern sehr wichtig. Die beiden lauschen der Einführung von Brunhild Buhre (l.).

Wagenfeld - Die neue Ausstellung im Dienstleistungszentrum (DLZ) Wagenfeld beendet die Entzugserscheinungen der Mitarbeiter. Zur Begrüßung stellte Julian-James Mandviwala (Pate mit Bergmann & Mandviwala der Ausstellung) fest: „Wer die tristen Wände zwischen den Ausstellungen kennt, weiß wie erfreut wir alle sind, wenn es wieder losgeht.“ Sinn und Farbe an die Wände, damit ging es am Donnerstag los, und zwar mit den Kunstpreisträgern des von dem Verein Kunst in der Provinz ausgelobten Kunstpreises. Mit Edgar Wüstefeld (Sulingen) und Karin-Maria Menk (Heiligenloh), die beide im Jahr 2016 den Kunstpreis verliehen bekamen.

„Wir loben den Preis aus eigenen Mitteln alle zwei Jahre aus“, informierte Vorsitzende von Kunst in der Provinz Brunhild Buhre. Die Hürde, um ins Ranking und in die Auswahl vor die Jury zu gelangen, ist die Abgabe von 50 Arbeiten. „Entscheiden Sie hier, ob sie mit der Jury einverstanden sind“, lud Buhre die Gäste, unter denen viele Künstlerkollegen und Kunstinteressierte, zur Schau ein.

Mitten unter den Gästen hing das Gewinnerbild „Aufbruch“ von Wüstefeld. Buhre lag daran, aus der Begründung der Jury zu lesen: „Das eingereichte Bild tritt als ungegenständliche Farbkomposition entgegen wie als Abbild einer in den Farben verblassten Deutschlandflagge. Die schrundige, aufgebrochene Oberfläche nimmt die leuchtende Wirkung der Farben. Das Bild vermittelt vielschichtige Deutungsansätze im Hinblick auf nationale Identität.“ Wüstefeld ergänzte: „Es ist mein Statement zum Schutz der Bewahrung unserer von vielen Generationen erstrittener Demokratie, der Werte und einer zukünftigen für Menschen gerechten Zukunft.“ Wüstefeld liebte schon als Kind die Malerei und Architektur, „verkopfte“ wie er beschrieb, im Beruf als Jurist und fand glücklicherweise zu seiner Leidenschaft zurück.

Tiefgründig und ausdrucksstark

So genommen passt in dem Kontext der gewählte Titel der Ausstellung „Glück ist eine Kontrasterfahrung“ sehr gut. Weitere Titel seiner Bilder in Acryl tragen Namen wie Sport (bunte Vielfalt wie bei Segeln, Surfboards, Trikots), Kommunikation (goldgelb mit roten Mündern, Augen und Gesichter-Silhouetten) oder Veränderung (Farbigkeit durchdringt das harte Material Eisen, wie bei Gitterfenstern).

Nicht so progressiv, aber ebenso tiefgründig und ausdrucksstark ist seine Kollegin Karin-Maria Menk (2. Preis Kunstpreis 2016) vertreten. Die gelernte Chiropraktikerin und Reitlehrerin aus Heiligenloh, die ein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen absolvierte, lässt sich kaum festlegen auf einen bestimmten Stil. Ihre Bilder sind geprägt von Bewegung und beeindrucken in der Oberflächengestaltung. „Ich male schichtweise und mit dem schnell trocknenden Schellack“, erklärt die Künstlerin einem interessierten Gast. Die Oberfläche mutet wie die alten Meister erhaben und reduziert von jeglichem überschüssigem Farbauftrag flächig an.

Präzise und perfekt ausgewählte Motive

Das Zitat von Buhre des Komponisten Modest Petrowitsch Mussorgski „Kunst ist kein Ziel, sondern Mittel, Menschen anzusprechen“ fasste in dem Dialog. Flächen, die zart und dynamisch ineinandergreifen, Oberflächen wie poliert und mit Firnis überzogen mit inhaltvollen amorphen Formen oder Miniatur-Kreaturen, die Berge erklimmen aus Tälern blicken dem Besucher entgegen. „Ich liebe den Geruch von Pferden, wenn Karin Menk ihre Reithalle einmal im Jahr in eine Kunstausstellung verwandelt“, erklärt Buhre den Besuchern zu dem außergewöhnlichen Ort, an dem die Künstlerin wirkt.

Menk ist auch Bildhauerin und liebt offensichtlich das Schwierige. Um so präzise und perfekt ausgewählte Motive, mal figürlich abstrahiert, mal abstrahiert figürlich, zu kreieren, gehört viel Geduld. „Ihren Esprit zieht sie aus der Natur und dem Leben auf dem Land“, meint Buhre, die schon oft zu Besuch bei der Kunstpreisträgerin war.

Flankierend las Dichterin Anett Molyrier (Ehrenburg) zu den Bildern ihre Interpretation von Glück. Besucher sollten die Chance nutzen, Blicke auf die Werke der neuen Ausstellung bis zum 15. Juni zu werfen. - sbb

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