Viel Musik und ein bisschen Kabarett

Kulturkreis Auburg stellt neues Programm vor ‒ 2021 relativ gut überstanden

Lucy van Kuhl soll mit zweijähriger Verspätung im Mai in der Auburg auftreten. Im Gepäck hat sie Kabarett und Chansons.
+
Lucy van Kuhl soll mit zweijähriger Verspätung im Mai in der Auburg auftreten. Im Gepäck hat sie Kabarett und Chansons.

Der Kulturkreis hat das Jahr 2021 trotz Pandemie und weniger Besuchern relativ gut überstanden und plant auch für 2022 viele Ausstellungen und Konzerte.

Wagenfeld – Marita Kleemeyer, Vorsitzende des Kulturkreises Auburg, ist trotz der Omikron-Variante, die momentan wie ein Damokles-Schwert über allem schwebt, vorsichtig optimistisch. „Unter 2G und wenn nicht zu viele Leute kommen, müsste es gehen“, hofft sie vor dem Start des neuen Veranstaltungsprogramms des Wagenfelder Vereins. Das erste Halbjahr ist wieder gut gefüllt mit Ausstellungen, Konzerten und ein bisschen Kabarett. Nur auf das ausgesprochen beliebte Kulturfrühstück hat Kleemeyer verzichtet. Denn Essen vom Büfett und so viele Gäste, wie nur in die Auburg hineinpassen – das war schon lange vor dem Auftreten der Omikron-Variante, als die Vorsitzende das Programm zusammenstellte, keine gute Idee. Vielleicht sei es ja im Herbst möglich, hofft sie.

Durch das Jahr 2021 ist der Kulturkreis Auburg laut Kleemeyer einigermaßen gut durchgekommen, auch wenn die Veranstaltungen, die möglich waren, zum Teil ein Verlustgeschäft waren, weil nicht so viele Besucher kamen wie zu normalen Zeiten. „Aber die Leute, die da waren, haben sich gefreut, dass sie mal wieder raus durften“, berichtet die Vorsitzende. Die Einhaltung der 2G-Regeln habe hervorragend geklappt, die Besucher hätten auch ohne Aufforderung beim Eintreffen sofort ihre Impfnachweise gezückt.

Die Verluste bei den Veranstaltungen, die nicht von einem regionalen Unternehmen gesponsert wurden, hat der Kulturverein alleine getragen. „Ich habe den Künstlern immer das bezahlt, was vertraglich vereinbart war“, so Kleemeyer. Auch für 2022 ist der Kulturkreis noch in einer recht guten Situation. „Ich hab’ noch ein bisschen was in der Kasse“, sagt die Vorsitzende. Aber mehrere Jahre könne es nicht so weiter gehen. Sie habe auch schon versucht, an Corona-Hilfen heranzukommen, die gebe es aber nur in Notlagen – sprich, wenn der Kulturkreis quasi pleite ist.

Als Höhepunkt des ersten Halbjahres ist ein Abend mit der Chansonnière und Kabarettistin Lucy van Kuhl am Sonntag, 15. Mai, ab 20 Uhr (Eintritt 19 Euro) geplant. Sie hätte mit ihrem Programm „Fliegen mit dir“ eigentlich schon im Mai vergangenen Jahres in der Auburg vorbeischauen sollen, die Veranstaltung fiel aber dem Lockdown zum Opfer.

In ihrem Kabarett-Programm kommentiert Lucy van Kuhl, sich selbst am Klavier begleitend, die Tücken des Alltags – mal ironisch, mal in einfühlsamen Chansons. Sie erzählt von Konzertreisen mit der Deutschen Bahn, Kreuzfahrten oder Reisen in die Gedanken der Menschen. „Lucy van Kuhls Art zu musizieren und zu singen begeistert mich, ihre Worte sind poetisch und ironisch. Sie schafft ausdrucksstarke Bilder und setzt sie musikalisch ganz zauberhaft um“, sagt Konstantin Wecker über die Künstlerin, die in seinem Label „Sturm & Klang“ unter Vertrag ist.

Auftakt der neuen Veranstaltungssaison ist am Donnerstag, 20. Januar, um 19 Uhr mit der Vernissage zur Ausstellung „Gut behütet“ mit Porträts der Visbecker Malerin Annette Aschern. Zu sehen ist eine Auswahl aus allen Schaffensphasen der Künstlerin. Der Eintritt ist wie immer frei.

Achim Amme und Ulrich Kodjo Wendt (r.) bringen den Besuchern Ringelnatz näher.

Der Autor, Schauspieler und Ringelnatzpreisträger Achim Amme zeigt am Samstag, 19. Februar, ab 20 Uhr die vielen Seiten des Dichters Joachim Ringelnatz. In seinem Programm „Echt verboten!“ möchte er seinem Publikum den immer für eine Überraschung guten Menschen in seiner Tiefe wie auch in seinen literarischen Höhenflügen und Abstürzen näherbringen. Musikalisch begleitet wird er von dem Akkordeonisten Ulrich Kodjo Wendt, der unter anderem Film- und Bühnenmusiken komponiert. Eintrittskarten kosten 18 Euro und sind nur im Vorverkauf bei Betten-Scheland erhältlich.

Am Sonntag, 6. März, 17 Uhr (Eintritt: 18 Euro) geht es in der Auburg mit „Musique de Salon“, französischer Salonmusik der Jahrhundertwende, weiter. Das Bremer Ensemble Monika Arnold, Corinna Reynolds und Caroline Messmer spielt schwungvolle Walzer von Satie und Poulenc, Werke von Ravel und Fauré sowie Lieder der französischen Komponistin Cecile Chaminade.

Das Duo Energico, dessen Auftritt 2020 ebenfalls ausfiel, ist am Samstag, 9. April, ab 20 Uhr (Eintritt: 15 Euro) zu Gast. Bossa Nova, Bolero und sephardische Klänge aus dem mittelalterlichen Spanien stehen auf dem Programm. Esther Lorenz und Peter Kuhz nehmen ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch die spanisch- und portugiesischsprachige Welt.

Spielen französische Salonmusik: Monika Arnold, Corinna Reynolds und Caroline Messmer (v.l.).

Am Donnerstag, 19. Mai, um 19 Uhr soll die zweite Ausstellung „Gemalte Träume“ mit Ölbildern von Redzep Memisevic eröffnet werden. Die zumeist großformatigen Bilder des 1937 in Belgrad geborenen Künstlers zeigen Porträts, weibliche Akte, aber auch mythologisch geprägte Bilder, Fantasien und Tagträume, in deren Mittelpunkt Frauen stehen. Er verzichtet dabei weitestgehend auf gegenständliche Darstellung. Memisevic verbrachte unter anderem zwei Jahre an der Kunstakademie in Düsseldorf und lebt heute mit seiner Frau in Bad Salzuflen.

Das erste Veranstaltungshalbjahr endet mit dem traditionellen Konzert der Klavierschule Caroline Häberle (Samstag, 11. Juni, 18 Uhr, Eintritt frei) und einem Konzert des Frank Muschalle Trios (Samstag, 18. Juni, 20 Uhr, Eintritt: 20 Euro). Der Pianist Muschalle war schon häufiger in der Auburg zu Gast. Dieses Mal bringt er den Schlagzeuger und Sänger Dirk Engelmeyer und den Kontrabassisten Matthias Klüter mit. Die Besucher erwarten donnernde Boogies, gefühlvoller Blues und swingender Jazz.

Kartenvorverkauf: Eintrittskarten gibt es bei Marita Kleemeyer, Telefon 05444/415, E-Mail: marita.kleemeyer@betten-scheland.de sowie bei Monika Jahnke, Telefon 05444/1942, E-Mail: kd.jahnke@gmx.de

Von Melanie Russ

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an

Millionenprojekt nimmt Formen an
Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel

Diepholz: Kreuzung ist nun Kreisel
Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt

Unterkünfte werden noch benötigt
Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Fünf Standorte in Syke kommen laut Planungsbüro für Windkraftanlagen in Frage

Kommentare