Autorin Ulrike Siegel begeistert beim Landfrauenfrühstück mit „Bauerntöchter“-Geschichten

Kulinarisches und Literarisches

Ulrike Siegel las beim Frühstück des Landfrauenvereins Diepholz vor rund 160 Zuhörern aus ihren „Bauerntöchter“-Büchern. Fotos: Scheland

Wagenfeld - Von Gerhard Scheland. Kulinarisches und Literarisches hielten sich die Waage. Und ausreichend Zeit für angeregte Gespräche gab es auch. Annähernd 160 Mitglieder des Landfrauenvereins Diepholz füllten am Samstagvormittag bei der 14. Auflage des gemeinsamen Frühstücks, das am Jahresanfang längst einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Vereins einnimmt.

Gleich nach der Begrüßung durch Vorsitzende Ulrike Meyer aus Wagenfeld servierten Gitta Friesecke und ihr Helferteam sättigende Grüße aus der Küche des Central-Hotels: frische Brötchen und Brot, selbst gemachte Marmeladen, Käse, Wurst und Rührei, vitaminreichen Obstsalat und dazu Kaffee, Tee oder Saft. Wieder gewohnt schmackhaft. Das bescheinigten die Teilnehmerinnen durch lauten Applaus.

Gleich nach der kulinarischen Stärkung ging es literarisch weiter: Aus dem ländlichen Brackenheim in der Nähe des eher urbanen Heilbronn in Baden-Württemberg war die Autorin Ulrike Siegel angereist, um die Zuhörerinnen zwischen 18 und 80 mit überwiegend humorvollen Geschichten von Bauerntöchtern auf dem Lande zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken anzuregen.

Mühelos gelang es der 58-Jährigen, die Zuhörerinnen mit ihren Kurzgeschichten dermaßen zu begeistern, dass immer wieder Beifall aufbrandete. Eine ganze Stunde lang. Und ein langer Schlussapplaus machte der professionellen Autorin, Leserin und Erzählerin deutlich, dass sie nach ihrem Auftritt in Wagenfeld mehr als eine Handvoll neuer Fans zurücklassen würde. Zahlreiche Bücher aus der „Bauerntöchter“-Reihe, alle von der Autorin signiert, wechselten zum Schluss den Besitzer.

Ulrike Siegel, mit drei Schwestern auf einem Bauerhof im Zabergäu aufgewachsen, dokumentiert seit vielen Jahren agrarkulturelle Werte auf der Basis biografischer Lebensentwürfe. In ihren Büchern lässt sie Mädchen zu Wort kommen, die aus der Landwirtschaft kommen, und zeichnet damit ein für ganz Deutschland geltendes Bild von Menschen des bäuerlichen Berufsstandes. 70 Geschichten von Bauerntöchtern hat die Autorin herausgebracht – immer hautnah, stets mit einem Augenzwinkern und sehr persönlich. Elf Bücher hat sie veröffentlicht, drei davon sind im Buchhandel erhältlich, die übrigen bei der Autorin oder beim Landwirtschaftsverlag in Münster.

„Immer regnet es zur falschen Zeit“, „Gespielt wurde nach Feierabend“ und „Wie leicht hätte es anders kommen können“ waren die drei ersten Bücher, mit denen sich Siegel vor 17 Jahren als Autorin vorstellte. Inzwischen ist die „Bauerntöchter“-Trilogie als Sammelband erschienen, aus dem am Samstagmorgen der überwiegende Teil der vorgestellten Geschichten stammte.

Viele Zuhörerinnen fühlten sich in die Zeit des eigenen Heranwachsens zurückversetzt, in die Zeit, in der sie auf dem Acker bei der Ernte helfen mussten, während die Freundinnen auf dem Weg ins Freibad waren. Vor dem Hintergrund dieser spannenden Epoche der Agrargeschichte und der Tatsache, dass es damals keine reine Frauenliteratur gab, sei sie kurz nach der Jahrtausendwende auf die Idee gekommen, die Geschichten von anderen und deren Erlebnisse auf dem Hof zu überarbeiten und als Bücher herauszubringen, erklärte die 58-Jährige.

Vorsitzende Ulrike Meyer hatte bei der morgendlichen Begrüßung auch die Reizthemen in der Landwirtschaft angefasst und für die nächsten Veranstaltungen geworben: Die kleine Sommerfahrt des Landfrauenvereins führt nach Essen, Dortmund und Münster, und die große Sommerreise nach Masuren in Polen. Zudem machte sie deutlich, dass im Landfrauenverein alle Frauen richtig seien, die auf dem Lande lebten. „Wir bringen die Frauen zusammen. Wir netzwerken. Gemeinsam können wir viel erreichen. Mit mehr als 500 000 Landfrauen auf Bundesebene mehr als eine politische Partei.“

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