Konzert der Bremer Musical Company mit Witz und viel Gefühl

Berührende Interpretationen in Wagenfelds Kirche

Es wurde ein langer Musical-Medley-Abend. Informativ, lustig-listig, gesangsstark, gefühlvoll und beeindruckend. Dafür gab es vom Publikum stehende Ovationen und Applaus.
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Es wurde ein langer Musical-Medley-Abend. Informativ, lustig-listig, gesangsstark, gefühlvoll und beeindruckend. Dafür gab es vom Publikum stehende Ovationen und Applaus.

Brauns-Bömermann - Von Simone. WAGENFELDZugegeben: Wagenfeld ist nicht Shanghai, Zaragoza oder Kundus in Afghanistan. Den Interpreten der Bremer Musical Company unter der Leitung von Organist, Moderator und Entertainer mit Herzblut Thomas Blaeschke gefiel es aber trotzdem sehr am Freitag in der St.-Antonius-Kirche. „Unsere Spezialität ist es, Kultur und Gesang an unterschiedlichen Orten ins rechte Licht zu rücken“, erklärte Blaeschke. „Egal, ob wir im Soldatencamp im Kosovo, zwischen Wolkenkratzern in Shanghai oder in Wagenfeld in der Kirche spielen.“

Gespannt war das Publikum auf das angekündigte etwas andere Musical-Kirchenkonzert, das Ergebnis und Urteil fast kurz vor Mitternacht: Stehende Ovationen, Bravo-Rufe und Dankespfiffe für die vier Darsteller und Sänger, den Moderator und den Techniker.

Der versprochene schöne Abend war wirklich ein ganzer Abend geworden mit bunten, ideenreichen Musikstücken aus der Welt der Musicals. Sicher, die Stücke hatten alle irgendwie mit „Glaube, Liebe und Hoffnung“ zu tun, so der Name der neuen Konzertreihe, extra für Auftritte in Kirchen initiiert.

Aber in erster Linie war es ein Erlebnis fernab der überfüllten Musicaltheater der Metropolen, nah an den Künstlern, an den Themen und ein super Querschnitt bekannter Musicals nebst eigener Kompositionen und interpretierter weniger bekannter Songs.

Blaeschke als Moderator, der die Umziehpausen der Sänger mit einer Art „Wissen-Druck-Betankung“ für die Zuhörer überbrückte und die Lachmuskeln strapazierte, wurde schnell zum Held des Abends. Seine Praxis als Musikdozent in Hamburg kam mit den Zyklen „Theorie und Praxis“ in der St.-Antonius-Kirche an. Er legte Musical- und Hintergrundwissen vor, das Publikum hörte in den Stücken nach und hatte wieder dazu gelernt.

Sehr beeindruckend und eine echte Bereicherung für den Besuch in der Kirche war die gute Verständlichkeit der Texte. Die drei Stichworte Glaube, Liebe, Hoffnung im Hinterkopf hörte man die Texte unter ganz anderen Vorzeichen. Plötzlich, vielleicht gerade weil aus dem Zusammenhang des eigentlichen Musicals gerissen, erfuhren die Worte und Texte ihre wahre Bedeutung.

Ob der Klage-Liebes-Gesang von Tony an seine Geliebte Maria aus dem bekannten Musical „West Side Story“ mit der literarischen Vorlage von Romeo und Julia, der Gesang der Zigeunerin „Gott deine Kinder“ aus dem „Glöckner von Notre Dame“ von James Lapine, der kritische Song „Milch“ aus dem Musical „Elisabeth“ von Michael Kunze und Sylvester Levay oder „Ein kleiner Stern“ aus „Anastasia“, der Eigenkomposition aus Bremen von Autorin Nina Arena mit Co-Autoren Thomas Blaeschke und Sarah Dähn – die gesungenen Geschichten prägten sich ein.

Erst 2013 feierte das Familienmusical „Anastasia – Die rätselhafte Geschichte der letzten Zarentochter“ seine Weltpremiere auf der Bühne des Bremer Musical Theaters. Am Freitag standen die Co-Autoren in Wagenfeld auf der Kirchenbühne.

Mal vor dem Altar und den zuschauenden Aposteln im Chorraum in kleinem rotem Paillettenkleid für „Willkommen“ aus Cabaret, mal in 1950er Kostümchen à la Trude Herr, die keine Schokolade, sondern lieber einen Mann möchte, mal als Nonne Schwester Maria Amnesia aus dem Off-Musical „Non(n)sens“ der New Yorker Off-Musical-Szene oder Ikone Evita Peron aus dem Musical „Evita“ von Erfolgsautor Andrew Lloyd Webber.

Sänger und Akteure Sara Dähn, Dennis Egel, Nadine Bieber und Nina Rena „zauberten“ die gesamte Palette Musical-Geschichte nach Wagenfeld, Blaeschke schaffte die Überleitungen und lebt live die Idee: „We love to entertain you“.

Die Themen, die zum Leben gehören, die auch in Kirchen gehören, fanden Eingang. Die Natur und der schändliche Umgang mit ihr in „Pocahontas“, Ausgrenzung in „Das Phanton der Oper“, Individualität in „Linie 1“, Homosexualität in Freddy Mercurys „We will rock you“ .

Das Konzert war echt, authentisch, spontan, witzig und bezaubernd.

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