Konstruktiver Dialog der Tagungsteilnehmer auf europäischer Ebene in Ströhen

„Die subventionierte Unvernunft muss ein Ende haben“

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Die Bedeutung des Bodens verdeutlicht dieses Schaubild im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima.

Ströhen - Die subventionierte Unvernunft, wie zum Beispiel Energiemaisanbau auf Moorböden, muss ein Ende haben. Darin sind sich das Europäische Bodenbündnis und Professor Hans Joosten von der Universität Greifswald einig, heißt es in einer Pressemitteilung des Europäischen Bodenbündnisses, das in Ströhen in den „Moorwelten“ tagte (wir berichteten).

Der dem Moorschutz dienende nasse Anbau von Moorpflanzen, wie Schilf oder Rohrkolben, könne eine wirtschaftliche Alternative für Landwirte sein. Der Anbau von Torfmoos könne den Torfabbau teilweise ersetzen. Dieser noch nicht förderfähige Ansatz biete nicht nur Einkünfte für Landwirte und Torfindustrie, sondern diene auch dem Natur- und Klima-schutz, erläuterte Christian Steiner, Vorsitzender des Europäischen Bodenbündnis, das 200 Kommunen und Landkreise aus zehn europäischen Länder repräsentiert. Daher fordern Akteure aus Kommunen, Torfindustrie, Naturschutz und Landwirtschaft eine Neuausrichtung der europäischen Agrarsubventionen zur Verbesserung des Moorschutzes und damit des Klimaschutzes.

Stefan Wenzel, Niedersächsischer Umweltminister und Schirmherr der Jahrestagung des Europäischen Bodenbündnisses im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima Wagenfeld, stellte das aktuelle niedersächsische Moorschutzkonzept vor. „Dies fand in Brüssel bereits viel Beachtung und Anerkennung“, betonte Europas oberste Bodenschützerin in der Europäischen Kommission in Brüssel, Claudia Olázabal, die über die Beiträge der EU zum Moorschutz berichtete. So seien die europäischen Förderrichtlinien auf niedersächsische Initiative dahingehend geändert worden, dass nunmehr Moorschutzmaßnahmen finanziert werden.

„Die globale Bedeutung der Moore lässt sich daran ablesen, dass auf drei Prozent mit Mooren bedeckter Landfläche mehr Kohlenstoff gespeichert ist, als in allen Wäldern der Erde“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Damit sei der Boden nach den Weltmeeren der größte Kohlenstoffspeicher. „Die Entwässerung und der Abbau der Moore und die damit verbundene Freisetzung von Treibhausgasen muss ein Ende haben“, sagte Prof Joosten. Ein Hektar Acker auf Moorböden erzeuge in einem Jahr ebensoviel Treibhausgase wie 185000 Kilometer Autofahrt. Nur nasse Moorflächen könnten Kohlenstoff dauerhaft speichern. „Moor muss nass!”, so das Resümee des Moorfachmannes aus Greifswald in Ströhen.

Wie dies erreicht werden kann, haben circa 100 Teilnehmer aus fünf europäischen Ländern in Ströhen intensiv diskutiert. Die Ergebnisse wurden als Forderungen des Europäischen Bodenbündnis in der Wagenfelder Erklärung zusammengefasst und veröffentlicht.

Jan Grabowsky, Geschäftsführer des Europäischen Fachzentrum Moor und Klima, freute sich über den konstruktiven Dialog der Tagungsteilnehmer auf europäischer Ebene.

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