Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich bei Lütvogt über nachhaltiges Wirtschaften

„So konsequent habe ich es selten erlebt“

Dr. Roland Schröder (rechts) erläuterte Ministerpräsident Stephan Weil (2.v.r.) im Beisein von Dirk Lütvogt (links), welche Pflanzen auf dem Biodiversitätsdach wachsen sollen und welche Ziele das Forschungsprojekt der Hochschule Osnabrück verfolgt. Fotos: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Biodiversitätsdach. Kein ganz leichtes Wort, doch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil brachte es am Dienstag während seines Besuchs bei der Firma Lütvogt in Wagenfeld gleich beim ersten Mal fehlerfrei über die Lippen. Mit jeder Wiederholung fand er mehr Gefallen daran. „Es macht richtig Spaß, das Wort auszusprechen“, bekannte er bei einem kurzen Empfang im künftigen Logistik-Büro direkt an der neuen Lagerhalle, die das angesprochene Biodiversitätsdach trägt.

Weil war auf Einladung des Unternehmens „fritz-kola“, für das Lütvogt größter Abfüller in der Region ist, gekommen. Beide Unternehmen verbindet ihr Sinn für nachhaltiges Wirtschaften. Und das war laut Geschäftsführer Dirk Lütvogt auch eines der Themen, über die sich er, „fritz-kola“-Geschäftsführer Winfried Rübesam und Weil vorab in kleiner Runde austauschten.

Die Biodiversitätslandschaft hatten Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück im November vergangenen Jahres auf dem 10000 Quadratmeter großen Dach der 2018 errichteten Logistikhalle angelegt (wir berichteten). Sie möchten dort testen, welche Pflanzenarten der hiesigen Naturlandschaft sich für Dachbegrünungen jenseits eines simplen „Grünteppichs“ eignen und dieses Wissen für künftige Begrünungen nutzen.

„Es ist gut, dass es Unternehmen gibt, die das Investment nicht scheuen“, lobte Winfried Rübesam mit Blick auf das Dach und die Halle, die ebenfalls unter ökologischen Gesichtspunkten gebaut wurde. Sie besteht unter anderem aus einer Brettschichtholz-Konstruktion aus heimischer Fichte mit Lärcheholz-Fassade und Wandisolierung aus Altpapierflocken. Die Isolierung gegen den Untergrund erfolgte mit Glasschaumschotter aus Altglas.

„Familienunternehmen handeln verantwortlich, weil sie in Generationen denken“, sagte Weil. „Aber so konsequent habe ich es selten erlebt“, gab er zu. Er nutzte die Gelegenheit, um ein bisschen Werbung für die oft gescholtene EU zu machen, die das Projekt ebenso wie das Land Niedersachsen mit erheblichen Fördermitteln unterstützt hat. Laut Lütvogt werden durch diese Mittel 90 Prozent der ursprünglich geplanten Basismaßnahme finanziert. Zwischenzeitlich erfolgte Erweiterungen und die zusätzliche Bewässerungstechnik trägt demnach das Unternehmen allein. Die Gesamtkosten beziffert Lütvogt auf rund 400 000 Euro.

Die Fakten zur Halle nötigten dem Ministerpräsidenten Respekt ab, noch bevor er das Dach in natura gesehen hatte. Das wurde im Anschluss an den kleinen Empfang, an dem, Bürgermeister Matthias Kreye, zahlreiche Vertreter des Gemeinderates und Geschäftspartner Lütvogts teilnahmen, nachgeholt. Über die provisorische Wendeltreppe ging es hinauf auf das Biodiversitätsdach, das seinem Namen zwar noch nicht ganz Ehre macht, aber trotzdem schon beeindruckt. Wer ganz genau hinsah, der konnte sogar schon die ersten zarten Keimlinge sehen.

Über das, was dort in den kommenden Monaten wachsen soll, informierten die Mitarbeiter der Hochschule Osnabrück um Projektleiterin Prof. Kathrin Kiehl den Ministerpräsidenten bei einem Rundgang.

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