Kommunalwahl in Corona-Zeiten

Kontaktbeschränkungen erschweren Parteien Kandidatensuche und Wahlkampf

Bevor die Wähler bei der Kommunalwahl entscheiden können, in welcher Zusammensetzung die Parteien die Politik im Rathaus mitbestimmen können, braucht es Kandidaten. Die Parteien in Wagenfeld sind auf der Suche.
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Bevor die Wähler bei der Kommunalwahl entscheiden können, in welcher Zusammensetzung die Parteien die Politik im Rathaus mitbestimmen können, braucht es Kandidaten. Die Parteien in Wagenfeld sind auf der Suche.

Wagenfeld – Will man jemanden von etwas überzeugen und für etwas begeistern, dann geht das am besten im persönlichen Gespräch, von Angesicht zu Angesicht. Auch für Parteien auf kommunaler Ebene ist das persönliche Gespräch eines der wichtigsten Werkzeuge, wenn es darum geht, neue Kandidaten für eine Kommunalwahl zu gewinnen und die eigenen Themen unters Volk zu bringen.

Ohne Märkte, Veranstaltungen und Feiern müssen die Parteien in der Gemeinde Wagenfeld vor der Kommunalwahl am 12. September auf andere Kommunikationswege zurückgreifen. Soziale Netzwerke sind eine Alternative, aber auch die Telefondrähte laufen heiß.

„Die aktiven Ratsmitglieder führen aktuell viele Telefongespräche“, berichtet der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Stephan Kawemeyer. „Es ist schwieriger, Menschen am Telefon zu erreichen“, hat er festgestellt. Trotzdem habe die Partei schon vier bis fünf neue Kandidaten in Aussicht, darunter auch jüngere Menschen.

„Der Wahlkampf wird ganz klassisch über Wurfzettel, die Printmedien und soziale Netzwerke laufen“, erklärt Kawemeyer. Und auch in diesem Punkt wird es nicht ohne sehr viel mehr Telefonate gehen. Mit anstehenden Themen und Zielen habe sich der Gemeindeverband inhaltlich beschäftigt, auf einzelne Themen werde man auch in den sozialen Medien eingehen. „Aber es wird kein Wahlprogramm geben“, so Kawemeyer. Die Positionen der CDU seien durch ihre Entscheidungen und Äußerungen im Rat in den vergangenen Jahren ausreichend hinterlegt.

Der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) geht es bei der Kandidatensuche ähnlich. „Jeder hat ein paar Namen im Kopf, die man abtelefonieren kann“, berichtet der Vorsitzende Sven Wietelmann. Eine Zielgruppe sei coronabedingt besonders schwer zu erreichen. „Vor allem Mütter haben ein zeitliches Problem. Sie müssen aktuell 150 Prozent geben“, weiß Wietelmann. Gerade aus dieser Gruppe hätte die UWG aber gerne jemanden im Rat, weil dort viele wichtige Themen aus den Bereichen Schule und Kita beraten werden.

Die mögliche Befürchtung, dass Ratsarbeit – gerade in diesen Zeiten, in denen viele Familien überlastet sind – zu aufwendig ist, ist nach Einschätzung Wietelmanns unbegründet. Der zeitliche Aufwand sei überschaubar, sagt er für die UWG-Fraktion. Mit zwei bis drei Stunden pro Woche komme man aus. Etwa fünf Ratssitzungen und vorgelagerte Fachausschusssitzungen gibt es im Jahr, in den Ferien pausiert die Ratsarbeit. Die UWG-Fraktion treffe sich jeweils ein bis zwei Mal zur Vorbereitung der Sitzungen, so Sven Wietelmann.

Für den Wahlkampf „sind neue Konzepte gefragt“, weiß er. Die neuen Medien spielten dabei eine wichtige Rolle. „Aber es ist natürlich besser, mit den Menschen vor Ort zu sprechen.“

Die SPD hat ihre Kandidatensuche laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Hartmut Striek ebenfalls begonnen, hofft über den Wahlkampf aber auch auf weitere Mitstreiter, die sich abseits des Gemeinderates in der Sacharbeit der Partei engagieren wollen – beispielsweise in den meistens öffentlichen Ortsvereinsversammlungen. Das sei mindestens genauso wichtig. „Es ist generell schwierig, Kandidaten zu finden“, weiß Striek. „Wir sprechen schon Leute an, aber es muss auch thematisch passen“, betont er, dass es der Partei nicht in erster Linie um viele Kandidaten auf der Liste geht. Im Wahlkampf wollen die Sozialdemokraten die eigene Homepage sowie die sozialen Netzwerken verstärkt nutzen.

Auch die FDP hat laut ihrem Vorsitzenden Hans-Walter Scheland schon einige mögliche Kandidaten angesprochen und hofft, bei der nächsten Kommunalwahl mehr Namen auf der Liste zu haben als bei der vergangenen. „Wir werden den ein oder anderen anschreiben“, sagt Scheland mit Blick auf den kontaktlimitierten Wahlkampf. Darüber hinaus setzen auch die Liberalen auf die sozialen Netzwerke als Alternative zum persönlichen Kontakte.

Kommunalwahl

Die aktuelle Wahlperiode hat am 1. November 2016 begonnen und wird am 31. Oktober 2021 enden. Für die Kommunalwahl am 12. September können die Parteien noch bis zum 26. Juli Wahlvorschläge bei der Landeswahlleitung einreichen. Die nächste Wahlperiode wird bis zum 31. Oktober 2026 andauern.

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