Ströher Grundschüler lernen, sich zu behaupten und Konflikte zu vermeiden

Knifflige Aufgaben und Mutproben

Im Rahmen des Konzepts „Stark im Team“ konfrontierte Kursleiterin Damaris Freischlad (links) die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Ströhen in der Sporthalle mit kniffligen Aufgaben und kleinen Mutproben. Foto: Scheland

Ströhen – „Kinder wissen viel“, ist sich Kursleiterin Damaris Freischlad sicher. „Unbekannt ist ihnen aber vielfach noch, wie sie ihr Wissen im Alltag anwenden sollen und müssen“, ergänzte die Trainerin. Um das zu ändern, war die Bramscherin gestern und vorgestern in der Grundschule Ströhen zu Gast. Sie brachte den Dritt- und Vierklässlern das pädagogische Konzept „Stark im Team“ näher. Spielerisch, kindgerecht und zielorientiert vermittelte sie ihnen in drei Unterrichtsstunden Gewaltprävention zum Anfassen.

Am ersten Tag arbeitete die Trainerin mit den Sieben- und Achtjährigen der Klasse drei mit Klassenlehrerin Christine Lübbehusen, gestern mit den Neun- und Zehnjährigen der Klasse vier mit Klassenlehrer Robert Wendt. Finanziell getragen wurde die Gewaltprävention erneut vom Förderverein der Schule.

Wendt sah in dem Kursus aus pädagogischer Sicht „einen wichtigen Tag, um den Zusammenhalt untereinander und das Gemeinschaftsgefühl der Kinder zu festigen und gleichzeitig Möglichkeiten für eine verstärkte Teamarbeit aufzuzeigen“. Wendt gab zu, „dass wir diese Thematik im normalen Sportunterricht gar nicht hätten bewältigen können“. Als wesentliches Ziel des Aktionstages nannte er, „zu lernen, Probleme zu besprechen, das eigene Ego hintanzustellen und für möglichst jede Stresssituation gewaltfreie Lösungen zu finden“.

Einer der Jungs, die mit ebenso großem Ehrgeiz bei der Sache waren wie die Mädchen, war der zehnjährige Hugo Lieberenz: „Das ist heute eine schöne Abwechslung vom täglichen Lesen, Schreiben und Rechnen.“ Er fand es klasse, sich mit dem Thema Teamarbeit zu beschäftigen und gemeinsam mit den anderen Kindern nach Problemlösungen zu suchen. Zudem erinnerte er sich an die Hintergründe des Kurses noch aus dem Vorjahr. „Nur die Übungen sind ganz anders.“

Damaris Freischlad gliederte den Kursus in vier Module. Zunächst informierte sie die Kinder darüber, dass zu einem erfolgreichen Selbstbehauptungsseminar eine vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit gehöre. Danach folgten Spiele, bei denen die Mädchen und Jungen lernen sollten, einander zu vertrauen. „Ob man sich auf sich selbst und auf sein Team verlassen kann, zeigt sich zumeist erst dann, wenn neuartige und herausfordernde Situationen bewältigt werden müssen“, erklärte Freischlad zunächst und konfrontierte die Kinder dann mit kniffligen Aufgaben und kleinen Mutproben.

Anschließend mussten sich die Mädchen und Jungen deutlich und mit kräftigem Einsatz der eigenen Stimme behaupten, um so die Scheu vor der eigenen Stimme zu verlieren. Im vierten Unterrichtsteil vermittelte die Seminarleiterin den Kindern das neue Verständnis eigener Stärken, Schwächen, Potenziale, Grenzen und Bedürfnisse. Außerdem zeigte sie ihnen auf, wie Konfliktsituationen frühzeitig erkannt werden können, wie sie möglichst schon im Vorfeld zu vermeiden oder effektiv zu lösen sind. Alle Kinder hätten die alltagsnahen Übungssituationen hervorragend umgesetzt, resümierte die Trainerin.

„Ziel war und ist es schon seit Jahren, unsere Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, ihre individuellen Fähigkeiten zu entdecken und zu entfalten und damit ihren eigenen, unverwechselbaren Platz im menschlichen Miteinander zu finden“, begründete Schulleiterin Waltraud Geers die beiden Seminartage.  ges

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