Kulturkreis, Heimatverein und Gemeindearchiv laden ein

Apfeltag in der Auburg: Kernobst im Mittelpunkt

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Die Pomologin Ariane Müller kommt am Sonntag in die Wagenfelder Auburg. Das Bild zeigt sie und ihren Kollegen Dr. Dankwart Seipp bei einer Sortenbestimmung in Goldenstedt.

Wagenfeld - Kernobst im Fokus: Am Sonntag, 8. Oktober, 11 bis 17 Uhr, veranstalten der Kulturkreis Auburg, der Heimatverein Wagenfeld und das Gemeindearchiv Wagenfeld gemeinsam einen Apfeltag in der Auburg. Für die Gestaltung des Tages wurden die Pomologin Ariane Müller aus Osterbinde bei Bassum sowie der Wagenfelder Dieter Schwarze gewonnen.

Dieter Schwarze besitzt eine mobile Saftpresse, mit der er aus seiner eigenen Apfelernte Saft erzeugt. Beim Apfeltag wird er den Besuchern das Pressen der Äpfel vorführen und zudem verschiedene Apfelsorten ausstellen. Der frische, naturbelassene Saft ohne jegliche Zusatzstoffe kann dann sogleich gekostet und bei Bedarf auch erworben werden.

Ariane Müller aus Osterbinde ist im norddeutschen Raum als Pomologin (Obstkundlerin) bekannt. Im Juni 2016 gab sie zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Dankwart Seipp das Buch „Norddeutschlands Apfelsorten“ heraus. Dieses schnell zum neuen Standardwerk avancierte Buch beschreibt umfassend in Wort und Bild 147 für den norddeutschen Raum typische, vor allem ältere Apfelsorten, von denen viele längst in Vergessenheit geraten sind.

Ein paar Spielregeln

Anhand ihres Geschmacks, des Aussehens, der Form des Kerngehäuses, der Kelch- sowie Stielgrube, und weiterer Merkmale der Früchte vermag Ariane Müller die Sorte zu bestimmen. Auf diese Weise konnte sie schon häufig das Rätsel privater Baumbesitzer lösen, die nicht wussten, welche Apfelsorte in ihrem Garten gedeiht. Diese Gelegenheit besteht auch am Apfeltag in der Auburg. Ariane Müller wird nicht nur eine Vielzahl von Schaufrüchten mitbringen und für die Besucher ausstellen, sondern auch vor Ort Sortenbestimmungen vornehmen. Besitzer von Apfelbäumen, die gerne wissen möchten um welche Sorte es sich handelt, sind aufgerufen. mit ihren Früchten in die Auburg zu kommen. Die Kosten liegen bei zwei Euro je bestimmter Sorte. Damit die Chancen auf eine erfolgreiche Bestimmung möglichst hoch sind, gilt es ein paar „Spielregeln“ einzuhalten. 

Eine einzelne Frucht genügt nicht zur Bestimmung – es sind mindestens vier bis sechs typische Früchte einer Sorte mitzubringen. Dass heißt, es darf sich um keine ungewöhnlich großen und nicht um zurückgebliebene, kleine Früchte („Schrökels“) handeln. Zudem muss der Baum möglichst gut beschrieben werden: vermutetes Alter, Wuchsform, Blütezeitpunkt, Zeit der Fruchtreife und Zeit der Genussreife der Früchte. Bei der Vielzahl der vorhandenen Apfelsorten gleichen viele Sorten einander optisch und geschmacklich sehr, sodass Hinweise auf den Baum und dessen Eigenheiten oftmals den Schlüssel zur Zuordnung der Sorte liefern.

Am Sonntag wird zudem eine kleine Ausstellung über historische Obstbaum-Nutzung in Wagenfeld gezeigt. Für die Erstellung einer Heimatfibel zu diesem Thema sind die Standorte etwaiger Besonderheiten und besonders seltener historischer Sorten interessant sowie zur Gewinnung von Reisern zur Veredelung im kommenden Frühjahr.

Während des Apfeltages wird der Kulturkreis auf bewährte Weise für das leibliche Wohl der Besucher sorgen: zur Mittagszeit gibt es Pfannkuchen mit selbst gemachtem Apfelmus und zur Kaffeezeit – wie könnte es am Apfeltag anders sein – Apfelkuchen in den verschiedensten Variationen.

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