Planungsverfahren geht in nächste Runde

Gewerbegebiet Zur Mühle: Kein alternativer Standort möglich

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Gegenüber der ZF-Zufahrt soll eine breite Einfahrt ins neue Gewerbegebiet führen. Durch eine große, übersichtliche Kreuzung soll die Verkehrssicherheit auf der Barver Straße gewährt werden.

Wagenfeld - Schnell und unkompliziert konnte der Wagenfelder Rat die Tagesordnungspunkte seiner Sitzung am Dienstagabend abarbeiten, denn das meiste war in den Fachausschüssen schon vorberaten worden. Bauvorhaben, Finanzplanung und Personalien erhielten allesamt volle Zustimmung.

Unter anderem geht das Verfahren zur Ausweisung des „Gewerbegebiets Zur Mühle“ an der Barver Straße in die nächste Runde. Während der erneuten frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden waren nur wenige Stellungnahmen eingegangen, die eine Anpassung der Planung erforderten.

Während der Bürgerversammlung am 1. August hatte ein Bürger erklärt, es habe in dem Bereich in der Vergangenheit mehrere Verkehrsunfälle gegeben. Er regte an, eine Verkehrsberuhigung zu prüfen. Wie Planer Michael Schwarz erläuterte, ergab eine Nachfrage, dass sich nördlich des Plangebiets an einem kleinen Waldstück Wildunfälle ereignet haben. Unfälle neben dem Plangebiet gegenüber von ZF seien nicht bekannt. Dennoch habe die Gemeinde die Verkehrssicherheit im Blick, betonte Schwarz. So sei eine sehr breite Einmündung der Erschließungsstraße vorgesehen.

Die Kompensation für die Baumaßnahme soll über den großen Pool erfolgen, den die Forstinteressenten anlegen. Geschützte Tierarten werden laut Verwaltung durch die Planungen nicht beeinträchtigt. Die Äcker seien nur für wenige maßgebliche Arten ein geeigneter Lebensraum. Bei Begehungen im Mai 2018 und 2019 seien nur Rabenkrähen, Ringeltauben, Rehe und ein Feldhase gesichtet worden. Brut- und Ruhemöglichkeiten werde es zudem weiterhin geben, denn in der Umgebung gebe es Hecken und Gehölzgruppen, und auch im Gewerbegebiet selbst würden Büsche und Bäume angepflanzt.

Der Fachdienst Umwelt und Straße des Landkreises kritisiert, dass die Gemeinde nicht sparsam genug mit Grund und Boden umgeht, zumal sich die Fläche des Gewerbegebiets im Vergleich zur ursprünglichen Planung von 2018 vergrößert hat. Die Gemeinde müsse prüfen, ob sie statt intakter landwirtschaftlicher Flächen nicht brachliegende, beispielsweise ehemals militärisch genutzte Flächen nutzen könne, so die Behörde.

Aus Sicht der Gemeinde gibt es allerdings keine Alternative zu dem geplanten Standort. Sie habe Verfügbarkeit und Eignung anderer Flächen geprüft. Die angesprochenen vormals militärischen Flächen seien bereits umgenutzt worden, betonte Schwarz. Das sei dem Landkreis auch bekannt, denn er sei an den Maßnahmen beteiligt gewesen. Die Auburgkaserne wurde in ein Sondergebiet unter anderem für Saisonarbeitskräfte umgewandelt, die Patriot-Stellung in kleinen Teilen zu Gewerbegebiet und ansonsten für Freiraumnutzungen gewidmet. Das ehemalige Depot beherbergt unter anderem das Europäische Fachzentrum Moor und Klima.

Hinsichtlich des Immissionsschutzes folgt die Gemeinde der Empfehlung des Landkreises, sich zum Schutz umliegenden Anwohner gutachterlich beraten zu lassen. Vorgesehen ist, dass sich im äußeren Bereich des Gewerbegebiets nur nicht bis wenig störendes Gewerbe ansiedeln darf und Industrie nur im inneren Bereich. Ein Experte soll prüfen, ob diese Gliederung ausreicht oder weitere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Die um die Abwägung der Stellungnahmen ergänzten Planungsunterlagen werden nun erneut öffentlich ausgelegt.

Für die Ausweisung des „Gewerbegebiets Am Reuterhof II“ beschloss der Rat die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und Behörden. Mit der Planung soll der Unternehmer Reuter an der Straße „Am Reuterhof“ die Erweiterung seines Betriebes ermöglicht werden.

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