„KaHu“-Ausstellung in Wagenfeld eröffnet

Kandinsky und Hundertwasser inspirieren

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Marianne Kellermann-Hiller (5.v.r.) im Kreise ihrer Malschüler.

Wagenfeld - „Mit Pinsel, Farbe und Palette“ – so sind beispielsweise die Malkurse von Volkshochschuldozentin Marianne Kellermann-Hiller in Wagenfeld und Varrel kreativ und einladend betitelt. Seit Donnerstag erstrahlen die sonst eher weißen Wände des Dienstleistungszentrums (DLZ) Wagenfeld in den schönsten Tönen. Dank des Mutes und der Exponate von elf Malkursschülern von Kellermann-Hiller.

Zur aktuellen Eröffnung der Ausstellung „KaHu“-Malerei machten sich Brigitte Cording vom DLZ und Carmen Finkenstädt nicht nur allein zur Auflösung des Titel Gedanken. „KaHu“, nein das sei keine neue Papageiensorte, wobei das mit den knalligen Farben stimmen könne. „KaHu steht vielmehr für Kandinsky und Hundertwasser“, erläuterte Brigitte Cording, denn die Malschüler hatten mit ihrer Dozentin vor dem Entstehen der Bilder nach den bekannten Malern Wassily Kandinsky und Friedensreich Hundertwasser eine Ausstellung besucht und ihre Werke seien aus dem Gedächtnis mit eigener Interpretation entstanden.

„Es ging nicht ums Abmalen“, so Lehrerin Kellermann-Hiller. Ihr ginge es vielmehr darum, dass die Schüler „Sehen lernen“, denn das Malen aus dem Gedächtnis ist nur ein Baustein ihrer Lehrmethode.

Auch freies Malen gehöre dazu, ohne Themenvorgabe. Diese Eigenschöpfungen hingen im Obergeschoss des DLZ, auch sogenannte Pustebilder, wobei die Schüler die Begegnung mit der Leinwand mittels Strohhalm und Farbe als verlängertem Arm beginnen. Kreatives kam dabei heraus, teils surreal, frei interpretierbar und jeden Betrachter anders ansprechend.

Bereits 2012 stellte Kellermann-Hiller mit Schülern im DLZ aus und aktuell zur neuen Ausstellung hatte sie eigens dazu ein Werk als Collage erstellt: Darauf das DLZ, ein Bericht aus der Kreiszeitung und eine Traube abstrahierter Menschen, die in die Ausstellung strömen. „Um diese Ströme geht es uns“, beschreibt es Cording, so wollen wir immer wieder lokale und überregionale Künstler protegieren.

Die Aufgabenstellung „KaHu“, also etwas von Kandinsky oder Hundertwasser inspiriertes zu malen, war nicht leicht. Kandinsky hat 1910 in Aquarelltechnik das erste Bild gemalt, das nicht gegenständliches enthielt, sondern rein aus dem Wirkungsraum der Farbe aufgebaut war. Eine andere, fast gegenstandslos erscheinende Richtung des neuen Symbolismus vertrat Friedensreich Hundertwasser mit einer konsequenten Niederschrift linearer Bewegungen. Er beschäftigte sich mit Architektur und Umweltschutz.

„Meine Schüler haben mit der Inspiration der Ausstellung auch bereits vorhandene Bilder übermalt“. So beispielsweise Sylke Bukowski, die dadurch ein märchenhaftes Schloss mit Zwiebeltürmen kreiert. Verkaufserfolge stellten sich bereits ein: So war das Werk von Wolfgang Schwettmann mit den sanften Linienführungen und Windungen à la Hundertwasser bereits vor der Ausstellung verkauft.

Umweltschutz fand sich im Windrad von Günter Glückstadt wieder und zwar gleich als Double: Die Rotorblätter erscheinen wie eine strahlende Sonnenblume und Sonne. „Es sind wunderbare Werke entstanden“, die Meinung der meisten Gäste, die lange vor den Werken verharrten, um sie auf sich wirken zu lassen.

Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres zu bestaunen und wurde wieder in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kunst in der Provinz“ organisiert. Der nächste Malkurs der Volkshochschule mit Kellermann-Hiller beginnt am 15. November in Varrel und am 17. November in Wagenfeld jeweils von 17 bis 21 Uhr.

sbb

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