Klimaschutz-Demo auf Ströher Dorfplatz

„Jeder Mosaikstein zählt“

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Die Sechst- und Siebtklässlerinnen machten mit selbst gestalteten Plakaten auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam.

Ströhen – Andreas Lorch überlegt nicht lange, er handelt. In der vergangenen Woche habe er sich spontan entschlossen, zum weltweiten Klimastreik am Freitag auch in Ströhen eine Demonstration zu organisieren, berichtet er, während sich die Teilnehmer auf dem Dorfplatz versammeln.

Das Thema Klimaschutz und umweltschonende Techniken hätten ihn schon immer interessiert, begründet Lorch, der seit etwa 25 Jahren als Elektro-Ingenieur tätig ist und unter anderem in der Nutzung von Wasserstoff als Alternative zu fossilem Brennstoff großes Potenzial sieht, seine Initiative. In die Vorbereitung spannte der Unternehmer auch seine Mitarbeiter mit ein, die am Freitag auf dem Dorfplatz natürlich ebenfalls dabei sind und ein großes Banner schwenken.

Dass die Ströher Aktion größenmäßig nicht mit den übrigen Veranstaltungen der Region mithalten kann, stört Lorch nicht. „Jeder Mosaikstein zählt. Und jetzt haben wir etwas mehr Hebelkraft“, sagt er mit Blick auf die Aufmerksamkeit, die die großen Fridays-For-Future-Kundgebungen erhalten und die vielleicht auch etwas auf die kleinen strahlt.

Besonders freut ihn, dass unter den etwa 40 Teilnehmern auch neun Kinder sind. „Das sind Überraschungsgäste.“ Die Mädchen des sechsten und siebten Jahrgangs aus dem Gymnasium Sulingen und der Oberschule Wagenfeld beteiligen sich aus eigenem Antrieb und sind mit selbst gemalten Plakaten angerückt. Für alle neun ist es die erste Demonstration. An ihren Schulen seien die Fridays-For-Future-Demonstrationen kein großes Thema, berichten sie.

Etwa 30 Erwachsene aus Ströhen und Wagenfeld leisteten „Widerstand gegen Unverstand“.

Während die Erwachsenen noch auf dem Dorfplatz stehen und singend auf sich aufmerksam machen, ziehen die Mädchen los Richtung Grundschule. Sie gehen in die Klassen, verteilen Buttons mit Umweltslogans und erklären den Grundschülern, wofür sie demonstrieren. „Die Kinder fanden das gut und die Lehrer glaube ich auch“, berichtet Lysann zurück am Dorfplatz.

Die Erwachsenen haben mit ihrem Banner inzwischen ebenfalls eine Runde durch das Dorf gedreht. Ihre Motive für die Teilnahme gleichen sich. „Weil Klimaschutz wichtig für die Zukunft unserer Kinder ist. Wenn wir so weitermachen, zerstören wir die Erde“, sagt Tanja Hermjohannes, die mit ihrem 15 Monaten Sohn Paul dabei ist. „Klimaschutz geht jeden etwas an“, findet Imke Schweneker. Es gebe viele Möglichkeiten, selbst einen kleinen Beitrag zu leisten, etwa im eigenen Garten.

Und Klimaschutz ist nicht nur wichtig für die folgenden Generationen. „Es betrifft uns ja auch schon“, sagt eine ältere Teilnehmerin, die nach eigener Aussage vor allem im vergangenen Jahr aufgrund der lang anhaltenden Hitze mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.

Zum Abschluss marschieren Erwachsene und Schüler gemeinsam zur Kita, wo die Mädchen und Jungen neugierig am Zaun stehen. Auch sie machen in der DRK-Einrichtung schon erste Erfahrungen mit dem Umweltschutz. „Wir versuchen, soweit es geht, Plastikmüll zu vermeiden“, berichtet eine Mitarbeiterin. Außerdem lernten die Kinder frühzeitig, Müll richtig zu entsorgen und ihn nicht in die Umwelt zu schmeißen. Es sei wichtig, dass wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.

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