Jonathan Olbert zeigt „Lichtsammlung“ / Fotos weisen Weg zum Verstehen der Natur

Jedem kleinen Wunder Wert schenken

So voll war es bei der Eröffnung einer Fotoausstellung im Dienstleistungszentrum in Wagenfeld selten. Der Popchor unter der Leitung von Leta Henderson steuerte den musikalischen Teil bei. Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld – Mit „Ich gehe in Flammen auf“ interpretierte der Pop Chor Wagenfeld bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend den Enthusiasmus des Künstlers Jonathan Olbert. Was die zahlreichen Besucher im Dienstleistungszentrum in Wagenfeld erwartete, waren 24 fotografische Kunstwerke aus zehn Jahren mit sieben Aufnahmesystemen: archivfeste, lichtechte Mineral-Pigmentdrucke, gefertigt in Einzelauflage auf Bildträger aus reiner Pflanzenfaser.

Mit seinen 24 kosmisch wirkenden Makroaufnahmen verbindet Olbert das Ziel, dass die Betrachter den Weg zum Verstehen der Natur mit ihm teilen, die Geschenke der Natur sehen, und jedem kleinen Wunder Wert zu schenken. „Was ich tue? Ich sammle Licht“, beschreibt der Künstler seine Arbeit. Die Aussage erinnert stark an den Kinderbuchklassiker „Frederick“ von Leo Lionni und seine kleine Feldmaus, die Sonnenstrahlen und Farben für den Winter sammelt, statt Essen zu horten. Jonathan Olbert möchte seinem „Fotomodell“ Natur mit seinen Mitteln einen besonderen Stellenwert geben. Die Besucher, die er auf diese Entdeckungsreise mitnimmt, brechen an diesem Abend den Besucherrekord.

Einführen will Olbert selbst und trotz Lampenfiebers, wie er gesteht, meditiert er kurz und öffnet sich dann für sein Publikum: „Ich habe viele Zeilen geschrieben, was ich Ihnen sagen wollte. Doch die liegen jetzt unter meiner Schlafmatte. Dort liegen sie gut.“ Wie seine Werke lässt er sich Zeit und setzt sich doch richtig in Szene.

Er habe seinen Fokus für Motive geschärft, erklärt er. Selbst den kleinsten Details wie Blättern, Wassertropfen, Kerben, Rissen hat er seine Aufmerksamkeit geschenkt. Er habe bei seiner Arbeit in der Natur bei notwendiger Muße den Dingen Zeit gegeben. Den Gästen empfiehlt der Künstler: „Probieren Sie an den Werken aus, sich hinzugeben, sich hereinziehen zu lassen, Ihr Lieblingsmotiv mit Ruhe zu finden.“

Er mache diese Arbeit, um sich zu öffnen, zu spüren und zu genießen. Er trete mit der Natur in den Dialog und lege dann das Motiv für die Betrachter offen. „Ich erinnere mich bei jedem Motiv an das Wunder des Lebens“, so Olbert. Sein Kunstbegriff leitet sich nicht von Können ab. Er definiert Kunst als Erkennen. „Mich führen meine Gedanken, sie sind die Werkzeuge zum Handeln, die Natur streichelt mich dazu.“

Seine vier Wasserarbeiten, die verschiedene Oberflächen von Wasser zeigen, sind in drei Jahren entstanden. In ihnen scheinen sich Wasser und Wolken einander anzupassen. Olberts Ansatz vom großen ganzen Sein ist in ihnen spürbar. „Probieren Sie es aus: Betrachten Sie Details, und tun Sie einmal nichts mehr, als nur zu sein“, animiert er die Gäste.

Seine Werke tragen bewusst keine Titel, er wollte sie „nackt“ an den Wänden, und eigentlich wollte er auch gar nichts erläutern. Die Titel finden die Besucher auf einer separaten Tafel in Englisch. Warum die Ausstellung „Fuelle“ heißt, erklärt Jonathan Olbert so: „Ich meine damit nicht voll und Quantität, sondern Strahlkraft und Energie.“ Die Natur ist für den Künstler eine dauerhafte Energiequelle, die er mit Betrachtern teilen möchte. „Wir sind jetzt alle hier im Raum, der ist voller Energie, lasst sie uns teilen.“

Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. August und ist zu den Öffnungszeiten des Dienstleistungszentrums zu sehen.  sbb

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