Irish-Folk-Band „Woodwind & Steel“ begeistert Zuhörer in Wagenfeld

Grüne Insel in der Auburg

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Mit zahlreichen Instrumenten brachten die Mitglieder von „Woodwind & Steel“ das irische Lebensgefühl in die Wagenfelder Auburg.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Wer mitreden möchte, wie, wann und wo der neue Irische Hochkönig splitterfasernackt einen Hügel in Irland besteigt zum Sonnenaufgang, was die Iren seit neuestem frühstücken oder was der „Giant´s Causeway“ genau ist, der war am Freitag im Konzert in Wagenfelds Auburg. Die Antworten in Musik und Geschichten gab das Trio „Woodwind & Steel“, dass das irische Lebensgefühl und die große Liebe zur Grünen Insel im Herzen trägt und seit einem Jahrzehnt besingt.

Allerdings war das Irish- Folk-Konzert nicht allein ein Konzert, sondern eine echt menschliche Begegnung mit Ed und Ann O`Casey und Alex. Und da saßen sie sich gegenüber die Irlandfans und -fahrer, dessen Hände und Füße bereits im Mit-Clap-Modus warteten und die Augenlider sich auf „manchmal geschlossen“ bei den Balladen einstellten.

Ausverkaufte Erwartung in der Auburg, wie weit Irland es in die Weiten der Diepholzer Moorniederung nach Wagenfeld schaffen würde. Ganz dicht ins Herz, das zeigte das Publikum. Das Trio an Flöten von Tin-Whistle, die Blechflöte, Quer- und Holzflöten, der Rahmentrommel Bodhrán, Gitarren und Akkordeon entführte wie ihre Heimat in den schönsten Technicolor-Grüntönen oder wie es schon der legendäre „Man in Black“ Johnny Cash besang in „40 Shades Of Green“. Eben Irland pur.

Traditionelle irische Musik ist unter „Irish Folk“ weltbekannt. Seit dem 17. Jahrhundert entstanden rhythmische Musikstücke, die ohne instrumentale Begleitung gesungen wurden. Instrumente kamen bei der irischen Musik erst ab dem 18. Jahrhundert hinzu. Wichtige Themen wie Liebe, Leid, Sagen und überlieferte Geschichten, Ulk und Schalk oder nur ein Ständchen zum irischen Bier besang das quickfidele Duo aus Ed und Ann; Alex begleitete und genoss.

„We love to entertain you“ – Ed´s verschmitztes Versprechen an Wagenfeld gekoppelt mit der Bitte: „Klatschen und stampfen ausdrücklich erlaubt, Sie sind hier in einem irischen Konzert“. „Woodwind & Steel“ brachten die Gastfreundschaft, die von den Iren bekannt ist, mit ihren Liedern mit: Balladen, ausgelassene Trinklieder, überlieferte Volksweisen, mystisch, verträumte Klänge wie weiter Himmel, großes Wasser und ungebändigte Natur, aber auch Unterdrückung.

„Sie sind mehr als

willkommen in Irland“

Der Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit schwingt beim „Irish Folk“ latent mit. Mal easy und slow, mal heavy und fast nahm die Band ihr Publikum mit, Ed gab den super Tipp des Tages bei der Rundreise durch Irland: „Stellen Sie sich einfach mitten in eine Menge, schauen Sie verwirrt auf ihre Karte. Warten Sie. Ruck zuck sind mindestens fünf Iren da, um Ihnen zu helfen“. „You‘re more than welcome in Ireland – Sie sind mehr als willkommen in Irland.“

Ann war die Zauberin an den „Flutes“, das Fabelwesen aus Fairies und Feenmythen. Mit den Songs kam die Mentalität der Iren immer ein Stück näher: Irish zu sein, bedeutet wohl flott, verliebt, mystisch, lyrisch, echt, enthusiastisch, Heimat verbunden, gastfreundschaftlich und manchmal auch stur zu sein. Ed war auf jeden Fall mehr als ein brillanter Musiker und Sänger. Er war Entertainer, Geschichten- und Witzeerzähler, Schalk und Schauspieler. Verwandlungsfähig wie der irische Junge Jack Dawson alias Leonardo DiCaprio bei seiner Fastüberfahrt mit der Titanic, dann spielt er den „stinkenden Riesen“, den Haggis, aus einer der unzähligen irischen Sagen.

„Iren sind die besten Geschichtenerzähler und das machen sie mit viel Herzblut und meist zu Gesang und Musik“, verriet der, der es wissen muss: Ed. Tatsächlich ist Irland fast zehntausend Jahre wechselvolle Geschichte mit standfesten Menschen und großen Literaten, traditioneller Musik und umwerfender Natur. Nebelmorgen- und Stepptanzmusiken lösten einander ab, große Melancholie und Lebenslust hatten nebeneinander Bestand.

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