Eheleute Schuchard 70 Jahre verheiratet

Immer wieder „Ja“ zum Leben sagen

Elfriede und Eduard Schuchard lernten sich 1945 kennen und sind mittlerweile 70 Jahre verheiratet. - Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Ein langes Leben hält immer wieder Überraschungen parat, ein als Paar geführtes Leben auch, aber da teilt man Freude und Leid. Elfriede und Eduard Schuchard aus Wagenfeld, stehen sich seit 70 Jahren zur Seite und feierten am 29. März ihre Gnaden-Hochzeit.

Das Ehepaar lebt noch heute in ihrem Haus, für das sie im Herbst 1964 den Bauplatz in Bockel erwarben und bereits 1965 ihr Eigenheim gemeinsam mit den Eltern von Elfriede beziehen konnten. Der Weg nach Bockel führte von Ströhen nach Wagenfeld.

Eduard Schuchard wurde am 9. Juli 1926 in Ströhen geboren und hatte zwei jüngere Brüder. Bereits mit 14 Jahren nach Schulabschluss arbeitete er in der Landwirtschaft. Mit knapp 17 Jahren erhielt er seinen Einzugsbefehl und zog in den zweiten Weltkrieg. Mit viel Glück überlebte er die Kriegsstrapazen quer durch Europa, schlug sich kurz vor Kriegsende nach Ströhen durch. Wieder in der Heimat teilten ihn die Alliierten zum Milchfahren ein. Er lebte auf der einen, seine zukünftige Frau Elfriede, geborene Kording, auf der anderen Seite der Aue.

Ausgerechnet an der Aue beim Baden im Sommer 1945 lernten sich die beiden jungen Leute kennen und lieben. Bereits im März 1946 läuteten die Hochzeitsglocken zu geliehenem Hochzeitskleid und selbstgebranntem Schnaps. Dort wo Elfriede geboren wurde, am 2. März 1924, und aufwuchs, mit zwei Schwestern auf der Heuerstelle des Hofes Hake/Rieke wohnte das junge Ehepaar mit den Eltern der Braut und betrieb dort gemeinsam die Pachtstelle. Eduard fuhr weiterhin Milch und besaß als einer der ersten in Ströhen einen Traktor.

Drei Kinder gingen aus der Ehe hervor: Reinhard, Heinrich und Tochter Rita. Eduard arbeitete ab 1960 beim Baugeschäft Dietzmann in Wagenfeld und später im Betonwerk Niemeyer. Elfriede konnte, da ihre Eltern auf die Kinder achteten, zusätzlich zeitweise bei der „Lemförder Metall“ arbeiten.

„Wir hatten immer wieder Glück im Leben“, erinnert sich das Paar an die Genesung nach Eduards schwerem Unfall in der Steinpresse. „Aber auch Schicksalsschläge nicht zu knapp“, so die beiden. Denn die beiden Söhne sind bereits „gegangen“.

Täglich freuen sich die beiden Senioren über ihre vier Enkel und drei Urenkel. Tochter Rita Menge lebt in Barnstorf und besucht die Eltern regelmäßig. Am Jubeltag stieg die Feier im „Heidekrug“, quasi nebenan, mit knapp 40 Gästen und den 89- und 92-jährigen „Hauptdarstellern“ aus Bockel.

„Meine Mutter ist immer noch gerne in ihrem Gewächshaus im Garten und zieht ihre Blumen“, freut sich Tochter Rita. Der große Garten ist ein Außendomizil, dort wo Mitte der 1965 Jahre noch das obligate Schwein und ein paar Hühner gehalten wurden. 70 gemeinsame Jahre, das bedeutet bei den Schuchards: „Immer wieder „Ja“ sagen zum Leben, auch nach düsteren Tagen“. - sbb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

102 Tote in Venezuela - Maduro greift USA an

102 Tote in Venezuela - Maduro greift USA an

Nabu-Ferienprogramm im Jeersdorfer Gehölz und bei den Wasserbüffeln

Nabu-Ferienprogramm im Jeersdorfer Gehölz und bei den Wasserbüffeln

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Meistgelesene Artikel

Auszeit auf der Lohne

Auszeit auf der Lohne

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

Wohnhausbrand in Twistringen: Sechsjähriger spielte mit Feuerzeug

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

72-jähriger Motorradfahrer stirbt bei Unfall

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Kommentare