Corona und Bürokratie sind schuld

Imbiss Pohlys Snack Eck in Wagenfeld schließt im Dezember ‒ eine Nachnutzung ist in Aussicht

Beim Imbiss Pohlys Snack Eck in Wagenfeld ist am 22. Dezember Schluss.
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Beim Imbiss Pohlys Snack Eck in Wagenfeld ist am 22. Dezember Schluss.

Wagenfeld – Fast 19 Jahre hat Klaus Pohl-Schäfer den Imbiss „Pohlys Snack Eck“ in Wagenfeld betrieben. Am 22. Dezember gibt er den Betrieb auf. Wegen Corona und wegen der Bürokratie.

„Die Lust war vorher schon ein bisschen weg. Aber Corona hat mir dann den Rest gegeben“, begründet Klaus Pohl-Schäfer seine Entscheidung, Pohlys Snack Eck im Wagenfelder Ortskern zum 22. Dezember zu schließen. Vor fast 19 Jahren hatte der gelernte Fleischer seinen Imbiss direkt an der Ortsdurchfahrt eröffnet und im Laufe der Jahre um eine Brasserie und einen kleinen Saal erweitert, in dem bis zu 70 Gäste feiern und Vereine ihre Versammlungen abhalten konnten.

In diesem Jahr fiel das Feiern allerdings flach, und auch der Verzehr vor Ort erreichte nach dem Ende des ersten Lockdowns nicht das frühere Niveau. „Die Leute sind verhalten“, sagt Klaus Pohl-Schäfer. Der Mittagstisch sei wieder gut angelaufen, aber abends sei wenig los.

Klaus Pohl-Schäfer: Es bleibt zu wenig Geld übrig

Die laufenden Kosten und die Löhne seiner drei fest angestellten Mitarbeiterinnen habe er bisher immer bezahlen können, aber für ihn selbst sei unter dem Strich zu wenig geblieben. „Das Geld muss man immer im Auge behalten.“ Mit 55 Jahren noch Schulden zu machen, die er bis zur Rente abzahlen muss, das kommt für ihn nach eigener Aussage nicht infrage.

Zu den aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie kommt die Bürokratie hinzu, die Klaus Pohl-Schäfer die Lust an der Selbstständigkeit in der Gastronomie etwas verleidet hat. Bei den regelmäßigen Steuerprüfungen werde man immer als Krimineller behandelt, alles werde kritisch hinterfragt, nennt er ein Beispiel.

Der Gedanke an eine Aufgabe des Imbiss‘ reifte schon während des gut zweimonatigen Lockdowns im Frühjahr heran. Inzwischen hat sich der 55-Jährige an die Vorstellung gewöhnt, nicht mehr jeden Abend und die Wochenenden im Imbiss zu verbringen und künftig mehr Zeit fürs Privatleben zu haben.

Kündigung der Mitarbeiterinnen fällt besonders schwer

Besonders schwer ist ihm gefallen, seinen drei langjährigen Mitarbeiterinnen zu kündigen. „Die Mädels haben mir immer den Rücken freigehalten“, lobt er. „Wir haben ein sehr familiäres Verhältnis und oft zusammen gefeiert.“

Langeweile bekommt Klaus Pohl-Schäfer derzeit trotz des geringeren Betriebs nicht. Während im vorderen Bereich noch der Außer-Haus-Verkauf läuft, wird im Hintergrund schon kräftig ausgeräumt. Das gesamte Inventar gehöre ihm und müsse darum raus, berichtet er. Ab dem 22. Dezember steht dann noch die Abwicklung des Betriebs an.

Für die Räume zeichnet sich bereits eine Nachnutzung ab, ein Mietvertrag ist aber noch nicht unterzeichnet. Wie es für den 55-Jährigen im nächsten Jahr weitergeht, ist noch offen. „Eigentlich wollte ich aus der Gastronomie raus, aber irgendwie hänge ich auch dran“, beschreibt Pohl-Schäfer die zwiespältigen Gefühle, die ihn in diesen Tagen begleiten.

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