Musik aus Outback und den Weiten der Welt in der Auburg in Wagenfeld

„Ich habe gewartet bis ich bin“

Jeanine Vahldiek und Steffen Haß: Gewichtige Worte in mal zarte, mal rockige Musik verpackt. - Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Die Quintessenz einer mit Harfe, Gitarre und unzähligen Perkussionsinstrumenten gefüllten Bühne in der Auburg: „In negativen Gedanken ist keine Würde zu finden.“

„Woher nimmt die sympathische Harfenistin Jeanine Vahldiek aus Berlin nur diese Weisheit?“, schien das Publikum bereits zu Anfang ihres Konzertes in der Auburg in Wagenfeld zu denken. Die Band mit der Harfe heißt ihre Zwei-Mann-Frau-Band, Steffen Haß ist die gesamte Band mit seinen zahlreichen Schlaginstrumenten, sie spielt Harfe, liegende Hawaiigitarre und singt.

Aber es geht am Samstagabend nicht nur um Gesang und Instrumentation: Es geht um das richtige Gefühl. Dem war Jeanine lange Jahre nach ihrem klassischen Harfenstudium auf der Spur, gefunden hat sie es in der alternativen Musik auf Saiteninstrumenten nicht im quirligen Berlin, sondern bei ihrem achtjährigen Stopp im Lebenslauf in Australien, China und mitten im Wald, dort wo sie seit kurzem mit Steffen wohnt.

Sie bringt ihr Karma mit nach Wagenfeld, auch wenn der nächste Auftritt in Berlin-Köpenick ist, das ihr inzwischen viel zu laut und „zack, zack, höher, schneller, weiter“, wie sie plaudert, ist. „Stille“ heißt der Song als Resultat auf die Hektik und ihre Empfehlung an das Publikum: „Ich habe gewartet bis ich bin“, kommt darin als Text vor, denn in der Stille seien auch Fragen einmal stumm, was erholsam wäre.

Ihre Anmoderationen der eigenen Lieder sind aus dem Stegreif, ein Blick zu Steffen reicht, um Übereinstimmung zu finden. „Wenn morgen die Welt ihnen wieder die hektische Seite zeigt, denken sie an den Zauber der Welt und genießen sie ihn.“ Ruhige besonnene, fast weise Klänge wechseln sich mit Reggae artigen Rhythmen, mit einer Brise von Blue Grass, irischem Folk und australischen Outback-Tönen.

Wenn Jeanine „Knittel-Knirsch“ im Hirn verspürt, dann weiß die Sängerin, es geht um Erinnerungen. Ihr Song dazu: „Memories“, der schon mal funky klingt. Philosophisch und mit Ansatz in die Tiefenpsychologie geht es weiter aus dem Erfahrungsschatz der jungen Musikerin: „Am besten Einschlafen kann ich, wenn ich an Meer, Himmel oder Berge denke“, dabei ist sie sich ganz sicher, dass das Gehirn konditionierbar ist. „My Choice“, meine Wahl, ihr Tipp, denn man könne sich aussuchen, was man denke.

Überhaupt scheint das Komponieren im Wald gut zu klappen mit Freiraum zum Herausschreien der Träume und Gedanken, der Verarbeitung der Erlebnisse der Welt. Die Magie der Kraft und Ausgeglichenheit der zwei Musiker springt schnell über in der Auburg, die Augen werden geschlossen, die Klänge genossen. Mit Akzentuierung auf Einzeltöne in Steffens Perkussions-Welt und der Harfe als den Gesang von Jeanine untermalenden Soloinstrumentes bestechen.

Drei Tonträger voll mit dieser Erholungsmusik haben die zwei bereits produziert, an der vierten arbeiten sie. Wie eine Art aus fremden Ländern „importierte“ Musik-Hypnose mutet das Konzert der beiden Musiker an, im Hier und Jetzt und doch mit ihnen auf Reisen gedanklich. Gewichtige Worte in mal zarte, mal rockigere Musik verpackt, mit zart-kindlicher Stimme von Jeanine und dem richtigen Takt von Steffen. Chillen und Relaxen mit seelischem Mehrwert, ohne aufdringlich zu wirken.

In der Auburg wurden sie sehr nett aufgenommen, hatte sich das Duo lange um einen Auftritt beworben. In der Pause: Erste Kontakte zum regionalen Kultureinkauf durch Monika Büntemeyer vom Kulturverein „Kul-Tür“ für die Stadt Rahden. Also gut möglich, dass die Jeanine Vahldiek Band bald wieder in der Gegend zu hören ist.

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