Ostern offizieller Saisonstart in Ströhen

Hundedressur par excellence sorgt für ein Aha-Erlebnis im Tierpark

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Endlich wieder Elefanten im Tierpark Ströhen. Über die Dickhäuter freut sich Dr. Nils Ismer.

Ströhen - Von Horst Benker. Als wir uns dem Gehege der Kulane nähern, drehen uns die Halbesel spontan ihre Hinterteile zu und treten den Rückzug an. „Die unterscheiden sich deutlich von normalen Eseln, sie können ganz schön biestig sein“, erläutert Nils Ismer. Der Besitzer des Tierparks Ströhen und ich befinden uns auf einem Rundgang durch die weitläufige Parkanlage. Die offizielle Saisoneröffnung zu Ostern steht bevor. „Wenn wir etwas von den Kulanen wollen, wenn zum Beispiel eine Behandlung ansteht, geht ohne Betäubung gar nichts“, betont Ismer. Diese Vierbeiner sind vom Aussterben bedroht. Laut Ismer gibt es geschätzt nur noch etwa 500 Exemplare weltweit. Dies macht deutlich, welchen Wert die Tiere für den Tierpark haben.

Auf dem Weg zu den Kulanen haben wir den Serval passiert, der hoch auf einem Baumstamm döst. Die mittelgroße Wildkatze Afrikas genießt die an diesem Morgen noch recht spärlichen Sonnenstrahlen. Hinter uns liegen bereits die Aufnahmen der fotogenen Kattas und ein Blick in die Unterkunft der Gibbons. Bei ihnen hat sich vor etwa drei Wochen Nachwuchs eingestellt. Darauf ist der promovierte Tierarzt besonders stolz. „Das Paar lebt seit zehn Jahren zusammen, und die Tiere müssen sieben bis acht Jahre alt sein, bevor sie geschlechtsreif sind. Dies ist für uns der zweite Nachwuchs“, so der 42-Jährige. Die dunkle Gibbon-Mama hält ihr Junges fest im Arm. Es ist kaum zu sehen, geschweige denn zu fotografieren. 

In der natürlichen Freianlage und auf deren Gewässern leben Säugetiere und Vögel aus fünf Kontinenten. Es sind mehrere Dutzend Arten, die sich dort tummeln und jährlich zahlreiche Besucher anlocken. Nils Ismer kennt alle Arten und weiß Interessantes über sie zu berichten. Derweil treffen wir Nathaly Schopp an, die sich mit einem Rechen in einem der Gehege zu schaffen macht. Frühjahrsputz, damit alles zum Saisonauftakt hergerichtet ist und einen guten Eindruck macht. Ein freundliches Lächeln verbunden mit einem „Guten Morgen“ kommen herüber. Zehn Personen kümmern sich allein um die Tiere und die Anlagen.

Auf der Suche nach einem Tiger-Kater

Besonderes Interesse ziehen stets die sibirischen Tiger auf sich. Der kürzlich verstorbene Kater Akbar und seine Partnerin Amudaja haben mehrere Jungen aufgezogen. Bekannt wurde der Tierpark aber auch durch die Handaufzuchten kleiner Tiger, die von der Mutter nicht angenommen wurden. 

Hier machte sich insbesondere Almuth Ismer einen Namen, die unter anderem die Anfang des Jahres gestorbene Taimura aufgezogen hatte. Sie war „Einzelkind“ und vermutlich deshalb von Amudaja nicht angenommen worden. 

„Wir sind jetzt auf der Suche nach einem neuen Kater für die Beiden und stehen in Kontakt zu einem Zoo in Holland. Das Problem ist, dass die Population dieser Großkatzen sehr klein ist und deshalb die Gefahr der Inzucht besteht“, weiß der Tierparkbesitzer. Derweil beobachten uns die beiden Großkatzen zuweilen argwöhnisch. „Trotz Handaufzucht ist Taimura doch etwas scheu“, sagt der Veterinär. 

Nach einem kurzen Abstecher zu den Pumas geht es vorbei an den neugierigen Eseln zu den Kronenkranichen. Zwei von ihnen führen einen Tanz auf, als wir vor der Anlage stehen bleiben. „Ist das ein Balztanz?“, will ich wissen. „Nein, das liegt an Fine“, sagt Ismer schmunzelnd. Fine ist eine Deutsche Drahthaarhündin, die uns auf unserem Rundgang begleitet. Die Kronenkraniche zeigen sich ihr gegenüber kampfeslustig.

Mini-Hängebauchschweine neue Park-Bewohner

Die scheuen Hirschziegen dagegen bleiben auf Distanz, unter einem riesigen Baum stehend beäugen sie uns aus knapp 100 Metern Entfernung. Zutraulicher sind da schon die Axishirsche, deren Bock uns stolz sein Geweih präsentiert. Enten- und Gänsegeschnatter schlagen uns entgegen, als wir uns einer Teichanlage und der angrenzenden Aue nähern. Die Balzzeit des Wassergeflügels ist in vollem Gange. 

Nicht stören lassen sich davon Speedy und Sam. Die beiden Mini-Hängebauchschweine sind neu und bewohnen den Bereich „Bauernhof“ im Tierpark. Erworben wurden sie von einem Privatmann aus Wagenfeld. Eine große Anlage steht den sechs Erdmännchen und den drei Fuchsmangusten zur Verfügung. Dies ist die einzige in Fachkreisen bekannte Anlage, in der beide genannten Arten gemeinsam züchten. „Wahrscheinlich liegt es an der Größe ihres Zuhauses“, vermutet Dr. Ismer. 

Schräg gegenüber ein weiteres erfreuliches Ereignis: Nachwuchs bei den Ottern. Vor vier Jahren kamen deren Eltern aus dem Stadtpark Mannheim nach Ströhen. Auf den Anblick des putzigen Nachwuchses müssen die Besucher allerdings noch verzichten. Die Kleinen sind noch in ihrem warmen Nest. „Die kleinen Otter werden bestimmt ein Highlight“, ist der Tierparkbesitzer überzeugt.

40 kleine Araberfohlen genießen den beginnenden Frühling

Den ersten Nachwuchs in diesem Jahr hat es auch bei den Zebus gegeben, die ersten Hühnerküken sind geschlüpft, und rund 40 kleine Araberfohlen tummeln sich mit ihren Müttern im Auslauf und genießen den beginnenden Frühling. 

Beim Rundgang darf ein Abstecher zu den drei Elefanten natürlich nicht fehlen. Nils Ismer und das ganze Team sind stolz auf den Neuzugang. Und in der neuen Show wartet mit Supertalentsiegerin Alexa Lauenburger und ihren Hunden ein nicht alltägliches Ereignis auf die Besucher. „In Fachkreisen wird dies als die derzeit beste Hundedressur in der Zirkusszene in Europa bezeichnet. Dass sie hier bei uns in Ströhen gezeigt wird, hat zu einem Aha-Erlebnis geführt“, freut sich der Familienvater.

Generell fühlten sich die Artisten in der familiären Atmosphäre in Ströhen wohl. „Und es ist schön, von ihnen zu hören, dass sie gerne wiederkommen“, sagt Ismer.

Das neue Showprogramm 

Ab Karfreitag, quasi zum Saisonauftakt, präsentiert der Tierpark sein neues Showprogramm mit Supertalentsiegerin Alexa Lauenburger und ihren Hunden. Zudem werden in der 30-minütigen Präsentation auch Pferde dabei sein. Beginn ist um 15.30 Uhr. Montags bis freitags ist um 11 Uhr Tierschule mit Wolfgang Lauenburger, samstags, sonntags und feiertags jeweils um 11.30 Uhr. Um 14 Uhr gehen die Elefanten täglich zur Beschäftigungstherapie auf die Wiese. 

Über Ostern (Karfreitag bis Montag) gibt es jeweils um 13 Uhr Tierparkführungen. Ponyreiten schließt sich generell an allen Tagen um 14.30 Uhr an. Elefantenreiten wird es nicht geben. Nach dem Showprogramm gehen die Elefanten gegen 16 Uhr auf die Wiese. Sie werden beschäftigt, gewaschen, und bei angenehmen Temperaturen dürfen sie zum Baden in die Aue. Insgesamt geht das Showprogramm bis Oktober.

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