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Wagenfelder Wohnbau plant 15 Wohnungen an der Fritz-Cording-Straße

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Von: Melanie Russ

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Die Gebäude des Wohnparks auf dem Gelände des Hofs Reuter an der Fritz-Cording-Straße werden um eine zentrale Zufahrt herum angeordnet. Dort entstehen 15 Wohnungen.
Die Gebäude des Wohnparks auf dem Gelände des Hofs Reuter an der Fritz-Cording-Straße werden um eine zentrale Zufahrt herum angeordnet. Dort entstehen 15 Wohnungen. ©  Keese Ingenieure + Planer

Wagenfeld – Es ist ein Fleckchen Erde mit viel Geschichte. Die ältesten Aufzeichnungen zur Hofstelle Reuter an der Fritz-Cording-Straße in Wagenfeld reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Geschichte wird fortgeschrieben, allerdings mit einem ganz neuen Kapitel. Aus der Hofstelle wird ein Wohnpark mit 15 Wohnungen.

Wie berichtet, hatte die Wagenfelder Wohnbau das Grundstück von der Gemeinde Wagenfeld gekauft, die es nach Aufgabe der Hofstelle zum Jahreswechsel übernommen hatte. Die Gebäude sind weitestgehend abgerissen. Nur ein Rest des in den 1960er-Jahren errichteten Wohnhauses steht noch.

„Es war für mich eine Herzensangelegenheit, das Grundstück zu erwerben“, sagt Thorsten Paulussen, Geschäftsführer der Wagenfelder Wohnbau, der selbst in Neustadt aufgewachsen ist und sich dem Ortsteil nach eigener Aussage noch immer verbunden fühlt. Als die Frage aufkam, was mit der Hofstelle inmitten des neuen Baugebiets an der Fritz-Cording-Straße geschehen soll, nutzte er die Chance und gab ein Kaufangebot verbunden mit einem Wohnpark-Konzept ab, das Rat und Verwaltung überzeugte. Solche Wohnparks gebe es in vielen Städten und Gemeinden – auch in der Region, so Paulussen. „Wir haben uns mehrere Wohnparks angeschaut.“

Für Thorsten Paulussen von der Wagenfelder Wohnbau ist es eine Herzensangelegenheit, die Hofstelle Reuter in Neustadt neu zu gestalten.
Für Thorsten Paulussen von der Wagenfelder Wohnbau ist es eine Herzensangelegenheit, die Hofstelle Reuter in Neustadt neu zu gestalten. © Russ

Wichtig ist Paulussen, dass die Erinnerung an den Hof Reuter nicht verloren geht. Geplant ist darum, auf dem etwa 6 000 Quadratmeter großen Grundstück eine Infotafel mit Fotos und Informationen zur Geschichte aufzustellen. Auch die Anordnung der neuen Gebäude um eine zentrale Zufahrt herum deutet noch ein wenig Hof-Charakter an. Mit den Planungen wurde das Wagenfelder Büro Keese Ingenieure und Planer beauftragt. Auch alle übrigen Arbeiten seien an Firmen aus Wagenfeld oder der näheren Umgebung vergeben worden, betont Thorsten Paulussen.

Der Wohnpark ist in seiner Bauweise auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten, aber keineswegs nur für sie gedacht. So gibt es in den Wohnungen beispielsweise keine Schwellen, die zu Stolperfallen werden können, im Mehrfamilienhaus ist ein Fahrstuhl vorgesehen.

Die Zufahrt erfolgt etwa an der gleichen Stelle wie bisher und endet in einem Kreisel. Rechts der Zufahrt entsteht ein Reihenhaus mit drei zweigeschossigen Eigentumswohnungen. Auf der linken Seite sind zwei eingeschossige Doppelhäuser geplant, deren Wohnungen vermietet werden sollen. Im hinteren Bereich entsteht ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit acht Eigentumswohnungen, davon eine barrierefrei. Die „Enden“ des Gebäudes sind leicht angewinkelt und komplettieren so den Gebäude-Rahmen rund um die Zufahrt.

Nach den ursprünglichen Plänen sollte das alte Wohnhaus erhalten bleiben und als Funktionsgebäude genutzt werden. Laut Thorsten Paulussen stellte sich aber heraus, dass ein Umbau inklusive energetischer Sanierung zu teuer gewesen wäre. Darum muss es weichen. „Wäre es ein Fachwerkhaus gewesen, hätten wir es erhalten“, sagt Paulussen. An seiner Stelle wird ein Gebäude mit Fachwerkfassade errichtet.

In energetischer Hinsicht sollen die Gebäude laut Paulussen dem KfW40-Standard entsprechen. Im Funktionsgebäude wird eine Pelletheizung installiert, die alle Gebäude des Komplexes versorgt. Die Dächer erhalten teilweise Solaranlagen zur Warmwassererzeugung. Und jeder Parkplatz wird mit einer E-Ladesäule ausgestattet.

Rundherum wird alles begrünt. Um die Pflege müssen sich die Bewohner allerdings nicht kümmern. „Die Gartenflächen werden von uns gepflegt“, so Paulussen.

Ein paar Eichen wurden gefällt, weil sie von innen bereits abstarben.
Ein paar Eichen wurden gefällt, weil sie von innen bereits abstarben. © Russ

Die wuchtigen Eichen tragen ihren Teil zum Charakter einer Hofanlage bei, trotzdem mussten ein paar von ihnen weichen. Der Bestand entlang der Fritz-Cording-Straße und eine große Eiche im hinteren Bereich bleiben erhalten. Vier Eichen rechts neben der Zufahrt wurden nach Begutachtung eines Baumkletterers und in Absprache mit der Verwaltung dagegen gefällt. Ein Teil war im Innern bereits verrottet, der Rest wäre nach Fällung der absterbenden Bäume frei im Wind stehend umsturzgefährdet gewesen. „Sonst hätten wir sie stehen lassen“, betont Paulussen. Baumanpflanzungen sind aber ebenfalls geplant – entlang der Zufahrt und im hinteren Bereich des Grundstücks. „Es soll schon viel Grün da sein“, erklärt Paulussen.

Baubeginn ist im Sommer oder Herbst, die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant. Mit dem Baustart wird auch die Vermarktung durch die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz beginnen. „Einen Verkaufspreis für die Wohnungen können wir noch nicht nennen“, sagt Paulussen mit Blick auf die unsichere Kostenentwicklung im Baugewerbe.

Am Entenplatz errichtet die Wagenfelder Wohnbau derzeit vier Doppelhäuser. Die Fertigstellung ist für Juni/Juli geplant.
Am Entenplatz errichtet die Wagenfelder Wohnbau derzeit vier Doppelhäuser. Die Fertigstellung ist für Juni/Juli geplant. © Russ

Für einen kleinen Schockmoment hinsichtlich der Finanzierung sorgte die Entscheidung der Bundesregierung, die KfW40-Förderung auslaufen zu lassen. Die Wagenfelder Wohnbau hofft nun auf die bereits angekündigte Nachförderung, deren Konditionen aber noch nicht feststehen. Paulussen räumt in diesem Zusammenhang gleich mit möglichen Gerüchten auf, das Projekt könne auf der Kippe stehen: „Wir bauen auf jeden Fall.“

Gute Fortschritte macht auch das Wohnprojekt am Entenplatz. Dort errichtet die Wagenfelder Wohnbau vier Doppelhäuser, deren Fertigstellung für Juni/Juli geplant ist. Auch dort werden alle acht Wohnungen altersgerecht eingerichtet, und jede bekommt einen kleinen Garten. Laut Paulussen sind schon alle vergeben. „Das spiegelt die Nachfrage nach innerörtlichem Wohnen wider.“

Von Melanie Russ

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