Lütvogt steuert mit neuer Halle gegen

Hitze seit März bringt Abfüller an ihre Grenze

+
Bei der Firma Lütvogt in Wagenfeld tut sich in Kürze etwas: Ende Juli soll der Bau der neuen Halle beginnen. Dadurch soll sich künftig die schwierige Liefersituation im Sommer entspannen.

Wagenfeld - „Just-in-time“-Lieferungen sind heutzutage in vielen Branchen üblich, denn Lagerfläche kostet Geld. Das funktioniert, solange sich Nachfrage und Produktion die Waage halten. Doch wenn die Nachfrage plötzlich emporschnellt, gerät das System an seine Grenzen. Getränkeproduzenten machen diese Erfahrung in jedem Sommer.

„Die Branche ist verletzlich. Wir sind nicht in der Lage, die Saison sauber abzubilden“, bringt es Dirk Lütvogt, Geschäftsführer der Wagenfelder Friedrich Lütvogt GmbH, auf den Punkt. Im Sommer sei der Absatz doppelt so hoch wie im Oktober oder November. In diesem Jahr kommt erschwerend hinzu, dass die hochsommerlichen Temperaturen praktisch seit März anhalten. Kurze kühlere Perioden wie in den vergangenen Tagen bringen laut Lütvogt kaum Entspannung.

Hocheinsatzbereite Mitarbeiter

In den vergangenen Jahren habe sein Unternehmen – vor allem dank seiner hocheinsatzbereiten Mitarbeiter – immer noch liefern können, wenn andere schon schwächelten. „Wir haben eine tolle Mannschaft“, betont Lütvogt. Die muss derzeit auch am Samstag bis zum Nachmittag ran, obwohl eigentlich eine Fünf-Tage-Woche vereinbart ist. Denn aufgrund der lang anhaltenden Hitze und des stetig steigenden Absatzes „sind auch wir an unsere Grenzen gekommen“, so Lütvogt.

Großkunden mussten daher schon mal zwei Tage auf ihre Lieferung warten. Bei den kleineren Kunden setzt der Wagenfelder Produzent dagegen auf Pünktlichkeit. „Wir liefern auch an Start-up-Unternehmen. Da sind wir in einer besonderen Verpflichtung“, stellt der Geschäftsführer heraus. Denn werde ein Jungunternehmen nicht länger beliefert, könne im schlimmsten Fall dessen Existenz auf dem Spiel stehen. Kleine Liefermengen bedeuten allerdings auch einen erhöhten Aufwand in der Produktion.

Als weiteres Problem neben der hohen Nachfrage nennt Lütvogt die fehlende Verfügbarkeit von Leergut bei Wasser in Glasflaschen.

Bestandspuffer dank neuer Halle

Um die Situation etwas zu entspannen, plant Lütvogt den Bau einer 10.000 Quadratmeter großen Halle (wir berichteten). Der Baubeginn ist für Ende Juli anvisiert. Der erste Teil der Halle soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, ab März 2019 sollen die zweite Hälfte und die Verladehalle errichtet werden. Ziel Lütvogts ist es, dort künftig im Januar und Februar einen Bestandspuffer für den Sommer aufzubauen.

Mit der Fertigstellung der Halle soll sich auch die Verkehrssituation an der Straße „Am Hundeort“ entspannen. Sie wurde bekanntlich in einem Teilbereich in eine Einbahnstraße umgewandelt, damit dort der Lieferverkehr halten kann. Künftig werden die Lkw auf einem firmeneigenen Parkplatz auf ihre Abfertigung warten. Er sei dankbar für das Verständnis von Verwaltung und Bevölkerung für die derzeitige Verkehrsbehinderung, die sein Unternehmen verursache, betont Lütvogt. 

mer

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Türkische Opposition fürchtet weiter Repressionen

Türkische Opposition fürchtet weiter Repressionen

Nur Platz zwei nach Werth-Desaster beim CHIO

Nur Platz zwei nach Werth-Desaster beim CHIO

Das sind die acht schönsten Strände am Gardasee

Das sind die acht schönsten Strände am Gardasee

Das Werder-Donnerstagstraining

Das Werder-Donnerstagstraining

Meistgelesene Artikel

Lagerhalle an Dresdener Straße steht in Flammen

Lagerhalle an Dresdener Straße steht in Flammen

Roller-Trio flüchtet nach Diebstahl: 15-Jährige schwer verletzt

Roller-Trio flüchtet nach Diebstahl: 15-Jährige schwer verletzt

Nach 35 Jahren: Exotische Pflanze blüht endlich auf - doch keiner kennt ihren Namen

Nach 35 Jahren: Exotische Pflanze blüht endlich auf - doch keiner kennt ihren Namen

Eine Ampel soll die B51-Auffahrt in Nordwohlde vereinfachen

Eine Ampel soll die B51-Auffahrt in Nordwohlde vereinfachen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.