Großübung bei der Firma Lütvogt

Hindernisse: Wehr verlegt jede Menge Meter Schlauch

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Insgesamt 52 Wehrleute aus Wagenfeld und Ströhen waren bei der Übung auf dem Gelände der Firma Lütvogt zur Rettung von vier Personen sowie zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Wagenfeld - In bester Mittagspausenzeit gingen in Wagenfeld am Samstag die Sirenen. Kurz nach 13 Uhr heulte die Alarmierung für die freiwillige Feuerwehr Wagenfeld. Kurz darauf traf der Wagen der Einsatzleitung am Gelände des Getränkeproduzenten Auburg Quelle/ Friedrich Lütvogt auf dem Firmengelände ein.

Weitere vier Lösch- und Spezialfahrzeuge aus Wagenfeld folgten, die Feuerwehr aus Ströhen wurde nachalarmiert.

„Über die Leitstelle wurde Brandausbreitung auf dem Gelände Lütvogt gemeldet, vier Personen werden vermisst“, so lautete die Gefahrenlage kurz nach der Meldung.

Als Gemeindebrandmeister Reinhold Summann, der die Übung beaufsichtigte, eintraf, war die Logistik angelaufen, die vielen Übungen der Feuerwehrleute und die spezifischen Abläufe bezogen auf die Lage vor Ort, zeigten Wirkung.

Schnell waren die Nachbarn auf der Straße, um die Situation einschätzen zu können, als Firmeninhaber Dirk Lütvogt ein beruhigendes: „Keine Sorge, das ist eine Übung“, zur Entwarnung geben konnte.

Lkw versperrte Zufahrt

Die Mitarbeiter Axel Mahnke und Jannik Barner der Firma Lütvogt hatten den Einsatz insgeheim mit organisiert, deshalb stand auch ein LKW mit Anhänger vor der Einfahrt zur Giebelseite des betroffenen Vollgetränke-Lagers und versperrte einen der Ansaugstutzen für Löschwasser.

„Bei so einem Fall sieht man erst, wie viele Meter Schlauch transportiert, gekuppelt und in Stellung gebracht werden müssen, wenn es ernst ist“, kommentierte Pressesprecher Jens Seeker die Situation.

An den Rolltoren der Anlieferung ins Lager, das komplett aus Holzwerkstoff besteht, machten sich zuerst die Feuerwehrmänner mit schweren Atemschutzgerät bereit, um die fiktiv vermissten vier Personen zu suchen und zu bergen.

„Die Halle ist mit Übungsqualm eingenebelt, man sieht die Hand vor Augen nicht, es geht um Zeit“, erläuterte Seeker.

Im Ernstfall würde bei der Alarmierung und der Beschreibung des Notfalles oder Brandes sofort auch mindestens ein Rettungswagen mit Notarzt rausgeschickt. Zum einen für die Feuerwehrleute, wenn Personen vermisst werden, natürlich für diese. In dem modern mit Festnetz, Navigationssystem, Rechnern und anderem technischen Gerät ausgestatteten Einsatzleitungsfahrzeug liefen die Informationen zusammen.

52 Wehrleute vor Ort

Aus Ströhen kamen weitere fünf Fahrzeuge. Insgesamt waren 52 Feuerwehrleute zur Rettung der vier Personen und zur Brandeindämmung vor Ort.

„Die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte war schon mal gut“, resümierte Jens Seeker. „Die vier Personen sind auch sehr schnell gefunden worden.“ Die wurden simuliert durch Dummys mit menschlichem Körpergewicht. Eine Dummy musste aber dennoch von der Trage weichen, als ein verletzter Feuerwehrmann aus Ströhen geborgen wurde.

Ein Trupp Feuerwehrleute sicherte mit Wasser den Giebel gegen Übergreifen auf benachbarte Gebäudeteile, eine weitere Gruppe löschte den Holzgiebel von außen.

Gekommen, aber nicht im Einsatz, war das neue Löschfahrzeug (im Fachjargon: Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasserlogistik) aus Ströhen, dass mit mehr als 1000 Metern Schlauch an Bord an eine Löschstelle anschließen kann, losfährt und die Schläuche automatisch ausrollt. Die Feuerwehrkollegen hatten sich jedoch für die schwerere „Handarbeitsvariante“ entschieden, da es sich um eine Übung handelte. Dirk Lütvogt zeigte sich über den Übungseinsatz sehr beeindruckt und natürlich beruhigt.

„Im Ernstfall hätten wir auch den im Weg stehenden LKW irgendwie wegbekommen“, so Summann, aber für die Übung hieß es „noch mehr Schlauch verlegen, um das Hindernis herum“.

Was alles zu einer erfolgreichen Übung gehört, wurde am Fahrzeug klar, wo sich die Atemschutzträger nach ihren Einsätzen meldeten. Mit voller Akribie wurden die Betriebsminuten, Einsätze und das Equipment dokumentiert, alles, damit es zum nächsten Einsatz wieder voll betriebsbereit ist. Ortsbrandmeister Amon Windhorst war zuerst am Einsatzort gewesen, am Ende der Übung sagte sein Gesichtsausdruck: „Das lief ganz gut.“

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