Holger Schade führt Praxis weiter

Hausarzt Dr. Helmut Schade verabschiedet sich nach 40 Jahren in Wagenfeld in Ruhestand

Dr. Helmut Schade in seinem Garten in Wagenfeld
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Dr. Helmut Schade genießt nach fast 40 Jahren als Hausarzt in Wagenfeld seinen Ruhestand.

Dr. Helmut Schade geht nach fast 40 Jahren als Hausarzt in Wagenfeld in den Ruhestand. Sein Sohn Holger führt die Praxis weiter.

Wagenfeld – Ein bisschen fehle ihm die Arbeit schon, gibt Dr. Helmut Schade zu. Fast 40 Jahre war der Mediziner als Hausarzt in Wagenfeld tätig, zum 30. Juni gibt er seine Kassenzulassung zurück. Den Ruhestand hat der 74-Jährige in den vergangenen Monaten schon ein bisschen „geübt“. „Ich habe mich etwas aus dem Praxisalltag zurückgezogen, viele Hausbesuche übernommen und viel geimpft“, berichtet er.

Seit 2011 hatte er die Praxis im Collmoor gemeinsam mit seinem Sohn Holger geführt. „Es war eine unheimlich schöne Zusammenarbeit, und es ist das Glück meines Lebens, dass mein Sohn die Praxis in dritter Generation weiterführt“, freut sich Helmut Schade.

Helmut Schade trat 1982 in die Hausarztpraxis von Dr. Lampert ein

Der aus Dickel stammende Mediziner hatte nach seiner Zeit als Zeitsoldat bei der Marine – ebenso wie seine Frau Ulrike – in Köln sein Studium der Humanmedizin abgeschlossen. Beide bildeten sich anschließend in verschiedenen Kliniken weiter, bevor sie sich 1982 entschlossen, nach Wagenfeld zu ziehen und die elterliche Praxis Dr. Lampert zu unterstützen. Nach dessen Ausscheiden 1997 führt Helmut Schade die Praxis mit Unterstützung seiner Frau alleine weiter. 2011 gründete er mit Sohn Holger die Gemeinschaftspraxis Schade.

Sein Anliegen war es immer, seine Patienten ganzheitlich zu betreuen, nicht nur die körperlichen Leiden zu heilen, sondern auch für ihre Sorgen und Nöte immer ein offenes Ohr zu haben.

In fast 40 Jahren als niedergelassener Arzt in Wagenfeld hat Helmut Schade viele Veränderungen mitgemacht. „Es war früher anstrengender, auf der anderen Seite war es aber auch etwas einfacher“, fasst er zusammen. Einfacher zum Beispiel, weil die Bürokratie deutlich weniger aufwendig war als im heutigen Computer-Zeitalter. Anstrengender, weil er – wie seine Kollegen – in seinen ersten Jahren in Wagenfeld ständig auf Abruf war. „Es gab keinen geregelten Notdienst, jeder Hausarzt war rund um die Uhr für seine Patienten zuständig“, erinnert sich Schade. Ende der 80er-Jahre hätten die damals vier Praxen in der Gemeinde Wagenfeld einen innerörtlichen wechselnden Notdienst organisiert. Später folgte dann der überregionale Notdienst.

Anfang der 80er-Jahre technisierte sich auch die Medizin in den Hausarztpraxen immer mehr. „Als ich 1982 kam, habe ich ein Ultraschallgerät mitgebracht. Das gab es vorher nicht“, erinnert sich Helmut Schade. Heute gehört es zur Standardausstattung. „Dank der apparativen Medizin waren sicherere Diagnosen möglich. Das hat die Medizin in Hausarztpraxen ganz erheblich vorangebracht“, beschreibt er eine Entwicklung, die sich bis heute beispielsweise in der Telemedizin fortsetzt.

„Was uns damals alle belastet hat war, dass es noch keinen geregelten Rettungsdienst gab“, erzählt Schade weiter. Bei schweren Unfällen, von denen es unter anderem auf der schmalen Burlager Straße einige gab, „waren wir Hausärzte immer die Erstversorger. Das sind Dinge, die trägt man schon mit sich rum“.

Arztberuf war für Dr. Helmut Schade immer auch Berufung

Obwohl er seinen Beruf, der für ihn immer auch Berufung war, gerne ausgeübt hat, nennt es Helmut Schade eine „relative Wohltat“, nicht mehr in den täglichen Zwängen zu sein und sich nun ganz seinen vielen Hobbys widmen zu können. „Ich möchte mich auch sportlich mehr betätigen, mehr reisen und die kulturellen Angebote mehr nutzen.“ Und das ein oder andere Rezept nachkochen, das ihm seine Mitarbeiterinnen und einige Patienten zu seinem Abschied „ausgestellt“ haben – liebevoll zusammengefasst in einem Rezeptbuch. „Das hat mich sehr gerührt“, erinnert er sich mit einem Lächeln an die kleine corona-konforme Abschiedsfeier.

Außerdem wird Helmut Schade der Medizin nicht ganz den Rücken kehren. Er werde versuchen, „immer am Ball zu bleiben“ und sich über neue Entwicklungen zu informieren. Und wenn Not am Mann sei, werde er sicher auch mal in der Praxis aushelfen, etwa beim Impfen oder anderen Dingen, die keine kassenärztliche Zulassung erfordern.

Sohn Dr. Holger Schade führt Hausarztpraxis alleine weiter

Die Praxis führt sein Sohn Dr. Holger Schade ab dem 1. Juli mit Unterstützung von Dr. Gabor Olah als angestelltem Arzt und seines Praxisteams alleine weiter, ist nach eigener Aussage aber aufgeschlossen gegenüber Kollegen, die Interesse an einer Mitarbeit in seiner Praxis haben.

Dr. Helmut Schade hat seine Berufswahl nach eigener Aussage nie bereut, auch wenn die Arbeit oft sehr fordernd war. „Ich blicke sehr positiv zurück. Ich würd’ das gerne noch mal machen.“

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