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Wagenfelderin Liza Maiwald findet über Umwege zum Traumberuf Hebamme

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Von: Melanie Russ

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Die 23-jährige Wagenfelderin Liza Maiwald (rechts) und ihre Mitstudentin Luisa Lüllmann aus Sulingen haben im St.-Marienhospital in Vechta ihre erste Praxisphase im Rahmen ihres Hebammenstudiums absolviert.
Die 23-jährige Wagenfelderin Liza Maiwald (rechts) und ihre Mitstudentin Luisa Lüllmann aus Sulingen haben im St.-Marienhospital in Vechta ihre erste Praxisphase im Rahmen ihres Hebammenstudiums absolviert. © SES

Liza Maiwald aus Wagenfeld ist eine der ersten Hebammen-Studentinnen an der Hochschule Osnabrück.

Wagenfeld – „Kein Tag ist wie der andere. Es passieren so viele spannende Dinge jeden Tag.“ Die angehende Hebamme Liza Maiwald ist sich nach ihrem ersten Praxiseinsatz im Rahmen ihres Bachelorstudiengangs der Hebammenwissenschaft im St.-Marienhospital in Vechta sicher, dass sie ihren Traumberuf gefunden hat. Die 23-jährige Wagenfelderin ist eine von sechs Studentinnen des neuen Studiengangs an der Hochschule Osnabrück, die nach viel Theorie im ersten Semester gerade ihre erste Praxisphase abgeschlossen haben.

Liza Maiwald kam erst über Umwege zum Hebammen-Studium. „Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht. Die reine Bürotätigkeit hat mir keinen Spaß gemacht“, berichtet sie. Nach dem Abschluss der Ausbildung hat sie darum im Rahmen von Praktika in verschiedene Berufe reingeschaut. Besonders interessiert hat sie der soziale und medizinische Bereich.

„Durch die Medien bin ich auf den Beruf aufmerksam geworden. Es wurde zu diesem Zeitpunkt viel von der Abschaffung der Ausbildung und der Einführung des neuen Studiengangs berichtet“, erzählt die Wagenfelderin. „Ich habe mich daraufhin bei vielen Krankenhäusern für ein Praktikum im Kreißsaal beworben.“ Vom St.-Marienhospital erhielt sie schließlich eine Zusage für ein zweiwöchiges Praktikum. „Das Praktikum hat mir so viel Spaß gemacht und ich habe mich in dem Team so wohl gefühlt, dass ich das Praktikum insgesamt auf drei Monate verlängert habe.“

Als sie erfuhr, dass das Marienhospital mit der Hochschule in Osnabrück kooperiert und Studienplätze vergibt, hatte sie sich direkt beworben und war dann sehr glücklich, dass sie angenommen wurde.

„Ich finde das Thema Schwangerschaft und Geburt sehr interessant und faszinierend“, schwärmt die 23-Jährige. Was der weibliche Körper leistet, die Abläufe in der Schwangerschaft, das beeindruckt Liza Maiwald immer wieder. Und die Faszination werde mit den praktischen Erfahrungen immer größer.

Sie empfindet es nach eigener Aussage als große Ehre, Frauen und ihre Familien in einem so intimen Bereich unterstützen und an vielen emotionalen Momenten teilhaben zu dürfen.

In ihrem ersten von drei Praxiseinsätzen war zunächst vorwiegend Beobachten angesagt, um die Abläufe kennenzulernen und ein Gefühl für gewisse Situationen zu entwickeln. „Wir haben Einblicke in viele verschiedene Bereiche erhalten“, berichtet sie. Spontane Geburten, Kaiserschnitte, Geburten bei unauffälligen und Risikoschwangerschaften und Wochenbettstation nennt sie als Beispiele. Außerdem hat sie Frauen betreut, die zur Geburt in den Kreißsaal gekommen sind, mit ihnen während der Eröffnungsphase verschiedene Gebärpositionen ausprobiert oder einfach emotionalen Beistand geleistet.

„Durch das vorangegangene Praktikum kannte ich die Arbeit im Kreißsaal bereits, allerdings habe ich viele Tätigkeiten aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, da ich durch die Theorie viel mehr Hintergrundwissen hatte“, erklärt die Wagenfelderin.

Vom Team im Vechtaer St.-Marienhospital fühlte sie sich sehr freundlich aufgenommen. Die Mitarbeiter hätten sich viel Zeit genommen, um den Studentinnen Dinge zu zeigen und zu erklären. „Die vier Wochen gingen so schnell rum, ich freue mich schon auf den nächsten Praxiseinsatz“, erklärt Liza Maiwald. „Die erste Praxisphase hat mir noch mehr verdeutlicht, dass der Beruf der Hebamme mein Traumberuf ist.“

Bachelor-Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück

Der neue Bachelor-Studiengang Hebammenwisschenschaft an der Hochschule Osnabrück dauert dreieinhalb Jahre. Er besteht aus einem theoretischen wissenschaftlichen und einem praktischen Teil, bei dem die Studentinnen erste Erfahrungen im Kreißsaal sammeln. Während des dualen Studiums sind sie bei Krankenhäusern in der Region angestellt. Dazu wurde eine Kooperation mit der Schwester-Euthymia-Stiftung geschlossen. Die Nachfrage nach einem Studienplatz sei groß gewesen, so die Stiftung. „Durch den wissenschaftlichen Abschluss, den Bachelor, wird der Hebammen-Beruf aufgewertet“, wird Petra Köhler, Praxiskoordinatorin des Studiengangs Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück in einer Mitteilung der Stiftung zitiert. Wir freuen uns sehr über die Kooperation“, sagt Aloys Muhle, Geschäftsführer des St.-Marienhospitals Vechta. „Die Kooperation kann einen Beitrag dazu leisten, dem Hebammenmangel hier im ländlichen Raum entgegenzuwirken.“

Zurzeit gibt es in Deutschland sowohl das Studium als auch für einen Übergangszeitraum die klassische Hebammenausbildung. Inhalte des Studiums sind Grundlagen und Vertiefungen für physiologische Verläufe und spezifische Betreuungsbedarfe in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und früher Elternzeit sowie Frauen- und Kindergesundheit, Gesundheitskompetenz, Übergangsprozesse und Erkrankungen in der reproduktiven Lebensphase. Außerdem werden Grundlagen der Hebammenforschung vermittelt.

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