Mit guter Laune ins neue Lebensjahr

Elfriede Becker feiert 102. Geburtstag

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Zum 102. Geburtstag von Elfriede Becker hatte Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye unter anderem eine Urkunde der Gemeinde mitgebracht.

Wagenfeld - Elfriede Becker ist die älteste Bewohnerin Wagenfelds und beging am Dienstag ihren 102. Geburtstag im Kreis von netten Menschen im Seniorenzentrum Meritus.

Mit von der Partie zum zweiten Frühstück waren Pastor Michael Steinmeyer, Bürgermeister Matthias Kreye in Personalunion in Vertretung für den stellvertretenden Landrat, der Leiter des Seniorenzentrums, Karl-Heinz Bösselmann, Deborah Remm, Leiterin der sozialen Betreuung im Haus und Lilli Spreen, eine 92-jährige Mitbewohnerin.

Unvergessliches Lachen erfüllt den Raum

Demut und Freude hielten sich die Waage beim Gratulieren mit Respekt vor dem stolzen Alter. Zum zärtlichen Händedruck von Gemeindechef Kreye und seiner Gratulation strahlte die Seniorin ihm mit der Frage entgegen: „Wer sind Sie denn?“ „Der Bürgermeister von Wagenfeld“, die pragmatische Antwort, wohlwissend, dass Elfriede Becker schon viele Bürgermeister in ihrem langen Leben kennengelernt hat.

Die überreichten Urkunden, die Blumen, die Geschenke – alles wunderbar, mit dem richtigen Glück erfüllte aber den Raum im Meritus die Jubilarin selbst: Ihr Lachen unvergesslich. Und zu jedem neuen Geschenk ein „Oh, wie schön.“ Den Gästen saß mit Elfriede Becker eine Frau gegenüber, die Zeitepochen vom Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg, Wirtschaftswunderjahre und die Jahrtausendwende erlebt hatte. Bei guter Laune und tagesformabhängiger Gesundheit nahm Becker an ihrem Ehrentag die Geschenke und Urkunden entgegen, am meisten freute sie aber der Besuch. Die wachen Augen der 102-Jährigen nahmen die Gäste gefangen.

Hartes Leben in der Land- und Viehwirtschaft

Erst vor etwa zwölf Jahren war sie mit ihrem Neffen Martin Kemner aus Bünde in Nordrhein-Westfalen nach Wagenfeld gezogen. „Frau Becker ist eine sehr umgängliche und liebenswerte alte Dame, die immer lacht“, betitelt Bösselmann seine Bewohnerin. Und das alles trotz eines harten Lebens. Heiterkeit stand ihr nicht immer zu Gesicht. Elfriede Becker blieb zeitlebens unverheiratet, lebte und arbeitete auf dem Gut ihrer Vorfahren in Bünde in der Land- und Viehwirtschaft. Als ihre Schwester Lisa Kemner verstarb, versprach sie ihr, sich um den Sohn Martin zu kümmern. Das galt für Martin umgekehrt. Elfriede Becker sei immer eine zarte aber zähe, kernige Person gewesen und Martin wurde Sohn-Ersatz für sie. Auch die Tiere seien ihre große Liebe gewesen, vor allem das Milchvieh auf dem großen Gehöft.

Seit etwa sieben Jahren lebt Elfriede Becker im Seniorenzentrum. Sie nimmt das Leben, wie es kommt. Dann schaut sie sich die Glückwunschkarte der Belegschaft eingehend an und äußert wieder das zufriedene: „Oh, wie nett.“ Sie hätte so viel zu erzählen als Zeitzeuge verschiedener Dekaden, erlebte die industrielle und digitale Revolution.

Mit den Urkunden des Landes Niedersachsen und des Landkreises Diepholz erhielt das „Geburtstagskind“ in Schriftform deren große Hochachtung vor dem erreichten Alter.

sbb

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