Keine Bewerbungen bei Ausschreibungen

Grundschulleiter in Wagenfeld und Rehden weiter gesucht

An der Grundschule Rehden ist die Leitungsstelle seit August vergangenen Jahres unbesetzt.
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An der Grundschule Rehden ist die Leitungsstelle seit August vergangenen Jahres unbesetzt.

Die Grundschulen in Wagenfeld und Rehden bleiben vorerst ohne feste Leitung. Auf die Ausschreibungen der beiden vakanten Stellen gab es keine Bewerbungen.

Wagenfeld/Rehden – Personalführung, Kooperation mit Vereinen und Organisationen koordinieren, Unterrichts- und Vertretungsplan aufstellen, Angebot des offenen Ganztags planen, Qualitätsentwicklung, Inklusion, Medienkonzept zum Digitalpakt erstellen – und natürlich unterrichten. Viel Verantwortung, immer mehr Aufgaben und bis vor wenigen Jahren im Vergleich zu „normalen“ Grundschullehrern nur ein magerer Zuschlag auf dem Gehaltszettel, das machte den Job der Grundschulleitung nicht sonderlich attraktiv.

Bei der Bezahlung hat das Land Niedersachsen 2018 nachgebessert, dennoch sind weiterhin viele Leitungsstellen unbesetzt. Von diesem Schicksal sind auch die Grundschulen in Rehden und Wagenfeld betroffen. Die Rehdener Stelle ist vakant, seit Annhild Pilgrim Ende Juli 2020 in den Ruhestand wechselte, in Wagenfeld verabschiedete sich Wolfgang Korte Ende Januar dieses Jahres in den Ruhestand.

Beide Stellen wurden mehrfach ausgeschrieben – bislang ohne Erfolg. An der Vakanz wird sich nach Stand der Dinge zu Beginn des neuen Schuljahrs nichts ändern. In der Anfang Juni beendeten Ausschreibungsrunde gab es laut dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung (RLSB) in Lüneburg für keine der beiden Grundschulen Bewerbungen. Die Stelle in Wagenfeld wird im Juli erneut ausgeschrieben, die in Rehden im August.

„Kopflos“ stehen beide Grundschulen natürlich trotzdem nicht da. In Rehden hatte Claudia Prentler, die seit knapp vier Jahren an der Schule tätig ist, die kommissarische Leitung übernommen, in Wagenfeld liegt die Verantwortung in den Händen von Frank Klausing, der im „Hauptberuf“ die benachbarte Oberschule leitet, und seine Zeit bis auf Weiteres zwischen beiden Einrichtungen aufteilt.

Allein sind die Grundschulen mit ihrem Schicksal nicht. Laut dem RLSB werden von den 38 reinen Grundschulen im Landkreis Diepholz (Stand 25. Mai) neun Einrichtungen kommissarisch geleitet. An einigen von ihnen können vermutlich zum 1. August neue Schulleitungen ernannt werden, so die Behörde. Niedersachsenweit werden demnach 146 Schulen kommissarisch geleitet, davon 73 Grundschulen.

Das RLSB nennt als mögliche Gründe für eine nicht zeitgerechte Wiederbesetzung der Leitungsstellen, dass sich eine Schulleitung beispielsweise kurzfristig erfolgreich an einer anderen Schule bewirbt oder vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird, etwa wegen Dienstunfähigkeit. Zudem könne es sein, dass eine neue Leitung ihren Dienst aus persönlichen Gründen nicht antreten kann und die Stelle neu ausgeschrieben werden muss.

Laut dem Regionalamt ist es insbesondere an kleineren Schulen in ländlichen Regionen schwieriger, Schulleitungsstellen zu besetzen. Die Rehdener Einrichtung inklusive Außenstelle Wetschen besuchen derzeit 230 Schüler, in Wagenfeld sind es 177 Schüler. Da Grundschulen erst ab 180 Schülern eine Konrektoren-Stelle zugewiesen bekommen, liegt die Verantwortung der Leitung in Wagenfeld allein auf den Schultern eines Lehrers, was eine zusätzliche Hemmschwelle sein könnte. Das dürfte sich aber in absehbarer Zeit ändern, da die Tendenz bei den Schülerzahlen klar nach oben zeigt.

Die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung versuchen laut der Behörde, die ländlichen Grundschulen mit mehreren Maßnahmen zu stärken. Unter anderem sprechen Dezernenten und Schulleiter gezielt Lehrkräfte an, die für die Übernahme von Leitungsstellen infrage kommen.

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