Großübung der Feuerwehr Wagenfeld auf ehemaligem Kasernengelände

Vermisste finden und bergen

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Gestern Morgen: Rettung über die Steckleiter.

Wagenfeld - Außer den zwei Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Wagenfeld, Ortsbrandmeister Amon Windhorst und sein Vertreter Horst Fahrenkamp, wusste kein Feuerwehrmann Bescheid: Mit einem Notruf über die Feuerwehr-Leitstelle wurden die Feuerwehrleute gestern Morgen alarmiert und setzten sich umgehend mit drei Fahrzeugen in Richtung ehemaliges Bundeswehr-Kasernengelände „Auf der Welge“ in Bewegung.

Dass es sich um eine Übung unter realen Umständen handelte, erkannten die Feuerwehrleute spätestens, als sie in die Gesichter der etwa 210 bereits aus den zwei Kasernen-Wohn-Gebäuden evakuierten bulgarischen Fremdarbeiter schauten, die dort in Wagenfeld untergebracht sind. Die waren eher entspannt, obschon mit dem Verlassen der Gebäude mit Erdgeschoss und Obergeschoss und Warten im Freien der Einsatz der Feuerwehr nicht abgeschlossen war.

Die Bewohner hatten die Gebäude nach Auslösen der Rauchmelder und Alarme gesittet verlassen und warteten vor der Sporthalle auf dem Gelände. Der Einsatz für die Feuerwehr hieß dann: „Vermisste im ersten Obergeschoss finden, alle Räume durchsuchen, Vermisste finden und bergen.“ Eine Nebelmaschine hatte Qualm und Rauch erzeugt, so dass für den ersten Suchtrupp der Feuerwehrleute Atemschutz vorgeschrieben war. Mehrere Einsatzkräfte eruierten im Gebäude die Räumlichkeiten und suchten nach den Vermissten. Per Funk ging in kurzen Abständen der Sachstand an die Kollegen draußen raus. Zum einen, um über den eigenen Zustand aufzuklären, und zum zweiten, um den Sachstand zu den vermissten Personen zu übermitteln. Da das Szenario einen Zimmerbrand simulierte, trafen die Kollegen außerhalb des betroffenen Gebäudes alle Vorkehrungen zum Löschen.

Vier Personen konnten über die Treppenanlage ins Freie verbracht werden, eine Person galt noch als vermisst. Der weitere Befehl hieß: „Steckleiter, Trage an offenes Fenster an der Rückseite.“ Da inzwischen klar war, dass es sich um eine Übung handelte, kamen hier insbesondere die jüngeren Feuerwehrmänner zum Einsatz. Dummy „Fritz“ wurde erfolgreich über die Steckleiter aus dem Obergeschoss abgeseilt und gerettet und schnell kam der Funkspruch: „Keine Personen mehr im Obergeschoss.“

Erleichterung machte sich bei den Einsatzkräften, Andreas Siebrecht von der Polizei und den Evakuierten breit. Die hatten, trotz nasser Kälte, im Freien, teils ohne dicke Winterbekleidung verharrt, um der fiktiven Rettung zuzuschauen. Maria Ojciec, Mieterin der Gebäudekomplexe, hatte klare Anweisungen zum Verhalten der Evakuierung gegeben und den Sachverhalt der Übung nach dem Einsatz in der Sporthalle den Bewohnern in ihrer Landessprache erläutert. „Solche Übungen helfen uns als Feuerwehr sehr bei Ernstfällen, vor allem wenn sie vorher nicht angekündigt sind“, resümierte Windhorst für sich und die freiwilligen Kollegen.

sbb

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