Gestern Eröffnung des 430. Wagenfelder Großmarktes vor 250 Gästen / Stehende Ovationen für Wilhelm Falldorf

„Dor mutt man hen, dor geiht man hen“

Beim Verteilen des Freibieres ließen sich viele Besucher nicht zweimal bitten.
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Beim Verteilen des Freibieres ließen sich viele Besucher nicht zweimal bitten.

Wagenfeld - Gestern Vormittag um 11.19 Uhr frohlockte Wagenfelds Bürgermeister Wilhelm Falldorf: „De gezielte Freizeitergänzung to usen Alltag, der Hauptscherzartikel in unserer spaßorientierten Marktgesellschaft, der Wagenfelder Großmarkt 2014, er ist eröffnet!“ Er rief den 250 Gästen im sehr gut gefüllten Festzelt zu: „Prost, leewe Lüe!“

Es war das 22. und letzte Mal, dass Falldorf den Wagenfelder Großmarkt, dessen 430. Auflage gestern startete, eröffnete. Ab 1. November folgt ihm Matthias Kreye als Bürgermeister nach. Am Ende der Eröffnungsveranstaltung wurde Falldorf nach Aufforderung von Ralf Scholz von den „Original Huntetalern“, die für musikalische Unterhaltung sorgten, mit stehenden Ovationen von den Anwesenden für seinen Einsatz für Wagenfeld und den Großmarkt gefeiert.

Wehmut kam bei Falldorf aber nicht auf: „Ich habe es gern gemacht, mich aber damit abgefunden, dass meine Amtszeit bald vorbei ist.“ Zuvor hatte der Bürgermeister routiniert mit zwei kräftigen Hammerschlägen und ohne große Spritzer den Zapfhahn in das Fass Freibier getrieben. Reißenden Absatz fand der frische Gerstensaft anschließend bei den Gästen, das Bedienpersonal hatte alle Hände voll zu tun.

Falldorf bestückte seine traditionell ganz auf „Platt“ gehaltene Eröffnungsrede mit zahlreichen Anekdoten und Kalauern. Damit hatte er zahlreiche Lacher auf seiner Seite und sorgte für prächtige Stimmung bei den Gästen.

„Ja, Wagenfelder Markt is. Wagenfelder Markt mit allem Drum und Drin. Hier wat klönt, vertellt und lacht. Un hier ward nich allens up de Goldwaage leggt. Hier komt de Lüe des gepflegten Leerlaufs up ehre Kosten“, sagte der Hauptverwaltungsbeamte.

Wagenfelder Markt: „Dor mutt man hen, dor geiht man hen, dor kann man kieken, klönen, koopen“, zählte Falldorf auf. Und weiter: „Dor dräpt nich blots de Hans de Frieda, nä, dor hett man ok den Vergnügungsmarkt und de Gewerbeschau im praktischen Doppelpack.“

Zwischendurch erfreuten die „Original Huntetaler“ die Besucher immer wieder mit schmissigen Klängen und eingängigen Rhythmen. Viel Applaus erhielt das Quintett für die Darbietung von Werken wie „Resi, i hol di mit mei'm Traktor ab“, „Komm und tanz mit mir“ oder von den Kastelruther Spatzen „Wie ein roter Diamant“.

Richtige Marktstimmung kam an den vollbesetzten Tischreihen auf, die Besucher erfreuten sich an netten Gesprächen, Geselligkeit und Gemütlichkeit. Fröhliche Gesichter prägten allerorten die Szenerie. Die Freude der Wagenfelder und der Gäste aus dem Umkreis über den Anbruch der Marktzeit war förmlich zu spüren.

„Fronslüe, Wagenfelder Markt hebbt de Kerls kein Trauerflor ümme ehr Portemonäe. Wenn se dat för jo oppenmaken möt, kommt ehr nich de Tranen“, sagte der Bürgermeister an die Damen gerichtet. Und die Herren forderte er augenzwinkernd auf: „Kerls, mokt jo nen Spaß, freit jo un lacht. Wer weet, wenn ji vönawend na Huus henkommt, of ji denn noch wat to lachen hebbt.“

Stellvertretender Landrat Werner Schneider überbrachte die Grüße des Landkreises Diepholz: „Hier wurde wieder etwas Ordentliches auf die Beine gestellt“, lobte er die Organisatoren. „Es ist Markt. Wir wollen feiern und unterhalten werden“, sagte Schneider.

Er dankte Falldorf für seinen Einsatz für den Markt und erfreute die Zuhörer mit zwei humorvollen Geschichten. „Prost und schöne Markttage“, rief er den Anwesenden zum Ende seiner Rede zu.

Abschließend bedankte Falldorf sich bei allen Mitwirkenden und Besuchern der Markteröffnung nicht nur in diesem Jahr, sondern auch bei allen anderen Auftaktveranstaltungen: „Leewe Lüe, eenfach blots: Danke.“ Dann dankten die Gäste ihm mit „Standing ovations“, ehe bei Sonnenschein das bunte Markttreiben begann.

hkl

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