Gemeinde Wagenfeld beschafft neuen Einsatzleitwagen für die Ortsfeuerwehr

„Das sind wir euch schuldig, das tun wir auch gern“

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Ortsbrandmeister Amon Windhorst (stehend) wird den neuen Einsatzleitwagen in der Regel lenken, Funkbeauftragter Sven Wunsch ist der „Herr der hochmodernen Technik“.

Wagenfeld - Die Freiwillige Feuerwehr Wagenfeld ist seit kurzem im Besitz eines technisch hochmodernen Einsatzleitwagens (ELW). Die feierliche Übergabe des 137000 Euro teuren Gefährts erfolgte am Sonnabend im Gerätehaus im Beisein zahlreicher Gäste und Wehren aus der Nachbarschaft. Alle zeigten sich angetan und beeindruckt insbesondere vom „Innenleben“ des noblen Strinters.

„Das Fahrzeug ist bereits einsatzerprobt, denn wir mussten mit dem neuen ELW schon zu vier Einsätzen ausrücken“, sagte Ortsbrandmeister Amon Windhorst bei seiner Begrüßung. Danach ging er auf die Ausstattung des Wagens ein. Vorzufinden sind zum Beispiel zwei PC-Arbeitsplätze, voll ausgestattet mit Internetanbindung, vier Bildschirmen sowie mit einer Einsatzleitsoftware, die noch auf den Auto-PCs installiert und in Betrieb genommen werden muss. Eine Besonderheit ist das knallgelbe Universalzelt. „Es ist unter anderem Gedacht als separater Besprechungsraum insbesondere bei größeren Einsätzen“, erläuterte Windhorst.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Mercedes Sprinter mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,8 Tonnen und 163 PS mit Automatikgetriebe. Gefertigt wurde es von der Firma GFS aus Twist im Emsland nahe der holländischen Grenze. Abgeholt hatte es eine Abordnung der Ortsfeuerwehr am 8. Oktober.

„Ich habe heute das Vergnügen, ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk zu überreichen“, begann Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye seine Festrede. Er sprach den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr zunächst seinen Dank aus „für die segensreichen Dienste, die ihr für die Sicherheit und zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger leistet.“ Ohne die Freiwillige Feuerwehr wäre es schlecht bestellt um die Gefahrenabwehr und um das bürgerschaftliche Miteinander in der Gemeinde. Die Freiwillige Feuerwehr spiele im Sicherheitskonzept der Gemeinde eine zentrale Rolle.

Nicht „Tu was“, sondern „Wir tun was“ sei das Motto der Wehr. Eine solche Haltung sei aller Ehren wert. Das dies nicht nur Sprüche seien, zeigten die vielen Einsätze und Übungsabende im vergangen Jahr. Dass neben der Gefahrenabwehr zudem etwas für die Gemeinde gemacht werde, zeige die tolle Kinder- und Jugendarbeit. Oder auch ganz aktuell die während der Freizeit durchgeführten Pflasterarbeiten hinter dem Feuerwehrgerätehaus. „An dieser Stelle vielen, vielen Dank an die fleißigen Helfer, die in den letzten Wochen und Monaten geholfen haben. Eine ganz tolle Sache“, unterstrich der Bürgermeister.

Die Freiwillige Feuerwehr sei ein wichtiger Partner der Gemeindeverwaltung, wenn es allgemein um Sicherheit in der Kommune gehe. „Ihr seid pausenlos einsatzbereit, um im Notfall alles stehen und liegen zu lassen, damit anderen geholfen werden kann – ihr geht für uns durchs Feuer! Ihr seid die, die da reinlaufen, wo die anderen rausgelaufen kommen. Das ist Hilfsbereitschaft in bester Prägung“, dankte Kreye.

Im zurückliegenden Jahrzehnt habe sich das Anforderungsprofil generell verändert. Aus der Mannschaft, die einst nur Brände löschte, sei eine universelle „Einsatztruppe“ geworden, die fachkundig unterschiedliche Gefahrensituationen bewältige und für schnelle Hilfe sorge.

Damit die Wehr ihre Aufgaben schnell und effektiv erfüllen und den gewünschten Erfolg erzielen könne, brauche sie neben der richtigen Einsatzstruktur auch modernstes technisches Equipment. Deshalb diese Zusammenkunft am Sonnabend.

Es gehe um die Übergabe von „36-11-2“. „Das ist der alte und auch neue Digital-Funkrufname für unseren Einsatzleitwagen, dem ELW 1, in Wagenfeld. Es ist eine Ersatzbeschaffung für das alte Fahrzeug, welches nun zehn Jahre lang als ELW im Dienst war und nun weiterhin als Mannschaftstransportwagen dienen soll“, fuhr Kreye fort.

Es sei eine notwendige Beschaffung. Von diesem Wagen aus könnten die Wehrleute nun optimal an den PC-Arbeitsplätzen die zur Verfügung stehenden Online-Dienste nutzen, um so die Einsätze optimal zu koordinieren.

Allerdings sei moderne Feuerwehrtechnik auch ziemlich kostspielig. Die Gemeinde sei derzeit in der glücklichen Lage, ein derartig modernes Fahrzeug in den Dienst stellen können. „Das freut nicht nur mich, sondern sicherlich auch euch, liebe Kameradinnen und Kameraden“, der Bürgermeister an die Anwesenden gerichtet.

Das neue Fahrzeug könne ihnen die Arbeit zwar nicht abnehmen, aber es werde Erleichterung verschaffen und auch ein Stück mehr Sicherheit. „Ich meine, das sind wir euch schuldig, und das tun wir auch gerne“, fügte er hinzu. „Ich wünsche wenige, aber dennoch erfolgreiche und gefahrlose Einsätze mit dem neuen Fahrzeug“, sagte der Bürgermeister vor der obligatorischen Schlüsselübergabe.

In Grußworten wünschten Ströhens Ortsbrandmeister Wilhelm Hilgemeier, Pr. Ströhens Löschzugführer Reiner Langhorst, Andreas Siebrecht von der Polizei in Wagenfeld sowie stellvertretender Abschnittsleiter und Kreisausbildungsleiter Süd, Detlef Nuttelmann, möglichst wenig Einsätze, dabei aber allzeit gute Fahrt und stets heile Rückkehr.

Reiner Langhorst erinnerte an die bereits gemeinsamen Einsätze, Übungen und Lehrgänge. „Grenzen sollte es nicht geben und wir sollten die kameradschaftlichen Verbindungen und die gute Zusammenarbeit beibehalten“, wünschte er sich.

hwb

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