Ausstellung von Manuela Mordhorst

Gemaltes Reisetagebuch in der Auburg

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Manuela Mordhorst geht gerne und oft auf Reisen. Ihre Eindrücke hält sie währenddessen oder im Anschluss auf Leinwand fest.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Die aktuelle Ausstellung in der Auburg heißt zwar „Farbwelten – Erinnerungen an Reisen“, Manuela Mordhorst malt aber immer auch Lebensbilder, sagt die Künstlerin über ihre abstrakten Farb-Expressionen.

Am Samstag wurde die Bilderausstellung der Künstlerin aus Handeloh bei Buchholz in der Nordheide in Wagenfeld eröffnet. Sie läuft bis Mitte September und zeigt Reiseberichte mit Interpretationsspielräumen.

Wie ihre Bilder, lässt sich die in Bonn geborene Künstlerin, die neben der Malerei eine Praxis für Ganzheitlichkeit führt, nicht von vorneherein in die Karten schauen. Da war es sehr gut, dass sich die Zweite Vorsitzende des Kulturkreis Auburg, Monika Jahnke, mit ihr, die auch Mitglied im Verein „Kunst in der Provinz“ ist, unterhielt und die Erkenntnisse dem Vernissage-Publikum offerierte.

„Sie sehen in den Räumen der Auburg ein gemaltes Reisetagebuch. Von Nord bis Süd, keinem Trend folgend“, beschrieb es Jahnke, die auf die Motive des südlichen Europas, Sardinien, Kreta, Mallorca, Ibiza, Teneriffa, Sizilien und den Norden mit Amrum, Sylt, Rügen auf die Exponate einging. Wie sie dort hängen, spiegeln sie exakt die Farben der Orte, die Modell standen. „Ich habe das große Glück, neben Beruf und Leidenschaft, der Malerei, auch noch sehr viel reisen zu dürfen mit meinem Mann“, erläutert die Künstlerin ihre Werke den Betrachtern nach der Einführung zur Ausstellung. 

Gleich am nächsten Tag wollte sie zu einer Art „Auszeit“ einige Wochen nach Südschweden reisen, wo sie sich auf die bunten Farben und die Glaskunst der Region freut. Dorthin wolle sie auch ihre Staffelei und die Maluntergründe mitnehmen, das ginge aber nicht, wenn das Ziel zum Beispiel Jamaika sei. Dort war sie auch und das Bild reiht sich kraftvoll in die Reihe der Inselbilder ein.

„Manuela Mordhorst kann nicht unter Druck arbeiten, das würde Blockaden bei ihr auslösen“, erläutert Jahnke, „vielmehr setzt sie sich mit Dingen auseinander und das löst die Malimpulse aus.“ Die Bilder, die jetzt in Wagenfelds Auburg hängen, sind zum einem Bilder, zum anderen Lebensräume.

Malen mit Farben aus der Natur

Mordhorst male nicht mit Acrylfarben, sie ist ein Naturmensch und nutze die Angebote aus der Natur: Natürliche Pigmente, Beizen, Schlacke, Asche, Kreide, Steinmehl, Sumpfkalk, Öl, Schellack. Der Schellack verleiht ihren Farben der Orte den Glanz und die Unvergänglichkeit und Schutz, den Mordhorst den Orten zugedenkt. Es scheint, als kooperiere die Künstlerin mit dem Ort, es geht ihr um das Sichtbarmachen von Gefühlen, sie stellt sich Sinnfragen an den Reisezielen und lässt sie später in ihren Werken wieder frei.

Manuela Mordhorst pflegt eine große Liebe zu intensiven Farben, wie sie sie dort, wo ihre Wurzeln sind, am Mittelmeer vor Sardinien und der Nordsee vor Sylt, erfuhr. Naturgewalten, Inseleigenheiten, Geologie und Geografie spielen eine große Rolle.

Auf ihren Exponaten erfahren die Betrachter die Wertigkeit jedes einzelnen Momentes, Materials, Zeit und Form des Motives. Zugegeben, manchmal lässt sich der von der Künstlerin porträtierte Ort nur annähernd erahnen, ob nun Sardinien, Mallorca oder Kreta, die prognostizierte Richtung gen Süden stimmt zumeist. Für die Reisende Mordhorst hat aber jede Insel ihren ureigenen Charakter und ist damit unverwechselbar.

Ihre Emotionen zu dem Gesehenen und Gespürten bannt sie auf dem Malgrund. Und mit einem Tipp für das Publikum, wird es dann auch deutlich. „Natürlich, das kann nur Mallorca sein“, so das Gemurmel nach dem dritten Farbabbild der Insel. Rügen, Amrum und Sylt sind da leichter zu identifizieren: Die Kühle, die Helligkeit, der Norden.

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