Gebürtige Bünderin findet neues Zuhause in Wagenfeld/Kleine Geschenke, gute Wünsche

Elfriede Becker 100 Jahre alt

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Ein Prosit auf den 100. Geburtstag: Elfriede Becker.

Wagenfeld - Im Meritus Seniorenzentrum in Wagenfeld herrschte am Samstagmorgen Feierlaune: Bewohnerin Elfriede Becker konnte ihren hundertsten Geburtstag im Kreise ihrer Nichte Irmgard Wille aus Bünde, dem stellvertretendem Bürgermeister aus Wagenfeld, Heino Witte, stellvertretendem Landrat Werner Schneider, Leiter des Meritus Seniorenzentrum in Wagenfeld, Sebastian Ostermann, und Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern des Hauses feiern. Bei guter Gesundheit stieß sie mit den Gästen im Gesellschaftsraum mit Sekt an und nahm die Geschenke gerne mit Rückfragen entgegen, lauschte den kleinen Reden und guten Wünschen der offiziellen Vertreter.

Wache Augen, ein freundliches Gesicht zeichnen die Hundertjährige aus, die erst vor etwa zehn Jahren mit ihrem Neffen Martin Kemner aus Bünde (Nordrhein-Westfalen) nach Wagenfeld in Niedersachsen gezogen war und dort ein neues Zuhause fand. „Liebe Frau Becker, nun ist es soweit, Sie wurden 100 Jahre“, brachte es Schneider auf den Punkt. „Das Schöne daran ist, wir sehen uns nun jedes Jahr wieder.“ Ab dem hundertsten Lebensjahr gratuliert der Landkreis Diepholz den Geburtstagskindern jährlich. „Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind“, beschrieb es Heino Witte für die Gemeinde Wagenfeld. Die Geschenke stapelten sich vom „flachen Geschenk“ mit Umschlag über einen Einkaufsgutschein bis hin zum Niedersächsischen Porzellanpferd der Manufaktur Fürstenberg. „Das ist brav, frisst keinen Hafer und macht keinen Mist“, meinte Schneider.

Im Meritus haben die Mitarbeiter die alte Dame gern, sie ist ihrem Alter entsprechend wach, fragt nach und besitzt ein liebenswürdiges Wesen. In den Händen hält sie ein Buch über Heiterkeit, eines der zahlreichen Geschenke. „Heiterkeit stand ihr nicht immer im Leben zu Gesichte, denke ich an die Erzählungen, an das lange harte Leben meiner Tante“, erinnert sich ihre Nichte bei der Feierstunde.

Elfriede Becker blieb zeitlebens unverheiratet, lebte und arbeitete auf dem Gut ihrer Vorfahren in Bünde in Land- und Viehwirtschaft. Als ihre Schwester Lisa Kemner verstarb, versprach sie ihr, sich um den Sohn Martin zu kümmern. Das galt für Martin umgekehrt, erinnerte sich die Nichte. „Ich kenne meine Tante immer als zarte aber zähe, kernige Person und Martin wurde Sohnersatz für sie“, so Irmgard Wille. Die Tiere seien ihre große Liebe gewesen. Der Neffe Martin war bereits am Vortag zum Gratulieren in Wagenfeld gewesen. Mit zunehmendem Alter Richtung 100 Jahre, kam Elfriede Becker ins Meritus Seniorenzentrum nach Wagenfeld und fühlt sich dort nach eigener Aussage wohl. „Mit Gedächtnistraining, Gesellschaftsspielen und Singstunden trainieren die Bewohner regelmäßig ihre Fähigkeiten“, so Ostermann. „Außerdem versuchen wir eine familiäre Atmosphäre aufzubauen.“

Werner Schneider rechnete noch einmal zurück: „Eigentlich müssten Sie den Kaiser Wilhelm II. ja noch fast persönlich gekannt haben 1915.“ Da lachte die Seniorin mit den starken 100 Jahren.

sbb

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