Ganz Ströhen feiert Erntefest mit Musik und Tanz und guter Laune

Ausgiebige Freude

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In Kölle wirft man die Kamelle, in Ströhen werden sie mit Bedacht einzeln verteilt. Das steigert die Wertschätzung. Hier Erntekönigin Carola mit der Schuljugend Ströhen.

Ströhen - So schnell bringt die Ströher nichts aus der Ruhe. Abwarten, hoffen und beten, dass der Regenbruch bald aufhört zum Start des 55. Ströher Erntefestes am Samstagnachmittag auf dem Hof Schlottmann an der Mindener Straße.

„Zieht, zieht“, sang die Schuljugend und die Rübe war aus der Erde gezogen.

Und die Geduld hatte sich gelohnt: Der Starkregen hörte irgendwann auf, die Schirme wurden verstaut und der Himmel riss auf zum Programm auf dem phänomenal herbstlich geschmückten Hof. Dann die Spannung auf den ersten Auftritt des neuen Erntekönigspaares: Das gesamte Dorf schien angetreten, samt fast aller Vereine, Pastor, Ortsvorsteher und Bürgermeister, Nachbarn und die Landjugend. Die herbstlichen Motive auf dem Hof glichen den schönsten in Landlust-TV-Sendungen und Gartenzeitschriften, zeigten die unsäglich vielen gemeinsamen Stunden des Sammelns, Bindens und Schmückens und die Motiv-erntewagen suchen Vergleiche ihresgleichen.

Ein Wählscheibentelefon als Aufbau am Wagen aus blühender Heide, Buchsbaum, Getreide und frischen Blumen für die Erntekönigin Carola Schlottmann, die beim Finanzamt arbeitet und ihr Arbeitsmittel häufig ein Telefon ist. Für ihren Erntegemahl Alexander Melloh, Landschaftsgärtner, ein Brunnen mit Dach.

Dann endlich der erste Auftritt, ein Raunen über ihre Anmut und das Lächeln und seine spritzige Sportlichkeit. Die Begrüßung der Ströher Erntekönigin fiel herzlich aus: „Seid alle herzlich willkommen und lasst uns gut feiern.“ „Ströhen konnte das schon immer gut“, bestätigte der stellvertretende Landrat Werner Schneider, der versprochen hatte, dem Paar zu gratulieren. „Auch früher schon, zu meiner aktiven Zeit.“

Also, Ströhen hat Erfahrung im Schmücken, Feiern und vor allem in der Dorfgemeinschaft. Vor den Bürgern lagen zwei Tage Musik, Tanz und Spiele. Die Vereine Kriegerschützenverein Ströhen, Schützenverein Butzendorf, Reit- und Fahrverein Ströhen, Freiwillige Feuerwehr Ströhen, Ströher Dorfleben, Sportverein TSV Jahn Ströhen, der Spielmannszug Lavelsloh und der TuS Kirchdorf waren angetreten.

Im Rund der weiteren vielen Gäste begrüßte Marcel Schlottmann mit dem Spruch des Bauern die Gäste, das Erntekönigspaar sagte das Erntegedicht auf. Die Auftritte der „Dey danzenden Wünnewöppe“, der Schuljugend, der Tanzgruppe „Boom“ und der „Fierabend Danzer“ zeigten die Bandbreite der Akteure verschiedenen Alters und deren großes Engagement.

Pastor Dirk Brandt brachte es wie immer auf den Punkt: „Das Fest ist da! Wir sind jetzt angekommen, das Sammeln ist zu Ende, jetzt darf gefeiert werden.“ Ihm ging es in seinem Gleichnis, dass nicht allein das Sammeln im Leben wichtig sei, vor allem darum, sich an dem Gesammelten auch gemeinsam und einmal ausgiebig zu freuen. Das sei schon immer der Sinn des Erntedanks gewesen. „Kinder sammeln Bildung, Erwachsene Geld, Beziehungen ,Likes‘ heutzutage, aber das wichtigste wird manchmal vergessen: Die Freude darüber“. Er trug während des gesamten Programmes ein Lächeln, lud die gesamte Gemeinde zum gemeinsamen Erntedankgottesdienst ein und erntete viele Kopfnicker.

55. Ströher Erntefest

Die Grundschulkinder spielten und sangen in Holzschuhen und mit Strohhüten die Geschichte vom Rübchen, das zur Riesenrübe heranwuchs und letztlich nur mit vereinten Kräften geerntet werden konnte. Woher kommt das Brot? Die Grundschüler erklärten es. Bei ihnen tanzten Kohl und Zwiebel nicht übel, die „Fierabend Danzer“ ließen „Danz up de Deelen“ wahr werden.

Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye war restlos beeindruckt von so viel Brauchtumspflege durch Jung und Alt und jedermann und bedankte sich für dieses außergewöhnliche Engagement. „Das ist wohl das prächtigste Event in Ströhen.“

„Das war dann wohl Dein Einstand in Ströhen, Matthias. Das hast Du gut gemacht“, meinte Ortsvorsteher Hermann Tacke. Dann ging alles ganz schnell: Die Landjugend war auf den Erntewagen, die drei Kutschen waren bestiegen, die Busse warteten, um zur „Sause“ zum Landgasthaus Kastens zu kutschieren. Die große Erntekrone für das Festzelt baumelte am Frontlader und fuhr stolz durch den gesamten Ort, um dann im Zelt aufgehängt zu werden für den Feiersamstag und -sonntag.

sbb

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