Ferienspaß: Kinder schauen hinter die Kulissen der Schausteller auf dem Wagenfelder Großmarkt

„Immer rumfahren wäre nichts für mich“

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Im Eingangsbereich zur Gewerbeausstellung wird ein Teich angelegt, der auch die Kinder erfreut.

Wagenfeld - Von Horst Benker. „Wie schnell fährt das Karussell? Wieviel Runden dreht es? Wie teuer ist eine Fahrt?“ Mit Fragen förmlich gelöchert wird Christian Weber, Betreiber des „Hipp-Hopp-Express“, am Mittwoch von 23 Mädchen und Jungen auf dem Marktplatz in Wagenfeld. Diese dürfen im Rahmen der Ferienspiele einmal hinter die Kulissen der Schausteller und Marktbeschicker schauen.

Dafür ist diesen ein dicker Dank von Andreas Mundhenke von der Gemeindeverwaltung sicher, der diese Aktion initiiert hatte.

„Das Karussell dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Kilometer pro Stunde. Die Fahrt kostet drei Euro“, gibt Weber aus Uchte bereitwillig Auskunft. Für den Aufbau des „Express“ benötigen er und zwei Kollegen zwischen sieben und neun Stunden. Im Vergleich zu früher sei das alles kein Problem mehr. Das Karussell werde komplett auf einem Transporter zusammengefaltet. Für dessen Abbau veranschlagt er rund vier Stunden.

Schausteller

seit Generationen

Die Familie Weber betreibt schon seit Generationen ein Fahrgeschäft. „Wann das los ging, weiß ich nicht genau. Auf alle Fälle schon bei meinem Großvater“, erzählt Weber. Er selbst kann sich nichts anderes vorstellen. „Wenn ich vier Wochen zuhause war, fängt‘s an zu kribbeln, dann muss ich wieder raus“, schmunzelt der Schausteller, während sein Kollege Markus „Atze“ Schimpf am Antrieb werkelt. So beiläufig erzählt dieser, dass er überall nur unter seinem Spitznamen „Atze“ bekannt ist. Sein Onkel habe ihn als Kleinkind mal so genannt. Warum, weiß er nicht einmal mehr. „Aber seit dem werde ich nur ,Atze‘ gerufen“, lacht er.

Christian Weber (links) und sein Kollege „Atze“ Schimpf (rechts) erläuterten den Kindern den „Hipp-Hopp-Express“.

Die Kinder hätten am liebsten gleich ein paar Runden mit dem „Express“ gedreht, aber vor Freitag Nachmittag läuft nichts. Als Trost gibt es für sie jeweils einen Chip von Christian Weber.

Hannes (8) findet es prima, einmal hinter die Kulissen schauen zu können. „Am besten gefällt mir das neue Karussell, der ,Super Hopser‘“, sprudelt es aus ihm hervor. Er wird gewiss während des Marktes damit fahren.

Auch Jette (7) findet die Karussells und das Schaustellerleben interessant. „Aber immer rumfahren wäre nichts für mich. Ich bin lieber Zuhause“, meint sie.

In zwei Gruppen „hangeln“ sich die 13 Mädchen und zehn Jungen von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft, von Bude zu Bude. Außer von Andreas Mundhenke noch begleitet von Sabine Schröder und Sven Schröder von der Verwaltung sowie Julian-James Mandviwala vom Arbeitskreis Markt. „Wir arbeiten bezüglich des Marktes Hand in Hand“, unterstreicht Sven Schröder, gelegentlich auch als „Marktmeister“ bezeichnet.

Doch nicht nur die Kinder haben Fragen an die Schausteller. Einer von diesen will von den Mädchen und Jungen wissen: „Wieviel Marktgeld bekommt ihr denn so?“ „30 Euro“, so die spontane Antwort eines Zehnjährigen.

„Ich musste zunächst schlucken, als ich das hörte“, gibt Sabine Schröder am Rande des Geschehens zu. Der Betrag sei ihr zunächst als hoch erschienen. „Aber wenn man bedenkt, dass eine Karussellfahrt schon drei Euro kostet und noch Essen und Trinken hinzukommen, dann ist der Betrag schnell verbraucht“, überlegt sie, während sich die Gruppe, angeführt von Andreas Mundhenke, aufmacht ins Gewerbezelt. Die ersten Stände stehen bereits, aber noch wird an allen Ecken und Enden gewerkelt. Schließlich wollen sich die Gewerbetreibenden beim dreitägigen Markt von ihrer besten Seite zeigen.

Ein Blick hinter die Kulissen des Marktgeschehens ist für die Kinder nicht nur interessant, er macht auch hungrig und durstig. Deshalb steht natürlich auch der Besuch des Pizza-Bäckers auf dem Gelände auf dem Plan. Hier dürfen sich die Kleinen ihre Pizzen selbst belegen, dazu gibt es Getränke, alles bezahlt von der Gemeinde.

Aufschlussreich und interessant gestalten sich die zweieinhalb Stunden, die die Mädchen und Jungen hinter die Kulissen schauen dürfen. Sie erfahren, wieviel Arbeit dahinter steckt ein Karussell sicher aufzubauen, damit kleine und große Marktbesucher ihr Vergnügen haben, wieviel Mühe es macht, oft auf engstem Raum Speisen zuzubereiten, und wie schwierig es ist, als Schausteller seinen Lebensunterhalt zu verdienen, insbesondere dann, wenn das Wetter schlecht ist und die Besucher ausbleiben. Laufende Kosten fallen nämlich auch dann trotzdem an.

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