Fast 4000 Besucher sehen „Een Engel up Bewährung“ in Wagenfeld

Wehmut zum Finale, Freude auf die neue Saison

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„Een Engel up Bewährung“ geizte nicht mit Spezialeffekten: Feuer und Rauch gehörten dieses Jahr mit dazu.

Wagenfeld - „Schade, nu is et all wier vorbie“, raunte es durch die Reihen der Spieler- und Backstagetruppe. Gemeint waren die rund fünf Wochen der Saison auf der Freilichtbühne Wagenfeld mit dem Stück „Een Engel up Bewährung“.

3903 Besucher hatten insgesamt mit Sondervorstellung am 4. August, die das Ensemble anberaumte, da das Wetter dieses Jahr Kapriolen schlug, die Bühne besucht. Zum Finale war der Abend lau, wind- und regenstill, eben ganz richtig für das „Grande Finoale“.

Die Brooklüe und Steffis Mädel der Landjugend Ströhen boten ein tolles Rahmenprogramm und die Spieler spielten noch einmal voller Inbrunst das Stück, das in Schwarz mit Trauerflor begann und mit lachenden Gesichtern und weißen Flügeln endete. Carsten Falldorf verdiente sich ein letztes Mal die „echten“ Flügel als Engel, der eine Zeit lang seine Bewährungsstrafe auf Erden mit der Stiftung von drei Ehen verbracht hatte.

Ein zufrieden schauender Regisseur Wolfgang Gottwald betrat nach dem Stück die Bühne, die Feuerprobe der ersten Saison nicht als Spieler oder Berater, sondern als Spielleiter und Regisseur war bravourös geschafft. Das Publikum des Finales ließ sich schnell begeistern, hörte zwischen den Zeilen und gab viel Szenenapplaus. Im Informationshäuschen knallte schon der Korken, denn auf eine erfolgreiche Saison muss angestoßen werden.

Doch nach dem Spiel ist bekannterweise vor dem Spiel. „Liebes Publikum, wir bedanken uns bei Ihnen. Vielleicht planen Sie im nächsten Jahr persönlich Alternativtermine für den Besuch auf der Bühne ein, denn das Wetter ist unberechenbar, wie dieser Sommer uns unsere Grenzen ohne Dach überm Kopf aufzeigte“, appellierte Wim Schröder. Blumen für Backstage-„Arbeiter“ wie Maske, Technik, Verkauf, Organisation und natürlich für die Spieler und die Engel der Plattsnacker. Die waren zum ersten Mal in das Hauptstück eingewoben worden, den Sketchtext hatten sich die Betreuerinnen Brigitte Spreen und Janine Hagelmann selbst ausgedacht. „Bitte vortreten“, hieß es dazu.

Im achten Jahr auf der Bühne, erst in der Technik, dann als Plattsnacker und diese Saison als Debütant im großen Ensemble Frederik Tepe, 16 Jahre. „Nu bin ik bi die Wackelköppe“, sein lockerer Spruch dazu. Sonja Falldorf feierte ihr

25. Jahr als Souffleuse und ihr Mann Carsten als Spieler auf der Bühne. Mit starken Schauspielern trat die Bühne 2015 und einem anspruchsvollen Stück an. Das ist nicht immer risikolos, doch die Besucher honorierten die Wahl. „Man muss ja nicht am laufenden Band lachen über Nonsens“, ein Statement aus den Besucherreihen. Und trotz des unkonventionellen Themas mit Tod, Himmel und Fegefeuer, gab es in Summe viel zu lachen.

Etwas Wehmut blieb jedoch: Emma Maurer, Witwe des „Engels up Bewährung“ (Henrike Heine) musste nach der Bestimmung heiraten, tut es auch, dreht sich aber ein letztes Mal schauspielerisch brillant um, um ihrem „Engel-Mann“ Hans Maurer (Carsten Falldorf) ein letztes Mal „Lebe wohl“ zu sagen. Ein Seufzer von ihm…und mit Feuerwerk endet seine Mission auf der Erde und die Saison an der Wagenfelder Röthekuhle.

sbb

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