„Wir haben schöne Zeiten gehabt“

Wilhelm und Irmgard Falldorf aus Wagenfeld feiern goldene Hochzeit

Irmgard und Wilhelm Falldorf sind seit 50 Jahren verheiratet.
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Irmgard und Wilhelm Falldorf sind seit 50 Jahren verheiratet.

Wagenfeld – Ganz entspannt zu zweit verleben Wilhelm und Irmgard Falldorf am 19. Februar ihren goldenen Hochzeitstag – vielleicht mit einem besonderen Stück Torte zum Kaffee. Die große Feier fällt aus. Zwar notgedrungen aufgrund der Corona-Pandemie, aber auch ohne großes Bedauern. Denn der frühere Wagenfelder Bürgermeister und seine Frau blicken auf ein ereignisreiches Leben zurück und genießen inzwischen die ruhigen Tage.

Langweilig wird es ihnen nach eigener Aussage nicht. „Wir haben einen geregelten Tagesablauf“, berichtet Wilhelm Falldorf. Morgens um 7 Uhr klingelt der Wecker, nach dem Frühstück wird das Tagwerk erledigt. Im Haus und im großen Garten ist für beide immer etwas zu tun.

Irmgard backt und kocht außerdem gerne, Wilhelm verbringt viel Zeit an seinem Schreibtisch. Seit einigen Jahren ist er als Liebhaber der plattdeutschen Sprache im „Schrieverkring“ wieder aktiver und übersetzt auch von Zeit zu Zeit alte, in Sütterlin verfasste Dokumente. Außerdem unternimmt er regelmäßig Fahrradtouren durch die Gemeinde und trifft sich alle drei Wochen mit seinem Skatclub – wenn es die Corona-Beschränkungen nicht gerade verhindern. Beide sind darüber hinaus Mitglied in diversen Vereinen.

„Wir haben den Übergang vom Arbeitsleben zu einer für uns sinnvollen Beschäftigung sehr gut hingekriegt, weil wir uns gut darauf vorbereiten konnten“, sagt Wilhelm Falldorf. „Es war lange klar, dass wir mit meinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt auch die Gastwirtschaft aufgeben würden.“ Das war 2014. Im November endete seine Amtszeit, am 31. Dezember lief die Konzession aus, die seit 1869 im Besitz der Familie Falldorf gewesen war.

Irmgard Falldorf, geb. Poppe erblickte am 12. November 1950 in Hemsloh das Licht der Welt und wuchs dort gemeinsam mit einem Bruder auf. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie in Rehden eine Frisör-Ausbildung und arbeitete anschließend im Salon Nitsche in Wagenfeld.

Zwischen Lehrerberuf und Landwirtschaft

Wilhelm Falldorf wurde am 23. Januar 1948 in Diepholz geboren und wuchs auf dem Hof mit Gastwirtschaft an der Rahdener Straße auf. Obwohl er eigentlich schon als Schüler wusste, dass er Lehrer werden wollte, absolvierte er nach seinem Abschluss zunächst eine Lehre auf dem Hof Meier in Brümmerloh (Varrel) und nahm anschließend ein landwirtschaftliches Studium in Osnabrück auf. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass kleine Betriebe keine Zukunft haben, zugleich suchte das Land Niedersachsen händeringend nach Lehrern in naturwissenschaftlichen Fächern. „Da habe ich die Chance genutzt“, berichtet Falldorf, wie er doch noch zu seinem Traumberuf kam.

1971 trat er seine erste Stelle an der Sulinger Realschule an, wo er seine Laufbahn nach Stationen in Lemförde und Diepholz auch als Rektor beendete, nachdem er 1997 zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt worden war. „Die Kommunalpolitik liegt ein bisschen in der Familie“, sagt Falldorf. Vor ihm war schon sein Vater Wagenfelder Bürgermeister, auch sein Großvater war im Gemeinderat aktiv und Sohn Carsten sitzt im Wehrblecker Rat.

Kennengelernt hat sich das Paar 1967 bei einem Volksfest in Pr. Ströhen. Er besuchte das Fest mit seinen Fußball-Kumpeln, sie bediente hinter der Theke. Sie kamen ins Gespräch und verguckten sich schnell ineinander. Am 19. Februar 1971 läuteten die Hochzeitsglocken.

Mit Gastwirtschaft und Familie alle Hände voll zu tun

Anschließend zogen sie in die Wohnung im Obergeschoss von „Falldorfs Gasthaus“. Noch im gleichen Jahr kam Sohn Carsten zur Welt, 1972 folgte der zweite Sohn Björn. Weil das Haus für acht Personen aus vier Generationen zu klein wurde, errichtete das Paar 1979 neben dem Gasthaus ein neues Wohnhaus.

Irmgard Falldorf gab ihren Beruf nach der Geburt der beiden Kinder auf, hatte aber weiterhin alle Hände voll zu tun. Denn zusätzlich zum Schuldienst ihres Mannes und dem Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters, das er seit 1992 innehatte, betrieb das Paar bis 2000 eine kleine Landwirtschaft mit Mutterkuh-Haltung. Nach deren Aufgabe führte es die modernisierte Gastwirtschaft weiter. Irmgard kümmerte sich tagsüber um die Organisation und die Sauberkeit der Räume, Wilhelm übernahm abends den Thekendienst.

Es waren arbeitsreiche Jahre, auf die Wilhelm und Irmgard Falldorf aber gerne zurückblicken. „Wir haben eigentlich schöne Zeiten gehabt.“

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