Gewaltpräventionsprojekt an der Auburg-Grundschule kommt gut an

Fairer Umgang macht schlau

Das spielerische Lernen machte den Kids Spaß.

Wagenfeld – Rund um das Thema „Gewalt“ drehte sich an der Wagenfelder Auburg-Grundschule am Donnerstag alles in der Jahrgangsstufe drei.

Damaris Freischlad, Trainerin vom Institut für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining (I-GSK) aus Holdorf, war zu Gast in der Bildungseinrichtung, um mit einem spannenden Workshop den respektvollen Umgang miteinander und einen daraus resultierenden starken Gruppenzusammenhalt zu untermauern.

„Ich gebe mit dieser Veranstaltung Hilfestellungen, damit Konflikte gar nicht erst in Gewalt eskalieren“, so die Sozialkompetenztrainerin. Für Kinder in diesem Alter seien Bewegungs- und Spielfreiheit sehr bedeutsam. Freischlad wusste die Kinder leicht für die spielerischen Übungen, die immer wieder stark auf Vertrauen und Teamarbeit setzten, zu begeistern. „Die Kinder lernen am besten durch Erleben. Hierbei kann ich positive Emotionen wecken, und die Kinder lernen, auf sich und ihre Mitschüler zu achten.“ Zu Beginn und nach jedem Spiel gab es eine Reflexionsrunde.

Konflikte müssten sein, um sich mit anderen Sichtweisen konstruktiv auseinanderzusetzen. Sie seien für die Entwicklung der Kinder unabdingbar. „Aber auf die richtige Austragungsweise kommt es an, damit divergierende Meinungen nicht in Gewalt eskalieren“, so Damaris Freischlad

Mit einer Wunschliste sammelten die Jungen und Mädchen Aspekte, welches Verhalten für ein gutes Klima förderlich sei. „Behandle andere so wie du selbst behandelt werden möchtest“, gab Freischlad einen Rat.

Bereits im zweiten Schuljahr beginnen die Schüler, sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen. „Von Jahr zu Jahr gibt es unterschiedliche, aufeinanderaufbauende Schwerpunkte“, so die Trainerin. Bei den Drittklässlern stand gestern das Thema „Gruppe“ im Mittelpunkt.

Was braucht man, damit das Miteinander in einer Gruppe wie Schulklasse oder Schulgemeinschaft funktioniert? Welche Konflikte gibt es und wie kann ich diese praktisch lösen? Dies waren Elemente, die Freischlad mit den Kindern jeweils zwei Stunden lang in der Sporthalle am Branntweinsweg spielerisch erarbeitete.

„Wenn ihr Euch in der Schule gut versteht und mit wenig Konflikten und Streitigkeiten eine feste Gemeinschaft bildet, lernt ihr besser und werdet schlauer“, gab die Trainerin den Kindern mit auf den Weg. „Denn sonst ist euer Kopf ständig von den Reibereien blockiert. Wenn ihr hingegen Spaß habt, habt ihr den Kopf frei – auch zum Lernen.“

Gewalt verändere sich, so Freischlad auf die Frage, ob Aggression im Zuge des gesellschaftlichen Wandels und veränderten Medienkonsums zunehme. „Achtsamkeit auf andere ist ein großes Thema, denn die Ich-Bezogenheit ist größer geworden“, schilderte sie ihre Beobachtungen. „Viele Kinder haben nicht mehr das Bewusstsein dafür, dass jeder gleich wichtig ist.“ Eine solch fehlende Grundlage resultiere oftmals aus einer zu intensiven Beschäftigung mit Computerspielen oder sozialen Netzwerken, aber auch daraus, welche Werte zu Hause von den Eltern vorgelebt und wie Konflikte dort bewältigt werden. „Wenn Kinder schon früh ein wenig ausgeglichenes Freizeitverhalten haben, macht sich das bemerkbar.“

Am Freitag können die vierten Klassen mit anderer Schwerpunktsetzung diesen Workshop erleben.  art

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